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Musikalisches Fantasy-Spektakel

Baden-Baden (kie) – Die musikalischen Eindrücke aus der erfolgreichen Fantasy-Serie „Game of Thrones“ hinterlassen beim Publikum Wirkung. Im Festspielhaus erklingt die Komposition von Ramin Djawadi – bedrohlich, mächtig, traurig und zugleich hoffnungsvoll (Foto: Viering).

Zu Standbildern aus der Serie erklingt die Komposition von Ramin Djawadi.Viering

© vie

Zu Standbildern aus der Serie erklingt die Komposition von Ramin Djawadi.Viering

Von Franziska Kiedaisch

Am Ende hält es nur noch wenige Zuhörer auf ihren Plätzen: Die musikalischen Eindrücke aus der weltweit erfolgreichen Fantasy-Serie „Game of Thrones“ hinterlassen beim Festspielhaus-Publikum am Freitag sicht- und hörbar Wirkung. Frenetischer Applaus, euphorische Pfiffe aus den Reihen und stehende Ovationen sind nach rund zwei Stunden Konzerterlebnis die Folgen.

Und nicht nur das Publikum ist enthusiastisch: Mit großer Gestik dirigiert der Brite Stephen Ellery die Cinema Festival Symphonics. Rund 100 Musiker intonieren gekonnt die Filmmusik aus der Feder des deutsch-iranischen Komponisten Ramin Djawadi – darunter auch ein gemischter Chor und die Solisten Konrad Roginski (Percussions), Justyna Ilinicka (Gesang, Sopran) und Jaro Zawartko (Gesang, Bass).

Szenen aus der „Game of Thrones“-Saga, die insgesamt acht Staffeln umfasst und weltweit eine riesige Fangemeinde hat, erscheinen als Standbilder im grafisch abstrahierten Comic-Stil im Hintergrund auf einer Leinwand. Untermalt wird die audio-visuelle Darbietung durch verschiedene Illuminationen mittels bunt flackernder Scheinwerfer, die abwechselnd Bühne und Zuschauerraum erleuchten.

Klang des Kampfes
zwischen Gut und Böse

Der Klang der Serie, deren Handlung sich – verkürzt wiedergegeben – auf den weltumspannenden Kampf zwischen Gut und Böse bezieht, ist donnernd, bedrohlich, mächtig und bedrückend, traurig und zugleich hoffnungsvoll. Eindruck macht das allemal – nicht ohne Grund hat Djawadi, der unter anderem bereits mit den Filmmusik-Größen Hans Zimmer und Klaus Badelt zusammengearbeitet hat, im Jahr 2018 für die Musik zu „Game of Thrones“ den Emmy gewonnen.

Ob hoffnungsfroh klingendes Glockenspiel, spielerische Leichtigkeit der orientalischen Sitar, bedrohlich wirkende synchrone Stakkato der großen Streichergruppe oder donnerndes Getöse der großen Trommel: Djawadi versteht es meisterhaft, die Zuhörer packende und fesselnde Stimmungen mit dem orchestralen Klangkörper zu formen.

Im Mittelpunkt der insgesamt 30 Stücke, die an diesem Abend gespielt werden, steht dabei das Violoncello. Und auch der Einsatz eher ungewöhnlicher Instrumente spielt in der Komposition des gebürtigen Duisburgers eine wichtige Rolle: So wird das Hauptthema der Serie, aber auch die einzelnen, wiederkehrenden und sich ausdifferenzierenden Themen bestimmter Herrscherhäuser oder Charaktere, beispielsweise mittels singender Säge, Gong oder keltischer Harfe entwickelt.

Es ist nicht ein Konzertabend der fein austarierten musikalischen Nuancen. Es ist ein Abend der Unterhaltung. Und genau dieses Spektakel erwarten die Zuschauer, die die Filmmusik bisher in erster Linie als Hintergrund zu der martialisch-kriegerischen Handlung der US-Serie kennengelernt haben dürften. Damit ist „Game of Thrones – The Concert Show“ eine besondere Form des Konzerterlebnisses. Eines, das einem größtenteils jungen Publikum den Reiz der Unmittelbarkeit orchestraler Klangerzeugung näherbringen kann.

Dass das musikalische Erlebnis auch an diesem Abend im Festspielhaus funktioniert, zeigt sich an dem nahezu ausverkauften Haus und letztlich an den begeisterten Reaktionen der Zuschauer.

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Erstellt:
13. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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