Sprintende Elefanten und Kängurus auf Kufen

Baden-Baden (ket) – Die Welt des Sports steckt voller Exoten – und deren bisweilen wunderbaren Geschichten. Die BT-Sportkolumne widmet sich diesen in dieser Woche.

 Genau so sieht es aus, wenn einer den Bradbury macht: Steven Bradbury (links) bei seinem Goldlauf 2002 in Salt Lake City. Foto: Gero Breloer/picture alliance/dpa/Archiv

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Genau so sieht es aus, wenn einer den Bradbury macht: Steven Bradbury (links) bei seinem Goldlauf 2002 in Salt Lake City. Foto: Gero Breloer/picture alliance/dpa/Archiv

Von Frank Ketterer

Bestimmt hat es mit der gerade zu Ende gegangenen Vierschanzentournee zu tun, dass man unlängst an Michael Edwards denken musste, besser bekannt als „Eddie, the Eagle“. Unter diesem Künstlernamen wurde der schnauzbärtige Brite mit der Panzerscheibenbrille in den 80er-Jahren ziemlich weltberühmt – und zwar als bester Skispringer, der überhaupt nicht Skispringen kann. Das wiederum konnte er deutlich besser als jeder andere Mensch auf der Insel, weshalb sich der gelernte Maurer nach ein bisschen Training sogar für Weltmeisterschaften und Olympische Spiele qualifizieren konnte, allein deswegen hatte er mit der Skispringerei, die bei ihm immer mehr nach Skihüpfen aussah, ja überhaupt erst begonnen. Ein erster Versuch bei den Alpinen war zuvor kläglich gescheitert.
Als Springer schaffte es Eddie 1987 indes tatsächlich zu den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oslo, wo er zweimal Letzter wurde, allerdings mit britischem Rekord von 73,5 Metern, der ihm prompt auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen ein Jahr später in Calgary erlaubte. Auch dort wurde The Eagle zweimal Letzter – aber auch längst verehrt und gefeiert. Selbst Frank King, der Chef des Organisationskomitees, versäumte es nicht, Edwards in seiner Rede während der Abschlussfeier eigens zu erwähnen. „Ihr habt Weltrekorde gebrochen, persönliche Bestleistungen aufgestellt und einer von euch flog wie ein Adler“, stellte King unter dem Jubel von Tausenden fest. Als Edwards nach England zurückkam, erwarteten ihn am Flughafen mehr als 10.000 Menschen, auch Fernsehteams und Zeitungsreporter rissen sich plötzlich um ihn. „Da wurde mir bewusst, dass ich offensichtlich etwas ausgelöst habe“, sagte er über diesen Moment einmal.

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