Luftretterbasis soll nach Lahr

Bruchsal (red/vn) – Um Versorgungslücken bei der Luftrettung zu schließen, soll ein zusätzlicher Rettungshubschrauber in Lahr stationiert werden. Der Baden-Airpark würde dann leer ausgehen.

Rettungshubschrauber sind für die Patientenversorgung über Kreisgrenzen hinweg wichtig. Symbolfoto: Stefan Sauer/dpa

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Rettungshubschrauber sind für die Patientenversorgung über Kreisgrenzen hinweg wichtig. Symbolfoto: Stefan Sauer/dpa

Dies geht aus einem Gutachten des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München hervor. Die Experten haben eine Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung für ganz Baden-Württemberg erstellt. Der Baden-Airpark würde demnach als dauerhafte Luftretterbasis leer ausgehen (wir berichteten).

Das Gutachten wurde am Montag im Beisein von Staatssekretär Wilfried Klenk in der Bruchsaler Landesfeuerwehrschule vorgestellt. Unter anderem wird darin empfohlen, tagsüber zehn Hubschrauber anstelle von bislang acht einzusetzen. Neben Lahr soll auch Osterburken im Neckar-Odenwald-Kreis profitieren.

Darüber hinaus sollen drei Standorte um einige Flugminuten verlegt werden: „Christoph 54“ von Freiburg nach Südosten, „Christoph 41“ von Leonberg nach Süden sowie „Christoph 45“ von Friedrichshafen nach Norden. Rund um die Uhr soll neben Villingen-Schwenningen („Christoph 11“) ein weiterer Hubschrauber in Ludwigsburg („Christoph 51“) im nördlichen Landesteil dienstbereit sein. In Mannheim („Christoph 53“), in Villingen-Schwenningen („Christoph 11“), in Ulm („Christoph 22“) und – nach zwischenzeitlicher Stationierung in Baden-Baden – in Karlsruhe („Christoph 43“) bleibt unverändert ein Hubschrauber stationiert.

Versorgung über Landkreisgrenzen hinweg

„Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber sind und bleiben überregional einzusetzende Rettungsmittel. Sie stehen nicht exklusiv dem Rettungsdienstbereich zur Verfügung, in dem sie stationiert sind, sondern sie dienen der Versorgung von Patienten über Landkreisgrenzen hinweg“, machte Klenk deutlich.

Auf Grundlage der vorliegenden fachlichen Empfehlungen aus dem Gutachten wird das Innenministerium nun mit den Krankenkassen als Kostenträger über konkrete Standortfragen und Betriebszeiten entscheiden. Die Umsetzung wird je nach Standort voraussichtlich zwei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen.

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Erstellt:
28. Juli 2020, 08:02 Uhr
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