„Mosaik der Hoffnung“ mitten in Straßburg

Straßburg (red) – Inspiriert von JR: Das „Mosaik der Hoffnung“ ist bis Ende der Woche auf dem Straßburger Kleber-Platz zu sehen: Christoph de Barry fotografierte Menschen mit Maske samt Botschaft.

Ein Lächeln hinter der Maske sollte sein, dazu die jeweiligen Wünsche: Geklebte Fotos auf dem Straßburger Kleber-Platz.  Foto: Jürgen Lorey

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Ein Lächeln hinter der Maske sollte sein, dazu die jeweiligen Wünsche: Geklebte Fotos auf dem Straßburger Kleber-Platz. Foto: Jürgen Lorey

Von Jürgen Lorey

560 Schwarz-Weiß-Fotos liegen derzeit auf dem Place Kleber, dem zentralen Platz in der Straßburger Innenstadt, wie auf einem immensen Schachbrett angeordnet. Zwischen jedem der Porträtaufnahmen, die jeweils einen auf einen Meter groß sind, hat der Straßburger Fotograf Christoph de Barry je ein Feld freigelassen. Auf den Fotos sind Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder zu sehen, die eine weiße Corona-Mundschutzmaske tragen, auf die sie mit schwarzem Filzstift „eine Botschaft der Hoffnung“ geschrieben haben. „Mosaïque de l’Espoir/Mosaik der Hoffnung“ nennt der Fotograf, der die deutsche und die französische Nationalität hat, daher auch seine Kunstaktion.
Zu lesen sind auf den Masken auf Französisch Aufschriften wie „Freundschaft“, „Empathie“, „Solidarität“. Ein Mann hat einen schwarzen Schnurrbart auf seine Maske gemalt, eine junge Frau ein Cookie, eine andere mit lachenden Augen „2021“.
Das Mosaik ruft bei Passanten unterschiedliche Reaktionen hervor: Einige laufen mit ihren Hunden eilig über die Fläche oder preschen mit dem Fahrrad darüber, ohne anzuhalten, andere halten inne, schauen sich die Fotos an, versuchen, über die freien Felder zu gehen oder zu hüpfen. Eine vorbei laufende Militärpatrouille würdigt das Mosaik ebenfalls mit keinem Blick.
„Ich hatte die Idee zu dem Mosaik am 11. Mai, als in Frankreich die Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie aufgehoben wurde“, sagt de Barry. „Nur dass es an dem Tag strikt unmöglich war, sich wieder zu treffen, zu feiern oder in großer Zahl zusammen zu sein.“ Dies habe bei ihm eine große Frustration ausgelöst, dazu kam noch die wirtschaftliche Seite, mit der er als Fotograf konfrontiert war: unmöglich, die Arbeit wie vor Corona wieder aufzunehmen, es gab keine Aufträge...

Inspiriert von den JR-Kunstaktionen

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Erstellt:
7. September 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 15sec

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