Kunstministerium und Theater beraten über Öffnungszenarien

Baden-Baden/Karlsruhe (cl) – Kunstministerium und Theater im Land beraten heute, Donnerstag, über mögliche Öffnungsszenarien. Sicher scheint: Die Kunstpause wird wohl noch bis mindestens März dauern.

Verwaiste Bühnen, unsichere Spielpläne: Blick auf den leeren Zuschauerraum des Stuttgarter Opernhauses. Am heutigen Donnerstag berät das Kunstministerium mit den Theatern über einen möglichen Wiedereinstieg im Frühjahr.  Foto: Marijan Murat/dpa

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Verwaiste Bühnen, unsichere Spielpläne: Blick auf den leeren Zuschauerraum des Stuttgarter Opernhauses. Am heutigen Donnerstag berät das Kunstministerium mit den Theatern über einen möglichen Wiedereinstieg im Frühjahr. Foto: Marijan Murat/dpa

Von Christiane Lenhardt

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat bereits angekündigt, dass er „ein großes Öffnungskonzert“ im Februar für unwahrscheinlich hält, – angesichts der nach wie vor hohen Inzidenzzahlen sieht es nicht nach Lockerungen aus. Das weiß auch der seit November ruhende, finanziell besonders darbende Kulturbetrieb, aber zumindest ein Quäntchen Trost und vorläufige Planungssicherheit will das Land Baden-Württemberg nun geben. Klar scheint: Die Theatertüren bleiben weit über den 31. Januar hinaus zu; im November hatten die Staatstheater ihren Spielbetrieb bis zu diesem Termin eingestellt – und dem schlossen sich die Bühnen im Land an, auch das Festspielhaus Baden-Baden.
Wie und wann ein Ausstieg aus der Kunstpause vonstattengehen könnte, darüber will sich das Kunstministerium am heutigen Donnerstag mit Vertretern der beiden Staatstheater in Stuttgart und Karlsruhe, mit den Landesbühnen, den privaten und kommunalen Theatern in einer gemeinsamen Konferenz verständigen. Das Theater Baden-Baden soll dem Vernehmen nach beteiligt sein, ebenso das Badische Staatstheater Karlsruhe.
„Gemeinsam mit den Theatern wollen wir eine Linie festlegen, um Planbarkeit herzustellen“, erklärte Staatssekretärin Petra Olschowski gestern auf BT-Anfrage. An den Staatstheater-Vorgaben, die das Land trifft, orientieren sich in der Regel auch die anderen Theater in Baden-Württemberg. Mitte Februar solle diese Linie dann noch einmal entsprechend der Entwicklung der Pandemie überprüft werden. Museen und Bibliotheken seien bei den Gesprächen heute nicht dabei, erklärte das Kunstministerium. Diese würden aller Wahrscheinlichkeit nach mit Archiven, Bildungseinrichtungen und Gedenkstätten mit die ersten Kulturinstitutionen sein, die ihre Türen wieder öffnen.
Der Beschluss Hessens vom vergangenen Montag, seine Staatstheater in Wiesbaden, Darmstadt und Kassel nicht vor Ostern zu öffnen, gilt den anderen Bundesländern durchaus als realistisches Vorbild für mögliche Öffnungszenarien. Auch die Frankfurter und die Dresdner Bühnen verkündeten gestern Ähnliches. Die Aufnahme des Spielbetriebs in Baden-Württemberg erscheint zumindest vor März fraglich.
Der Geschäftsführende Direktor des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, Johannes Graf-Hauber, schätzt das ähnlich ein: „In Anbetracht der Gesamtsituation, der Pandemielage und hinsichtlich einer Planungssicherheit halte ich es für unrealistisch, dass ein Vorstellungsbetrieb vor Ende Februar stattfinden kann.“ Danach würde man sicherlich „etwas anbieten können, aber keine Vorstellungen aus dem regulären Spielplan“, fügte er im BT-Interview hinzu. Schließlich finden im Karlsruher Staatstheater derzeit keine szenischen Proben statt. Das Schauspiel wie auch die anderen Sparten proben in kleinerem Umfang virtuell. Als der Lockdown Mitte Dezember verschärft wurde, hat auch das Staatstheater in Karlsruhe seinen Betrieb noch mehr reduziert. Trotzdem fielen viele Aufgaben, vor allem in der Verwaltung an, doch auch hier wie in der Technik und im künstlerischen Bereich seien etliche Mitarbeiter in Kurzarbeit.

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Erstellt:
14. Januar 2021, 06:30 Uhr
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