RKI meldet erstmals seit 2020 keine Corona-Toten

Berlin/Rastatt (dpa/nad) – Erstmals seit dem 21. September 2020 haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert-Koch-Institut (RKI) keinen neuen Corona-Todesfall binnen 24 Stunden übermittelt.

Die bundesweite Inzidenz (639,5) liefert kein vollständiges Bild der Infektionsentwicklung: Die Meldedaten hängen vom Testverhalten der Bevölkerung ab. Foto: Philipp von Ditfurth

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Die bundesweite Inzidenz (639,5) liefert kein vollständiges Bild der Infektionsentwicklung: Die Meldedaten hängen vom Testverhalten der Bevölkerung ab. Foto: Philipp von Ditfurth

Von Natalie Dresler

Diese Meldung sorgte am Montagmorgen für Freude, doch bereits am Nachmittag sah es anders aus: Baden-Württemberg vermeldete 29 Todesfälle seit Freitag. Derzeit melden – anders als in der ersten Phase der Pandemie – nur wenige Bundesländer am Wochenende neue Fälle. Die Daten werden später nachgereicht, weshalb es zu Verzögerungen kommen kann. Zur Einordnung: Im Mittel der vergangenen sieben Tage wurden 182 Todesfälle pro Tag gemeldet. Es geht um Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind.

Im Landkreis Rastatt wurde laut Landratsamtssprecher Benjamin Wedewart zuletzt am Freitag, 29. April, ein Corona-Todesfall gemeldet. Insgesamt gesehen seien bei der Virusvariante Omikron leichtere Verläufe festzustellen, dies bestätigt auch Dr. Thomas Iber, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden. So liege der medizinische Fokus seit der Omikron-Welle nicht mehr auf Covid-19, und der normale Klinikbetrieb könne nach und nach hochgefahren werden– „momentan sind wir bei 85 Prozent“. Auf der Intensiv-
station werde aktuell kein Coronapatient behandelt, der letzte sei vor vier Tagen verlegt worden. Insgesamt sind 36 Betten im Klinikum Mittelbaden mit coronapositiven Patienten belegt, wie Iber angibt. Diese werden in den jeweiligen Fachabteilungen isoliert und separat behandelt, was die Kapazitäten dem Mediziner zufolge entsprechend einschränkt. Unter den Infizierten seien alle Altersgruppen und sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Personen vertreten. „Wir kommen mit der Belastung zurecht“, betont Iber. Aber der „Feiertagseffekt“ sei deutlich spürbar gewesen – vor Ostern habe die Zahl der infizierten Patienten noch bei 19 gelegen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist derweil weiter gesunken. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagnachmittag mit 639,5 an (Vortag 666,4; Vorwoche: 790,8; Vormonat: 1.531,5). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionsentwicklung, auch weil die offiziellen Meldedaten vom Testverhalten der Bevölkerung abhängen. Im Landkreis Rastatt müsse derzeit von einer hohen Dunkelziffer von Corona-Infizierten ausgegangen werden, sagte Wedewart. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt hier 672,2 (Baden-Baden: 519,4).

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI zuletzt bundesweit 4.032 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages (Vorwoche: 20.084 registrierte Ansteckungen). Laut RKI-Angaben von Montag meldeten nur fünf Bundesländer neue Infektionsfälle.

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Erstellt:
2. Mai 2022, 18:30 Uhr
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