„Polizeiruf 110“: Die Nöte der Frau König

Rostock (dpa) – Der „Polizeiruf 110“ aus Rostock spaltet für gewöhnlich die Geister. Das dürfte auch in der heutigen Folge nicht anders sein. LKA-Profilerin Katrin König hat darin viele Probleme.

Katrin König (Anneke Kim Sarnau, Mitte) erkennt Nadja Flemming (Xenia Rahn) wieder. Foto: NDR/Christine Schroeder

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Katrin König (Anneke Kim Sarnau, Mitte) erkennt Nadja Flemming (Xenia Rahn) wieder. Foto: NDR/Christine Schroeder

Frau König hat ein Problem. Nein, Frau König, wie LKA-Profilerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) auch nach zehn Jahren „Polizeiruf 110“ aus Rostock von ihrem Kollegen Kommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) genannt wird, hat viele Probleme. Ihre Not ist groß. Das schwerwiegendste Problem hat sie sich vor eineinhalb Jahren in Folge 18 „Für Janina“ eingehandelt, als sie selbst eine Straftat begangen hat. Um einen Mann für einen ungesühnten Mord aus DDR-Zeiten ins Gefängnis zu bringen, fälschte sie Beweise in einem anderen, aktuellen Mordfall. Das Vorhaben gelang. Der im Verlauf der Jahre möglicherweise geläuterte Familienvater und Mörder Guido Wachs wurde verurteilt.

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„Polizeiruf 110“: Die Nöte der Frau König
Pöschel (Andreas Guenther) traut seinen Augen nicht. Foto: NDR/Christine Schroeder

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Ein letzter Deal: Veit Bukow (Klaus Manchen) und Tito (Alexandru Cimeala). Foto: NDR/Christine Schroeder

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Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau). Foto: NDR/Christine Schroeder

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Alexander Bukow (Charly Hübner) trainiert. Foto: NDR/Christine Schroeder

„Polizeiruf 110“: Die Nöte der Frau König
Katrin König (Anneke Kim Sarnau, rechts), verhindert den Angriff auf Nadja (Xenia Rahn, mit Florian Kroop und Anton Weil). Foto: NDR/Christine Schroeder

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Die obdachlose Erna (Rike Eckermann) wird Zeugin eines Verbrechens. Foto: NDR/Christine Schroeder

Im neuen Fall des Duos mit dem Titel „Der Tag wird kommen“ am heutigen Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten streben die aus der Fälschung entstandenen Konflikte langsam ihrem Showdown entgegen. Denn seit dem massiven Gesetzesübertritt wankt König – immer gewahr, dass sie jederzeit und trotz Rückendeckung von Bukow überführt werden kann. Die Gefahr, die von dem verurteilten Mörder ausgeht und ihre Karriere massiv gefährdet, lässt sich für sie nur noch mit Medikamenten beherrschen. Und dann will Wachs mit der Ermittlerin auch noch einen Deal verabreden.

König – von Sarnau wie stets als labile Persönlichkeit gespielt, was nicht alle Zuschauer überzeugt – scheint nun am Ende ihrer Selbstbeherrschung zu sein. Dabei bräuchte sie jeden Funken Konzentration, um zusammen mit Bukow den Mord an einer jungen Frau im Rostocker Stadthafen aufzuklären. Ein Mord, den sie vielleicht hätte verhindern können, wenn sie an diesem frühen Morgen beim Joggen nicht von zwei Jugendlichen bewusstlos geschlagen worden wäre.

Nicht alle Handlungsstränge wären nötig

Regisseur Eoin Moore und Autor Florian Oeller verdichten das Geschehen, indem sie wie in früheren Folgen des Rostocker „Polizeiruf“-Krimis mehrere parallele und auch nicht immer notwendige Handlungsstränge einarbeiten. So spielen die Konflikte Bukows mit seinem kriminellen Vater, der noch einmal zum großen Coup ausholen will, ebenso eine wesentliche Rolle wie die Animositäten innerhalb des Ermittlerteams.

Haben die Flemmings etwas mit Nadjas Tod zu tun? (von links: Charly Hübner, Anneke Kim Sarnau, Teo Centoal, Helgi Schmid, Victoria Schulz). Foto: NDR/Christine Schroeder

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Haben die Flemmings etwas mit Nadjas Tod zu tun? (von links: Charly Hübner, Anneke Kim Sarnau, Teo Centoal, Helgi Schmid, Victoria Schulz). Foto: NDR/Christine Schroeder

Während König immer weiter abgleitet, erscheint Bukow umso milder und jugendlicher, was die Fangemeinde Hübners wohl weiter wachsen lassen wird. Moore und Oeller wenden sich von einem im Rostocker „Polizeiruf 110“ oft gesehenen Ritual ab, die Hansestadt und ihre Umgebung in düsteren Farben zu zeigen. So ist beispielsweise der Stadthafen und das Warnow-Ufer des Stadtteils Gehlsdorf zu bewundern.

Der Sprung der Autoren auf die rund 40 Kilometer von Rostock entfernte Ostsee-Halbinsel Wustrow, die seit vielen Jahrzehnten ohne Erlaubnis nicht betreten werden darf, ist von Erfolg gekrönt. Dort, wo Gebäude verfallen, sind herausragende Sequenzen entstanden.

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Erstellt:
14. Juni 2020, 16:00 Uhr
Lesedauer:
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