Staatsballett online: Schön improvisierte Tanzfragmente

Karlsruhe (cl) – Solo für sieben Tänzer im Homeoffice: Das Karlsruher Staatsballett hat beim „Ballettbaukasten“, moderiert von Direktorin Breiner, online gezeigt, wie prima es improvisieren kann.

Schöne Verrenkung im Homeoffice: Tänzer des Badischen Staatsballetts entwickeln im „Ballettbaukasten“ Figuren für einen gemeinsamen Auftritt, natürlich jeweils separat im Online-Format.  Foto: Badisches Staatstheater

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Schöne Verrenkung im Homeoffice: Tänzer des Badischen Staatsballetts entwickeln im „Ballettbaukasten“ Figuren für einen gemeinsamen Auftritt, natürlich jeweils separat im Online-Format. Foto: Badisches Staatstheater

Von Christiane Lenhardt

Eine Arabeske vor dem Sofa, ein energiegeladener, erstaunlich synchroner Pas de deux zweier Tänzer auf dem rutschigen Perserteppich im engen Wohnzimmer, kraftvolle Hebefiguren auf weichem Sofa, natürlich solo: Besondere Herausforderungen und Hürden hat das Badische Staatsballett im Homeoffice zu meistern, um sein tänzerisches Können per Video präsentabel zu machen. Dass die Tänzerin Alba Nadal zwischen Bett und Tisch noch eine Tanzmatte und eine Ballettstange untergebracht hat und Louiz Rodrigues auch auf dem Klavier virtuos Finger tanzen lassen kann, machte den Reiz dieser nebenbei erhaschten tänzerischen Homestorys der Compagnie aus, die am Samstagabend in der Online-Performance „Ballettbaukasten“ für einen exklusiven Zuschauerkreis auf Sendung ging.
Die Theater bleiben vorerst geschlossen, an gemeinsame Auftritte ist noch nicht zu denken, so hat sich die Karlsruher Compagnie diesen kreativen, spielerischen Tanzabend, moderiert von Ballettdirektorin Bridget Breiner, im Online-Format ausgedacht, um überhaupt wieder einmal mit dem Publikum in Kontakt zu treten: Sieben Tänzerinnen und Tänzer, die in Online-„Kacheln“ aus ihren Wohnzimmern zugeschaltet worden sind, haben in null Komma nichts eine kleine Choreografie, quasi auf Zuruf entwickelt. Viel Improvisation und Interaktion mit dem Publikum waren im Spiel.
Ballettchefin Breiner hat den 90-minütigen „Baukasten“ wie ein Gesellschaftsspiel aufgezogen. Das Publikum durfte die Vorlage zum ersten Teil eines kurzen „Handlungsballetts“ mit auswählen. Drei Kinderbücher schlug die Mutter eines zweieinhalbjährigen Kinds zur Auswahl vor: Die poetische Geschichte des amerikanischen Kinderbuchautors Dr. Seuss „Oh, the places you’ll go“ wurde es schließlich, über einen kleinen Jungen, seinen Mut und die Freiheit einen eigenen Lebensweg einzuschlagen. Szene für Szene, vorgelesen von Bridget Breiner, haben die Tänzer, wie die Zuschauer lediglich verbunden über die kleine Kamera am Notebook, gezeigt, wie schnell mal eine hübsche Mini-Choreografie der Profis entstehen kann.

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Erstellt:
28. Februar 2021, 23:00 Uhr
Lesedauer:
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