Prozess: Mutmaßlicher Doppelmörder bestreitet zweite Tat

Innsbruck (dpa) – Ein in Deutschland wegen Mordes an einer Joggerin bereits zu lebenslanger Haft verurteilter Lkw-Fahrer hat die Tötung einer weiteren Frau bestritten. Zum Auftakt eines Mordprozesses um den tödlichen Angriff auf eine 20-jährige französische Austauschstudentin im österreichischen Kufstein bekannte sich der 43-Jährige am Dienstag nicht schuldig.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Seine Verteidigerin zweifelte vor dem Landgericht Innsbruck an der Aussagekraft von nicht vollständigen DNA-Spuren, die bei beiden Leichen sichergestellt worden seien. Diese DNA-Merkmale könnten auf 158 000 Menschen zutreffen. Außerdem habe ihr Mandant in Deutschland kein Geständnis abgelegt. Dagegen erklärte der Staatsanwalt, GPS-Daten des Lastwagens des Verdächtigen und die DNA-Spuren belegten dessen Schuld. Zudem habe der Angeklagte die Tat an der Französin in Deutschland vor einem Psychiater indirekt gestanden.

Die Studentin aus Lyon war im Januar 2014 durch Schläge auf den Kopf getötet worden. Ihr Leiche wurde von Polizisten am Ufer des Inns entdeckt. Die Tatwaffe, eine Hubstange, wie sie zum Beispiel zum Anheben eines Lkw-Führerhauses genutzt wird, wurde im Fluss gefunden. Der Lkw-Fahrer war 2017 in Deutschland nach dem Mord an der 27-jährigen Joggerin im baden-württembergischen Endingen verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Dem Angeklagten werde die „allerschwerste Kriminalität“ zur Last gelegt, erklärte der Staatsanwalt in seinem Eröffnungsplädoyer. Der Mann soll die Studentin getötet und dann ihre Leiche sexuell geschändet haben. Die 27-jährige Joggerin war vergewaltigt und getötet worden.

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Erstellt:
9. Juni 2020, 12:40 Uhr
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