Polizei mahnt Motorradfahrer zur Besonnenheit

Mittelbaden (red) – Zum Auftakt der Motorradsaison kam es bereits zu mehreren schweren Motorradunfällen im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg. Die Polizei mahnt daher zur Besonnenheit: Jeder zusätzliche Unfallpatient belastet in Corona-Zeiten die Intensivstationen der Krankenhäuser.

Im Jahr 2019 wurden durch Unfälle über 350 Motorradfahrer und Soziusse im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg verletzt. Symbolfoto: Hildenbrand/dpa

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Im Jahr 2019 wurden durch Unfälle über 350 Motorradfahrer und Soziusse im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg verletzt. Symbolfoto: Hildenbrand/dpa

Mit dem Monat April starten auch dieses Jahr wieder begeisterte Motorradfahrer in die Saison 2020. Neben denjenigen, die das Zweirad ganzjährig als normales Fortbewegungsmittel nutzen, kommen Fahrer hinzu, die eine nahezu sechsmonatige Pause hinter sich haben. Auch Autofahrer sind die Biker, mit ihren schmalen Silhouetten, nicht mehr gewohnt. Ein erhöhtes Unfallrisiko für alle ist derzeit die Konsequenz, wie die Polizei in einer Meldung berichtet. Motorradfahrer sind daher aufgerufen, nicht nur ihre Maschine fahrbereit zu machen, sondern auch selbst vorsichtig in die kommenden Wochen zu starten und sich langsam wieder an das ersehnte Fahrgefühl zu gewöhnen. Bei schönstem Wetter verletzten sich alleine Mitte März diesen Jahres innerhalb von zwei Tagen mehrere Fahrerinnen und Fahrer verschiedenster Altersgruppen schwer und mussten mit Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen werden. Nach bisherigem Ermittlungsstand waren mit Fehlern beim Überholen und nicht angepassten Geschwindigkeiten, wie in zwei Dritteln aller Motorradunfällen, die Ursachen bei den Bikern selbst zu suchen.

Im Jahr 2019 wurden durch Unfälle über 350 Motorradfahrer und Soziusse im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg verletzt, 109 davon schwer. Sechs Motorradfahrer starben bei den Unfällen. Auch Motorradlärm ist für Anwohner besonders beliebter Strecken ein nun wieder vermehrt auftretendes Problem. Die Verantwortung im Miteinander liegt dabei sprichwörtlich in der Hand des Motorradfahrers: Sein vernünftiges Betätigen der Gashand und der technisch einwandfreie Zustand seines Motorrads sollten für ein sozialverträgliches Ausüben des Hobbies selbstverständlich sein.

Besondere Umstände durch Corona-Krise

Neben den alljährlichen Gefahren für und durch Motorradfahrer zum Saisonstart, ergeben sich in diesem Jahr durch die derzeitige Corona-Krise weitere Besonderheiten. So ist bei einem Halt nun darauf zu achten, dass die gesetzlichen Vorgaben der Corona-Verordnung zur Anzahl und Abständen zwischen den Personen eingehalten werden. Neben den rechtlichen Vorgaben stellt sich aktuell einem Jedem natürlich die Frage, ob in diesen Zeiten ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Hobby nicht geboten sein und dem Aufruf „bleibt zu Hause“ gefolgt werden sollte. Das medizinische Personal der Rettungsdienste und Kliniken ist sicherlich derzeit mehr denn je froh um jedes ausbleibende Unfallopfer.

Die Polizei ist auch am kommenden Wochenende und über die Osterfeiertage zur Überwachung der Verkehrsvorschriften, wie auch der Corona-Verordnung, an den beliebten Biker-Treffpunkten und den Schwerpunktstrecken unterwegs. Verstöße werden dabei durch die Beamtinnen und Beamte konsequent geahndet.

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Erstellt:
3. April 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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