Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet

Baden-Baden (red/dpa) - Sturmtief „Sabine“ hat Deutschland weiter im Griff - vor allem Pendler sind am Montag betroffen. Die BT-Zustellung ist nicht flächendeckend möglich - das E-Paper ist dafür frei zugänglich.

„Sabine“ reißt das Dach vom Friedrichsbad in Baden-Baden ab. Foto: Bertold Wagner

„Sabine“ reißt das Dach vom Friedrichsbad in Baden-Baden ab. Foto: Bertold Wagner

Sturmtief „Sabine“ hält Deutschland weiterhin in Atem und macht auch vor Mittelbaden nicht Halt. Vor allem am frühen Montagmorgen und erneut im Laufe des Vormittags soll der Orkan weite Teile des Südwestens in Atem halten, so die Prognose. In einigen Regionen Baden-Württembergs wird Eltern empfohlen, ihre Kinder am Montag wegen des erwarteten Sturms zu Hause zu lassen. Vor allem die Pendler müssen am Montagmorgen mit Auswirkungen rechnen.

Die Naturgewalt trifft auch das Badische Tagblatt: Die Montagsausgabe wird zwar gedruckt, kann aber nicht flächendeckend zugestellt werden. Die Auslieferung an die Zusteller erfolgt über mehrere Spediteure. Sie können bei einer Gefährdungslage eigenverantwortlich entscheiden, die Auslieferung abzubrechen. Gleiches gilt für die Zusteller, die die Zeitungen zu den Abonnenten bringen.

Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht vor, deshalb bitten wir um Verständnis, sollte das BT an diesem Montag verspätet oder gar nicht bei Ihnen eintreffen. Das E-Paper als digitale Version der gedruckten Zeitung ist am Montag für alle frei zugänglich unter www.badisches-tagblatt.de sowie über die neue BT-App, die für Android und iOS in den jeweiligen Stores zum kostenlosen Download bereitsteht. Wegen der weiterhin unsicheren Wetterlage bliebt das E-Paper bis Dienstag (22 Uhr) weiterhin frei zugänglich.

Der Rastatter Bahnhof wurde von „Sabine“ in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Markus Langer/BT

Der Rastatter Bahnhof wurde von „Sabine“ in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Markus Langer/BT

Bahnverkehr stark betroffen

Vor allem Bahnfahrer mussten sich am Montagmorgen auch in Baden-Württemberg auf starke Einschränkungen einstellen, dort war der Schienenverkehr am Morgen von der Bahn ganz eingestellt worden. Die privaten Betreiber Go-Ahead und Abellio fahren ihre ersten Züge frühestens ab 8 Uhr an und entscheiden dann je nach Wetterlage, wie beide Unternehmen in der Nacht zum Montag ankündigten. Die Deutsche Bahn stellte den Fernverkehr bis 10 Uhr deutschlandweit ein. Inzwischen sind laut Mitteilung der Bahn erste Züge des Fernverkehrs im Norden Deutschlands gestartet. Schrittweise werde der Fernverkehr wieder aufgenommen. In Baden-Württemberg sei bis auf Weiteres aufgrund der Witterungsbedingungen jedoch noch kein Fernverkehr möglich. Auch der Regional- und S-Bahnverkehr kam teilweise zum Erliegen. Laut der Bahn wird die Lage über den gesamten Tag hinweg Auswirkungen auf den Bahnverkehr haben.

Die Feuerwehr räumt an der Ecke Leopoldring/Markgrafenstraße in Rastatt auf. Foto: Fank Vetter/BT

© fuv

Die Feuerwehr räumt an der Ecke Leopoldring/Markgrafenstraße in Rastatt auf. Foto: Fank Vetter/BT

Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft teilte auf ihrer Homepage mit, dass der Bahnverkehr auf „nahezu allen Stadtbahn-Linien“ eingestellt sei. Dies war zunächst bis 14 Uhr angekündigt. Auch am Nachmittag kam es weiterhin zu Behinderungen.

Die Anzeigetafel des Kölner Flughafens. Foto: Oliver Berg/dpa

© dpa

Die Anzeigetafel des Kölner Flughafens. Foto: Oliver Berg/dpa

An den Flughäfen fielen hunderte Starts und Landungen aus. Am Baden-Airport läuft alles nach Plan, wie Flughafensprecherin Elke Fleig gegenüber dem BT mitteilte. Es könne jedoch zu einzelnen Verspätungen kommen. Am Sonntagabend war eine Verbindung nach London ausgefallen. Etliche Autobahnen sind gesperrt. Menschen wurden von umstürzenden Bäumen oder herumfliegenden Gegenständen verletzt.

Der Orkan soll noch stundenlang weiter stürmen: Die stärksten Böen und teils auch Starkregen erwarten die Meteorologen am Montagmorgen für den Süden Deutschlands. Für die komplette Südhälfte Deutschlands gilt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die zweithöchste Unwetterwarnstufe, für einige Regionen in Baden-Württemberg und Bayern sogar die höchste - hier ist „extremes Unwetter“ zu erwarten. Laut Warn-App „Nina“ kann es im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden noch bis Dienstagabend zu Sturmböen kommen. Außerdem wird bis Montagnachmittag vor orkanartigen Böen und Starkregen gewarnt.

Rastatter Tunnel gesperrt

Da auf der L77a infolge des Sturmes zwei Bäume auf die Fahrbahn ragen, wurde der Tunnel in Rastatt am Montagmorgen komplett gesperrt. Um zu verhindern, dass das Gehölz gänzlich auf die Straße stürzt, rückte die Feuerwehr aus, um die Bäume zu fällen. Das teilte die Polizei gegen 7.45 Uhr mit. Sobald die gefährliche Situation bereinigt ist, soll der Tunnel demnach wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Leiter des Kundenbereichs Grünflächen der Stadt Rastatt hat am Montagmorgen vom Betreten von Grünanlagen, Spielplätzen und Wäldern abgeraten. Der Park um Schloss Favorite ist derzeit gesperrt. Wie die Staatlichen Schlösser und Gärten mitteilen, würden hier und auch in anderen Schlossgärten in Baden-Württemberg Aufräumarbeiten stattfinden. Die Sperrungen gelten, bis diese beendet sind und die Fachleute mögliche Schäden an den Bäumen begutachtet haben.

Entwurzelt in der Rheinau. Foto: Xenia Schlögl

© Xenia Schlögel

Entwurzelt in der Rheinau. Foto: Xenia Schlögl

Wie das Landratsamt mitteilt, sind einige Straßen im Bühler Bezirk von den Sturmschäden betroffen und deshalb gesperrt. So ist die B500 von Sand nach Unterstmatt gesperrt, da hier ein Baum die Fahrbahn blockiert. Die B500 ist laut Mitteilung vom Ortenaukreis her ebenfalls gesperrt. Zwischen der K3765 Neusatzeck und der B500 würden acht Bäume die Fahrbahn blockieren, zwischen Aschenplatz (L80b) und Hundseck versperrt ebenfalls ein Baum den Weg. Für Rettungswagen sind die Strecken laut Landratsamt befahrbar, müssen jedoch noch geräumt werden. Aufgrund der noch vorherrschenden Böen würden die Straßen weiterhin gesperrt. Die Freigabe erfolge auch in Absprache mit den Kollegen aus dem Ortenaukreis.

L67 in Kuppenheim gesperrt wegen umgewehten Sattelzug

In Kuppenheim ist am Montagmorgen im Kreisverkehr der L67 zur K 3715 ein Sattelzug umgestürzt. Laut Mitteilung der Polizei hatte eine heftige Sturmböe das unbeladene Schwergewicht kurz vor 8 Uhr erfasst und es zum Kippen gebracht. Der Fahrer trug hierdurch leichte Verletzungen davon und musste mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Aus der Sattelzugmaschine sind Betriebsstoffe ausgelaufen, sodass Einsatzkräfte der Feuerwehr eine Ölsperre errichten mussten. Vertreter des Umweltamtes waren vor Ort. Die L67 ist aktuell aufgrund der bevorstehenden Bergungsarbeiten bis auf Weiteres gesperrt. Der Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen im Bereich von etwa 100.000 Euro liegen.

Die B462 war zwischen Bischweier und Rauental am Montag ab 11.30 Uhr für rund eine Stunde komplett gesperrt. Wie die Polizei mitteilt, habe ein Anhänger eines Lastwagens dem starken Wind nicht standgehalten und sei umgekippt. Der Verkehr wurde bis zur Aufhebung der Sperrung umgeleitet. Der Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt.

Baum fällt auf Haus in Michelbach

Bereits am Sonntag gegen 21 Uhr musste die Feuerwehr zu Sturmschäden in Gaggenau ausrücken: An einem Gerüst am Kindergarten im Wiesenweg mussten Werbeplakate entfernt werden. Auf der B462 wurden Äste entfernt. Gegen 6 Uhr am Montagmorgen stürzte eine Kraftstoffsäule für Mixsprit an einer Tankstelle in der Hauptstraße um. Die Feuerwehr hat das Benzin-Ölgemisch, welches komplett ausgelaufen war, aufgenommen. Danach war die Drehleiter an mehreren Einsatzstellen zu Gange. Blechteile, welche herab zu stürzen drohten, mussten am Rotherma und an einem Wohnhaus in der Jahnstraße beseitigt werden. Umgestürzte Bäume sorgten ebenso in Freiolsheim, Mittelberg, Michelbach, Ottenau und Gaggenau zu Einsätzen der verschiedenen Feuerwehrabteilungen. Ebenso mussten an einigen Hausdächern lose Ziegeln entfernt, beziehungsweise wieder eingedeckt werden. In Michelbach liegt derzeit noch ein Baum auf einem Haus. Hierzu muss aber ein Kran anfahren. In Freiolsheim hat ein Baum eine Oberleitung beschädigt. Die Stadtwerke haben die Oberleitung stromlos geschaltet, so dass keine Gefahr mehr besteht. Der Baum wird später entfernt.

L84 von Neuweier bis Zimmerplatz derzeit wegen Sturmschäden gesperrt

Fotostrecke

/
Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
Glück im Unglück: Ein Baum stürzt auf ein geparktes Auto in der BarockstadtFoto: Stadt Rastatt

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
Foto: Nico Fricke/dpa

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
Foto: Patrick Seeger/dpa

© Patrick Seeger/dpa

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
Foto: Bertold Wagner

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
Der Sturm hat auch in Rastatt Bäume geknickt.Foto: Stadt Rastatt

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
Foto: Patrick Seeger/dpa

© Patrick Seeger/dpa

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
In Mitleidenschaft gezogen: Folientunnel auf einem Feld in Iffezheim.Foto: Frank Vetter

© fuv

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
Auch an der Murg in Rastatt Rheinau hat der Sturm Spuren hinterlassen. Foto: Xenia Schlögl

© Schlögl

Orkan tobt über Deutschland: Auch BT betroffen - E-Paper freigeschaltet
In Iffezheim hinterlässt der Sturm Spuren. Foto: Frank Vetter

© fuv

Auch in Baden-Baden war die Feuerwehr seit Sonntagabend, 19 Uhr, im Einsatz wegen Sturmschäden. Am Montagmittag zählte die Feuerwehr laut Pressemitteilung bereits 56 Einsatzstellen. Umgestürzte Bäume auf Straßen und teilweise auch auf Gebäuden waren dabei häufig Anlass eines Einsatzes. Dabei beseitigten die Wehrleute Gefahrenstellen wie beispielsweise große Äste, umherfliegende Teile, Schilder oder Absperrungen. Auch Schäden an Dächern wurden beseitigt - darunter beispielsweise losgerissene Ziegel an der Stiftskirche und der Kirche in Balg. Außerdem wurden rund 360 Quadratmeter Blechdach des Friedrichsbads weggerissen. Dazwischen hatten noch mehrere Brandmeldeanlagen durch Sturmschäden Feueralarm ausgelöst. Notdürftige Sicherungsmaßnahmen und Absperrmaßnahmen im Bereich der beschädigten Dächer sind laut Mitteilung der Feuerwehr durchgeführt worden. Die L84 von Neuweier zum Zimmerplatz (zur B500) ist derzeit wegen Sturmschäden gesperrt.

Ein Schwerverletzter bei Ettlingen

In Nordrhein-Westfalen richtete „Sabine“ allem Anschein nach weniger Schäden an als vorab befürchtet. Zwar gab es Verletzte, über Todesopfer wurde zunächst aber nichts bekannt. In den meisten Fällen hatten es die Einsatzkräfte mit umgestürzten Bäumen zu tun. Auch in Baden-Württemberg wurden am Montagmorgen weitgehend Entwarnung gegeben: Umgefallene Bäume und Dixi-Klos und umgestürzte Bauzäune hielten die Beamten zwar auf Trab, zu größeren Einsätzen kam es zunächst jedoch nicht, wie mehrere Polizeipräsidien am Montagmorgen mitteilten. „Wir hatten viele umgestürzte Bäume, lose Äste und Baustellenbeschränkungen, verletzt wurde zum Glück niemand“, sagte ein Polizeisprecher aus Karlsruhe. Dort zählte man bis gegen 7.30 Uhr etwa 175 Unwettereinsätze. Die Feuerwehr war dort rund 55 Mal im Einsatz. Einige Straßen wurden gesperrt. In der Karlsruher Waldstadt stürzten drei Kiefern um. Eine stürzte auf ein Dach und verursachte Schaden. Der Zoologische Stadtgarten blieb am Montag sicherheitshalber geschlossen. Bürger können laut städtischer Pressemitteilung aber von der Ettlinger Straße aus das Exotenhaus besuchen. Der Eintritt dazu ist frei.

Kurz vor 6 Uhr kollidierte ein Pkw auf der L 613 bei Ettlingen mit einem auf die Fahrbahn gestürzten Baum. Eine Person wurde bei dem Unfall schwer verletzt. In Rheinstetten stürzte eine Stützmauer um und krachte auf mehrere Autos und ein Motorrad. Es entstand Sachschaden im fünfstelligen Bereich. In Pforzheim habe es ein paar Autoschäden gegeben. Ein Polizeisprecher in Offenburg berichtete von etwa 100 Einsätzen seit 22 Uhr.

Realität an vielen Schulen im Land: Sturmfrei. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

© dpa

Realität an vielen Schulen im Land: Sturmfrei. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Zum Artikel

Erstellt:
9. Februar 2020, 23:23 Uhr
Aktualisiert:
10. Februar 2020, 16:26 Uhr
Lesedauer:
ca. 5min 36sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.