Badener Tagblatt

Gegen Plastikteilchen und für die Zirkuswoche

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Gegen Plastikteilchen und für die Zirkuswoche

So geht’s: Matthias Stäbel (links) und Alexander Renfer erläutern der großen Gruppe vorab den geplanten Ablauf der Aktion. Fotos: Conny Hecker-Stock

Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden – Die Resonanz auf die Waldaktion der Grundschule Haueneberstein war mit rund 35 Familien enorm. Mit dem Einsammeln von Baumwuchsröhren und einem entsprechenden Obolus vom Forst soll das große Zirkusprojekt aller Klassen Anfang Juli finanziell unterstützt werden.

Zweimal war die Aktion bereits aufgrund schlechter Wetterprognosen verschoben worden, doch diesmal passte alles. Rektorin Heike Walz-Fettig hatte bereits bei ihrer Übernahme der Schulleitung vor sieben Jahren von einer ganzen Zirkuswoche geträumt. Alle vier Jahre soll diese Aktion stattfinden, damit jedes Grundschulkind einmal dabei sein kann. Im Jonglieren, Artistik und Akrobatik bis hin zu Clownereien werden die Kinder von professionellen Zirkuspädagogen geschult, wobei sicherlich der Spaß nicht zu kurz kommt.

Für die entsprechende Atmosphäre wird bei dem Schulfest am 2. Juli mit vielen Vorführungen sogar ein Zirkuszelt aufgestellt „und das kostet einen ordentlich fetten Betrag“, erklärt die Schulleiterin. Die deshalb dankbar ist für ihre engagierten Mitstreiter.

Matthias Stäbel, der Vorsitzende des Elternbeirats, und der Vorsitzende des Fördervereins, Alexander Renfer, haben die bereits vor vier Jahren ins Leben gerufene Idee der Sammlung von Baumröhren wieder aufgegriffen. Den damaligen Elternbeiratsvorsitzenden Martin Melcher störten als Revierförster schon lange die nach Orkan Lothar bei der Wiederaufforstung verwendeten Wuchsröhren, die als Plastikleichen noch überall im Wald zu finden sind. Damals wurden der Hauenebersteiner und der Balger Wald davon gesäubert, diesmal hatten sich Eltern und Kinder den Bereich um die Jahnhütte vorgenommen.

Die beiden Organisatoren erläuterten den präzise geplanten Ablauf der Aktion. Der umgebende Wald war durch Großbuchstaben in Planquadrate aufgeteilt und diese den jeweiligen Klassen samt Eltern zugeteilt worden. Ausgerüstet mit Handschuhen sollten die Teilnehmer jeweils zwei Kabelbinder pro Röhre mit Gartenscheren durchtrennen und in Tüten einsammeln. Die Plastikhülsen wurden sodann von den „Großen“ mit Teppichmessern aufgeschlitzt, immer fünf ineinander gerollt und in große weiße „Big Bags“ verfrachtet.

Diese wurden abschließend beschriftet mit der Anzahl der enthaltenen Röhren – pro Stück lässt das Forstamt immerhin 25 Cent springen. „Ausgerechnet die erste ist gleich festgewachsen, das klappt nicht“, maulten Luisa und Xenia, doch mit vereinten Kräften bekamen sie das Teil schließlich los. Für Nadja Bretzinger, deren Tochter Leonie wie ein alter Hase drauflos arbeitete, war es keine Frage, bei der Aktion mitzumachen. „Mein Mann ist Baumpfleger, und wir sind sowieso viel in der Natur unterwegs“, lachte sie und folgte ihrer Tochter in den dichteren Busch. Auch René Pflüger hat schon mehrfach bei Schulaktionen mit der Familie geholfen. „Dabei lernt man auch gleich die anderen Eltern kennen“, nannte er als weiteren positiven Aspekt, was ein gemeinsames Vesper zum Abschluss noch förderte.

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