Schlummernde Schönheiten wachküssen

Freudenstadt (vn) – Die Weichen sind gestellt in Freudenstadt und Baiersbronn, der Masterplan ist gebilligt: Beide Kommunen richten 2025 zusammen eine „kleine Landesgartenschau“ aus.

Idyllisches Christophstal: Es gilt als die „Wiege von Freudenstadt“. Foto: Freudenstadt Tourismus

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Idyllisches Christophstal: Es gilt als die „Wiege von Freudenstadt“. Foto: Freudenstadt Tourismus

Von Volker Neuwald

Die Ratsentscheidungen in Baiersbronn und eine Woche später in Freudenstadt fielen jeweils einstimmig, was als Beleg dafür genommen werden darf, dass sich die Bürgerbeteiligung im Vorfeld gelohnt hat. Bürgermeister Michael Ruf aus Baiersbronn (parteilos) lobte den „intensiven Planungsprozess“, der Foren, Workshops und Ideenbörsen der Bürger beinhaltete. OB Julian Osswald (CDU) aus Freudenstadt sprach davon, dass 80 Prozent der Anregungen aus der Bürgerbeteiligung in das Werk eingeflossen und zehn Prozent noch in Bearbeitung seien.

Chefplaner Johann Senner aus Überlingen zeigte sich überzeugt, dass die Gartenschau Stadt und Gemeinde „weiterbringen und entscheidend profilieren werde“. Die Kosten werden nach neuesten Berechnungen auf rund 22 Millionen Euro geschätzt.

Die Wurzeln beider Kommunen sind über Jahrhunderte hinweg historisch und kulturell gewachsen und sollen nun wieder mehr miteinander verknüpft werden. Eine große Rolle dabei spielen die heute „in Schönheit schlummernden“ Verbindungswege im Forbachtal. Zehn Areale zwischen dem Hauptbahnhof Freudenstadt und dem Bahnhof Baiersbronn sind im Vorfeld definiert worden. Sie liegen auf einer rund acht Kilometer langen Achse, das Gartenschaugelände wird mit einer Größe von 325 Hektar angegeben.

Dank der guten S-Bahnverbindung sollen die Bahnhofsvorplätze umgestaltet und aufgewertet werden, damit sie als Dreh- und Angelpunkt der Besucherlenkung dienen können. Die Besucher sollen „abgeholt“ werden, sagt Senner. Naheliegend sind Ideen, von den beiden Freudenstädter Bahnhöfen E-Shuttlebusse und einen E-Bike-Verleih zum Marktplatz anzubieten, wo sich die Wege bündeln. Der Marktplatz soll baulich verändert werden.

Neue Radanbindungen geplant

Von dort soll es dann auf einer barrierefreien Route („Panoramaweg“) ins Forbachtal hinabgehen. Laut Plan könnte er sich an einigen Stellen als schwebender Holzsteg elegant durch die Landschaft schlängeln. Auch neue Radanbindungen sind geplant. Die altehrwürdigen Gebäude der ehemaligen Tuchfabrik sollen erlebbar gemacht werden. Möglicherweise kann im Kesselhaus ein Café seine Tore öffnen.

Ein Hauptbereich der Gartenschau soll das Bärenschlössle werden. Das Wahrzeichen Freudenstadts liegt am Hang des Finkenbergs im Christophstal. Auch das Bürkle-Areal und die Fischzucht sollen einbezogen werden.

In Baiersbronn reihen sich Schelklewiesen, Bahnhofsareal, Friedrichsthal sowie die diversen Seen und Feuchtwiesen ein. Friedrichsthal ist als das „Tal der Hämmer“ bekannt und würde sich nach Angaben des Planungsbüros „sehr gut inszenieren lassen“. Angedacht ist beispielsweise auch ein „Loren-Spielplatz“ für den Nachwuchs im Bereich der Grube Sophia. Die Grünbereiche sollen aufgewertet und besser erlebbar gemacht werden. Hinzu kommt in Baiersbronn das Ziel, den Dorfkern zu stärken, die dortige Gastronomie und den Einzelhandel zu beleben.

www.freudenstadt-baiersbronn2025.de

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Erstellt:
13. Februar 2020, 09:00 Uhr
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