Tat in Volkmarsen: Spur führt nach Mittelbaden

Volkmarsen (dpa/red) – Der Mann, der ein Auto in den Rosenmontagsumzug in Volkmarsen gesteuert haben soll, ist laut Medienberichten aus Mittelbaden nach Hessen gezogen.

Der Mann, der in Volkmarsen in eine Menschenmenge gefahren ist, soll aus Baden-Baden nach Nordhessen gezogen sein. Foto: Pförtner/dpa

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Der Mann, der in Volkmarsen in eine Menschenmenge gefahren ist, soll aus Baden-Baden nach Nordhessen gezogen sein. Foto: Pförtner/dpa

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert den Vermieter des 29-Jährigen, der sagt, dass Maurice P. gemeinsam mit seiner Familie vor einigen Jahren aus Baden-Baden nach Volkmarsen gezogen sei. Der SWR hingegen berichtet, dass er mit seiner Mutter und seiner Schwester bis ins Jahr 2010 in Gaggenau gelebt habe.

Wie sich weiter herausstellte, war Maurice P. nicht alkoholisiert. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, steht noch nicht fest. Das sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Bislang sei der Mann nicht vernehmungsfähig.

Die Zahl der Verletzten stieg bis zum frühen Nachmittag auf fast 60. Auch der Fahrer zog sich den Angaben zufolge Verletzungen zu. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Das Motiv des deutschen Staatsbürgers ist noch unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Steinmeier: „Meine Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich „tief erschüttert“ über den Vorfall. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ich wünsche den Verletzten von Herzen eine vollständige Genesung“, sagte er laut einer Mitteilung vom Dienstag auf Facebook. Steinmeier dankte zudem den Helfern: „Mein Dank gilt den Einsatzkräften vor Ort.“

Der Tatort wurde am Dienstag wieder freigegeben. Die Straße in der Innenstadt werde noch gereinigt und sei dann wieder für Fußgänger und Autofahrer nutzbar, sagte ein Polizeisprecher vor Ort.

18 Kinder verletzt

Das Polizeipräsidium bat auch Verletzte, die nicht in ärztlicher Behandlung waren, sich zu melden. Am Dienstagmittag befanden sich noch 35 Menschen in stationärer Behandlung, wie die Polizei in Kassel mitteilte. Weitere wurden demnach ambulant behandelt. Die Zahl der verletzten Kinder liege bei 18, das jüngste sei drei Jahre alt. Wie stark die Kinder verletzt sind, war zunächst unklar.

Ein sogenanntes Gaffervideo hatte am Montag auch zu einer zweiten Festnahme geführt. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sagte, gegen den Festgenommenen werde wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Filmaufnahmen“ ermittelt. Ob es darüber hinaus einen Zusammenhang zu dem Vorfall gegeben habe, müsse noch ermittelt werden.

Polizei warnt vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des Täters

Noch am späten Montagabend hatte die Polizei vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des Täters gewarnt. „Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter“, schrieb die Polizei Nordhessen bei Twitter. „Teilen Sie keine Falschnachrichten!“, hieß es. Dazu stellte sie ein Bild, auf dem mehrere Menschen zu sehen sind, die neben einem Auto stehen. Ihre Gesichter wurden unkenntlich gemacht. Es würden derzeit Fotos kursieren, die angeblich die Festnahme des Täters zeigen sollen, hieß es in dem Tweet.

Die Karnevalisten in Hessen sagten eine Reihe geplanter Umzüge für Dienstag ab - viele hielten jedoch auch an ihren Plänen fest. Es gebe keine konkreten Hinweise darauf, dass sich die Gefährdungslage für die noch geplanten Umzüge im Land erhöht habe, teilte das hessische Innenministerium mit. Die Veranstalter der Umzüge wurden jedoch nachdrücklich dazu aufgefordert, ihre Sicherheitskonzepte nochmals zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

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Erstellt:
25. Februar 2020, 11:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Februar 2020, 17:29 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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