Roger Federer muss Dominanz von Djokovic akzeptieren

Melbourne (dpa) - Roger Federer hat sich nach allen Kräften gewehrt und sein Bestes gegeben: Doch der Schweizer Tennis-Maestro musste im Halbfinale der Australien Open die Überlegenheiit seines Bezwingers Novak Djokovic akzeptieren. Der Serbe trifft in seinem achten Finale von Melbourne damit auf den Sieger der zweiten Halbfinalpartie zwischen dem Deutschen Alexander Zverev und dem Österreicher Dominik Thiem.

Der serbische Topstar Novak Djokovic (links) tröstet den eidgenössischen Altmeister Roger Federer nach seinem Dreisatzsieg. Brownbill/dpa

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Der serbische Topstar Novak Djokovic (links) tröstet den eidgenössischen Altmeister Roger Federer nach seinem Dreisatzsieg. Brownbill/dpa

Von dpa Deutsche Presse-Agentur

Nach seiner vergebenen „Drei-Prozent-Chance“ auf die Wimbledon-Revanche verabschiedete sich Roger Federer mit einem kurzen Winken. Novak Djokovic klopfte sich enthusiastisch mit der Faust aufs Herz. Wie im längsten Endspiel in der Historie des Rasenklassikers entschied Djokovic das Duell der beiden Tennis-Topstars auch bei den Australian Open für sich, anders als im vergangenen Sommer war der diesmal angeschlagene Federer in Melbourne ohne Chance.

Das 7:6 (7:1), 6:4, 6:3 und der damit klarste Grand-Slam-Sieg seit fast acht Jahren gegen seinen Rivalen bietet Djokovic die Chance auf den achten Titel Down Under. Am Sonntag geht der Serbe als Favorit in sein achtes Endspiel. Die diesjährige spektakuläre Federer-Show von Melbourne ist dagegen beendet. Seine Leistenprobleme hatten ihm die Hoffnung auf den Finaleinzug praktisch schon vor dem Match genommen. „Es war schrecklich, durch was ich heute gegangen bin. Netter Empfang, netter Abschied – und dazwischen war es zum Vergessen, weil du weißt, du hast eine dreiprozentige Chance zu gewinnen“, sagte der 38-Jährige.

„Du weißt, du musst es versuchen, aber wenn du es kommen siehst, dass es nicht funktioniert, ist es schwer. Es war frustrierend. Wenn es schlimmer geworden wäre, hätte ich das erste Mal in meiner Karriere aufgegeben.“

Ohnehin war der Schweizer nach dem bisherigen Turnierverlauf und dem irren Match mit sieben abgewehrten Matchbällen gegen den Amerikaner Tennys Sandgren als Außenseiter in das 50. Duell mit Djokovic gegangen. Er startete hervorragend und hatte drei Breakbälle zum möglichen 5:1. Doch nach dem klar verlorenen Tiebreak nahm er eine medizinische Auszeit und die erhoffte Spannung blieb anschließend aus. Im Wimbledon-Finale hatte Djokovic drei Tiebreaks gewonnen und Federer trotz zweier Matchbälle in fünf Sätzen einen Coup verdorben. „Das war das Maximum, was ich aus diesem Turnier herausholen konnte“, bilanzierte Federer – und ließ sogar offen, ob es sein letzter Auftritt in Melbourne gewesen ist: „Keine Ahnung. Wie im letzten Jahr. Du weißt nie, was die Zukunft bringt. Besonders in meinem Alter weißt du es nicht“, sagte er. Er habe aber momentan keine Pläne zurückzutreten, wiederholte der Familienvater einmal mehr.

Djokovic hat alle Chancen, mit seinem 17. Grand-Slam-Titel näher an den Schweizer Federer heranzurücken (20). Der Serbe steht zum 26. Mal in einem Finale bei einem Grand-Slam-Turnier. .„Es hätte auch anders laufen können, ich war sehr nervös am Anfang“, sagte Djokovic, der danach Federer höchsten Respekt zollte: „Roger, er war offensichtlich angeschlagen und nicht in bester körperlicher Verfassung. Respekt, dass er dennoch rauskam.“(dpa)

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Erstellt:
30. Januar 2020, 17:09 Uhr
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