Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Schwarzarbeit und Drogen: Zoll stellt Jahresbilanz vor

Karlsruhe (red) – 51 Kilo Rauschgift hat das Hauptzollamt Karlsruhe im vergangenen Jahr sichergestellt, wie es in der nun vorgestellten Jahresbilanz heißt.

Der Zoll nimmt rund die Hälfte der Steuern ein. Im Jahr 2019 waren das bundesweit über 141 Milliarden Euro. Symbolfoto: Hauptzollamt Karlsruhe

© Zoll

Der Zoll nimmt rund die Hälfte der Steuern ein. Im Jahr 2019 waren das bundesweit über 141 Milliarden Euro. Symbolfoto: Hauptzollamt Karlsruhe

Zudem entstand dem Steuerzahler im Gebiet des Hauptzollamtes Karlsruhe, das vom Kreis Freudenstadt bis zum Rhein-Pfalz-Kreis und dem Neckar-Odenwald-Kreis reicht, ein Schaden von 17,4 Millionen Euro durch Schwarzarbeit. Als eines von sechs Hauptzollämtern in Baden-Württemberg ist das Hauptzollamt Karlsruhe zuständig für die Erhebung von Zöllen, der Einfuhrumsatzsteuer sowie von Verbrauch- und Verkehrsteuern. Im vergangenen Jahr nahm es insgesamt 7,7 Milliarden Euro an Zöllen und Steuern ein und ist damit das einnahmestärkste Hauptzollamt in Baden-Württemberg.

Größer Posten: Einfuhrumsatz- Verbrauch- und Verkehrssteuern

Allein in den Bereichen Einfuhrumsatzsteuer, Verbrauch- und Verkehrsteuern hat das Hauptzollamt 7,6 Milliarden Euro eingenommen. Neben der Einfuhrumsatzsteuer mit rund 2,4 Milliarden Euro, die für den Import von Waren aus einem Land außerhalb der EU erhoben wird, waren die Verbrauchsteuern für Genussmittel, Energie und Strom mit 4,8 Milliarden Euro die Haupteinnahmequelle. Darunter macht die Energiesteuer mit 4,3 Milliarden Euro den größten Anteil aus. Der Zoll nimmt rund die Hälfte der dem Bund zufließenden Steuern ein. Im Jahr 2019 waren das bundesweit über 141 Milliarden Euro.

Bekämpfung von Schwarzarbeit zentrale Aufgabe

Die Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung ist ein zentraler Aufgabenbereich des Hauptzollamtes Karlsruhe. Zuständig hierfür ist die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) mit über 200 Beschäftigten an den Standorten Karlsruhe, Heidelberg, Rastatt und Ludwigshafen.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1.823 Arbeitgeberprüfungen im Hauptzollamtsbezirk durchgeführt – bundesweit über 55.000. Prüfungsschwerpunkte bildeten unter anderem das Baugewerbe, Kurier- und Paketdienste, Speditions- und Taxigewerbe sowie die Gastronomiebranche. Dabei wurde eine Schadenssumme an hinterzogenen Steuern und Sozialabgaben von rund 17,4 Millionen Euro aufgedeckt.

In der Folge leitete der Zoll 3.746 Straf- und 973 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Durch die Gerichte wurden die Täter zu insgesamt rund 86 Jahren Freiheitsstrafe und über 870.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Im Vergleich zum Jahr 2018 wurden deutschlandweit zehn Prozent mehr Verstöße gegen den gesetzlichen Mindestlohn festgestellt.

64.000 Personen am Baden Airport kontrolliert

2019 wurden an den Zollämtern des Hauptzollamts Karlsruhe rund 12,6 Millionen Warensendungen abgefertigt, davon 4,2 Millionen Warensendungen zur Einfuhr in den freien Verkehr und 8,4 Millionen Ausfuhrsendungen. Im Rahmen der Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs kontrollierten die Beamten auf den Verkehrswegen sowie am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden rund 64.000 Personen sowie 55.000 Pakete bei den Zollämtern Baden-Baden, Bruchsal, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim und Pforzheim. Hierdurch konnten über 51 Kilogramm Betäubungsmittel, unter anderem Marihuana, Haschisch und Khat aus dem Verkehr gezogen werden.

So fanden die Zollbeamten zum Beispiel bei der Überprüfung eines Fernbusses aus Frankreich im Reisegepäck eines Deutschen sieben Kilogramm Marihuana und ein Kilogramm Haschisch eingeschweißt in Folienbeutel. Am Zollamt Mannheim konnte aus zwei Paketen eine große Drogenlieferung aus Äthiopien mit insgesamt 43 Kilogramm der in Deutschland verbotenen Kaudroge Khat aus dem Verkehr gezogen werden. Bei Einsätzen in Shisha-Bars wurden rund 650 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak sichergestellt.

45 Waffen sichergestellt

Außerdem wurden im Zuge der täglichen Arbeit bei den Kontrolleinheiten und in Postpaketen bei den Zollämtern insgesamt 45 Waffen, darunter unter anderem Revolver, Messer, Stockdegen, Schlagringe und Reizstoffsprühgeräte beschlagnahmt. Auch gefälschte Markenprodukte unterliegen der strengen Überwachungsaufsicht der Beamten. So stellten die Zöllner im vergangenen Jahr in 3.134 Fällen gefälschte Waren verschiedener Designermarken sicher. Die dabei am häufigsten beschlagnahmten Gegenstände waren Spielekonsolen, Taschen, Kleidung, Parfüm und Schmuck.

Mehr als doppelt so viele Aufgriffe bei Artenschutz-Delikten wie bisher

Auch beim Artenschutz macht das Hauptzollamt Karlsruhe keine Ausnahmen. „Sowohl in Postsendungen als auch im Reiseverkehr stellt der Zoll immer wieder geschützte Tier- und Pflanzenarten sicher, wie eine Riesenmuschel aus Thailand, eingelegte Schlangen, Lederwaren, Korallen und Figuren aus Elfenbein. Wir haben mehr als doppelt so viele Aufgriffe wie in den beiden letzten Jahren zusammen zu verzeichnen“, wird die Leiterin des Amtes, Ulrike Berg-Haas in einer Mitteilung des Hauptzollamts zitiert.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.