Kunstministerin über langsames Öffnen und „Schachbrettmuster“-Ideale

Gaggenau (cl) – „Ein Durchstarten wird es eher nicht werden“, sagt Kunstministerin Theresia Bauer beim Online-Talk in Ottenau über Öffnungsszenarien. Die Kultur habe noch viel Unterstützungsbedarf.

„Schnelltests in Kombination mit Impfen könnten eine andere Dichte im Zuschauerraum ermöglichen“: Kunstministerin Theresia Bauer beim Online-Talk mit Bürgern im Merkur-Film-Center Gaggenau-Ottenau.  Foto: Uli Deck/dpa

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„Schnelltests in Kombination mit Impfen könnten eine andere Dichte im Zuschauerraum ermöglichen“: Kunstministerin Theresia Bauer beim Online-Talk mit Bürgern im Merkur-Film-Center Gaggenau-Ottenau. Foto: Uli Deck/dpa

Von Christiane Lenhardt

Wann dürfen Museen, Galerien, Theater und Kinos wieder öffnen? Diese Frage brennt der Kulturszene, die mit am längsten unter dem Lockdown zu leiden hat, unter den Nägeln. Können die Institutionen so noch lange durchhalten?
Bei der gestrigen Bund-Länder-Konferenz sollen etliche Öffnungsszenarien auf den Tisch gekommen sein: Etwa die, dass die Museen und Galerien schon ab 8. März in Bundesländern, wo die Inzidenz unter 100 liegt, starten könnten oder doch, wie von Ministerpräsident Winfried Kretschmann kürzlich vorgegeben, nicht vor dem 28. März. Oder ob Theater, Kinos, Konzert- und Opernhäuser, wie vom Kunstministerium in Stuttgart letzte Woche verlautbart, parallel zur Gastronomie wieder starten dürfen, frühestens ab 22. März (bei einem Inzidenzwert unter 35) oder doch erst ab 5. April?
Nichts ist gewiss, die Vorsicht soll weiter Leitschnur der politischen Entscheider sein. Dies betonte Wissenschafts- und Kunstministerin Theresia Bauer am Dienstagabend bei der Onlineveranstaltung des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen Rastatt/Baden-Baden live aus dem Merkur-Film-Center Ottenau. „Wir sind dabei, Stufenpläne zu erarbeiten, wie wir wieder anfangen können. Das Bild vom Durchstarten wird es eher nicht werden, es wird ein langsames vorsichtiges Öffnen sein“, erklärte sie. Die Museen und Galerien würden bei den ersten sein, die wieder öffnen dürfen. „Ich glaube, dass wir alle gerade spüren, wie sehr uns unsere Kultur fehlt, wie sehr uns dieses Element von Zusammensein miteinander in einer anderen Ebene des Lebens fehlt. Ich glaube, die Sehnsucht ist immens gewachsen, und die Zuschauer werden wieder in ihre Institutionen kommen.“ Um die geschlossenen Kultureinrichtungen durch die Corona-Pandemie zu bringen, habe das Land jede Menge Förderprogramme in den letzten Monaten aufgelegt. Für die Amateurtheater- wie die Chorszene finanziert das Land eine eigene Beratungsstelle, angesiedelt beim Freiburger Institut für Musikermedizin, wo sich die Laien Ratschläge holen können fürs Proben – und, wenn es soweit ist, für kleinere Aufführungsorte.
„Wir haben bisher rund 200 Millionen zusätzliches Geld für die Kunst- und Kulturförderung coronabedingt aufgenommen“, erklärte die Kunstministerin bei der Onlineveranstaltung der Grünen im vergleichsweise kleinen Ottenauer Programmkino, das es selbst nicht leicht hat und wie alle anderen Kinos seit Monaten keine Einnahmen mehr. „Das ist das Geld unserer eigenen Zukunft, unserer Kinder, das wir jetzt aufbringen und aufnehmen, weil wir es meines Erachtens auch aufbringen müssen, um keinen größeren Schaden für die Kultur zu haben“, so Bauer. Neben dem Förderprogramm „Kunst trotz Abstand“, den Nothilfefonds, der auch privaten Kultureinrichtungen und genauso die Freilichtbühne Ötigheim unterstützt hat, gibt es nun ein neues Stipendienprogramm (3.500 Euro für Projektideen) für die freischaffenden Künstlerinnen und Künstler, die Schwierigkeiten haben, an die Überbrückungshilfen des Bundes zu kommen.

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Erstellt:
3. März 2021, 19:36 Uhr
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