Öffentlicher Nahverkehr: Preise steigen moderat

Baden-Baden (tt) – Vielerorts steigen die Preise für Nahverkehrstickets – doch bei Weitem nicht so heftig wie die an der Zapfsäule. Der KVV hat schon im August erhöht.

Während die Spritpreise nahe am Allzeithoch sind, steigen in den meisten Verkehrsverbünden die Preise weniger stark an als die Inflation. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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Während die Spritpreise nahe am Allzeithoch sind, steigen in den meisten Verkehrsverbünden die Preise weniger stark an als die Inflation. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Von BT-Redakteur Thomas Trittmann

Auf rund viereinhalb Prozent ist die Inflationsrate im Oktober geklettert – vor allem Sprit und Lebensmittel haben sich stark verteuert. Doch auch im Öffentlichen Nahverkehr wird es vielerorts teurer. Die meisten Anbieter nutzen jährlich den bundesweiten Fahrplanwechsel am zweiten Dezembersonntag, um die Preise „anzupassen“, wie es oft heißt. Die Deutsche Bahn etwa erhöht im Schnitt die Preise ab 12. Dezember im Nah- und Fernverkehr. Angesichts der Inflationsrate mutet der Aufschlag mit 1,7 beziehungsweise 1,9 Prozent eher bescheiden an. Wer vorher bucht, zahlt noch den alten Preis, auch wenn die Reise erst nach dem 12. Dezember stattfindet. Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) hat in den zurückliegenden Jahren oftmals im Dezember an der Preisschraube gedreht. Doch diesmal ist das anders: Die letzte Erhöhung gab es im Dezember 2019, im Corona-Jahr 2020 blieben die Preise stabil, und die Erhöhung 2021 hat der Verbund schon zum 1. August umgesetzt. Seither werden im Schnitt 3,78 Prozent mehr für die Tickets fällig. Ein Durchschnittswert, bei manchen Fahrkarten ist der prozentuale Aufschlag größer, bei anderen kleiner ausgefallen. Dafür wurde das Ticketangebot aber auch differenziert, um Kundenwünsche noch besser bedienen zu können, wie KVV-Sprecherin Sarah Fricke sagt. So gibt es die Tageskarten nun nicht mehr nur für eine oder gleich für fünf Personen, sondern passgenau: Die Zahl der Mitfahrer bestimmt den Preis. Auch bei den 9-Uhr-Monatskarten wurde das Angebot besser an die individuellen Bedürfnisse angepasst. Begründet hat der KVV die Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten etwa für Gehälter und Energie. Aber auch der coronabedingte Fahrgastschwund macht den Unternehmen im Verbund zu schaffen. Laut Fricke liegen die Passagierzahlen inzwischen wieder bei etwa 70 bis 80 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Mit weiteren Zuwächsen rechnet man durch die Rückkehr der Hochschulen zu Präsenzlehre und durch das kühlere Wetter, das viele Radfahrer auf Bus und Bahn umsteigen lassen dürfte. Dennoch gibt es nach wie vor viele Arbeitnehmer im Homeoffice. „Diese Pendler fehlen uns“, sagt Fricke.

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