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Tennisclubs: Keine Lust auf „Freundschaftsspiele“

Baden-Baden (moe) – Seit vergangenem Wochenende wird wieder wettbewerbsmäßig Tennis gespielt. Innerhalb der Vereine gibt es aber unterschiedliche Herangehensweise bei der Teilnahme an der Medenrunde.

Seit dem Wochenende wird wieder serviert.Foto: F. Vetter/Archiv

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Seit dem Wochenende wird wieder serviert.Foto: F. Vetter/Archiv

Von Moritz Hirn

Seit dem vergangenen Wochenende heißt es wieder: Spiel, Satz und Sieg. Trotz der Corona-Wirrungen haben die Tennisvereine in Mittelbaden den Spielbetrieb auf Wettkampfebene aufgenommen. Der sportliche Wert dieser verkürzten Medenrunde bewegt sich freilich in ganz engen Grenzen, bereits frühzeitig hat der Badische Tennisverband (BTV) Auf- und Abstieg – abgesehen von den Badenligen – ausgesetzt. Insgesamt haben rund 40 Prozent der Mannschaften im hiesigen Bezirk 2 ihre Teilnahme am Wettbewerb abgesagt. Insgesamt wird das Spiel mit dem neongelben Filzball in den Vereinen ganz unterschiedlich gehandhabt.

Auf der einen Seite gibt es Clubs, die gänzlich auf Ballwechsel verzichten. Der Ötigheimer TC etwa hat seinen fünf Erwachsenenteams die Entscheidung selbst überlassen – letztlich entschieden sich alle unisono gegen die Teilnahme an der Medenrunde. Ähnlich sind auch viele andere Vereine bei der Entscheidungsfindung vorgegangen – mit teils völlig konträren Ergebnissen.

„Seitens der Clubführung gab es keine Vorgaben“, berichtet Vorstandsmitglied Daniel Friedmann von „individuellen“ Entscheidungen bei den rund zwei Dutzend Teams des TC Rot-Weiss Baden-Baden. Während die Herren I in der 1. Bezirksliga am Wochenende mit 8:1 in Ettlingen gewannen, blieb (und bleibt) das Racket der RW-Frauen in der Oberliga im Schrank. Friedmann skizziert eine der gewichtigsten Fragestellungen: Warum soll man hunderte von Kilometern fahren, um dann ohne Zuschauer spielen zu müssen, nicht duschen zu dürfen (Friedmann: „Das ist doch eklig!“) und auch im Nachgang nicht in geselliger Runde zusammensitzen zu können? Zur Erklärung: Zum Ende der Meldefrist Ende Mai waren Einschränkungen auf den Tennisanlagen noch deutlich weitreichender, als sie es aktuell sind.

Wäre die Freigabe von Doppelspielen, die – eingeschränkte – Duscherlaubnis und das coronakonforme Beisammensein früher erlaubt gewesen, „dann wäre sicher die Hälfte unserer Mannschaften dabei gewesen“, berichtet Markus Hartmann. Der Sportwart und Spieler des TC Bühl bedauert die „sehr kurzfristig“ erfolgten Lockerungen. Und so nehmen insgesamt nur zwei der 21 Bühler Teams am Spielbetrieb teil. Während die Männer in der 2. Bezirksliga aussetzen (Hartmann: „Bevor wir für ein Freundschaftsspiel nach Pforzheim fahren, spielen wir lieber hier.“), schlagen die Frauen des Clubs mit Verve auf. Das reichte zwar am Wochenende in der 1. Bezirksklasse beim TC Heidenstücker in Karlsruhe nur zu einem 2:7, zufrieden war man im TCB-Lager aber dennoch. „Das war ein sehr guter Auftritt“, berichtet Tanja Maurath von teils „ganz knappen Spielen“. Insgesamt musste die Bühler Übergangsteamchefin aber feststellen, dass in der neuen Spielklasse „ein ganz anderer Wind weht“.

Der TCB ist in der vergangenen Saison aufgestiegen und will die verkürzte Runde ohne drohenden Abstieg nutzen, „um uns an das Niveau zu gewöhnen“, wie die eigentliche, aber derzeit noch verletzte Mannschaftsführerin Kathrin Höll erklärt: „Aus unserer Sicht wäre es schwachsinnig gewesen, nicht an den Start zu gehen.“

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Erstellt:
24. Juni 2020, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

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