Badespaß vor Temperatursturz: Chaos an den Seen bleibt aus

Stuttgart(dpa/lsw) – Noch mal ins erfrischende Nass, bevor der Hochsommer eine kurze Pause einlegt: Zahlreiche Menschen haben am Wochenende die Badeseen und Freibäder angesteuert. Weil es nicht so voll wurde wie befürchtet, konnten sich die Lebensretter um andere Probleme kümmern.

Badespaß vor Temperatursturz: Chaos an den Seen bleibt aus

Eine Frau liegt bei sommerlichen Temperaturen an einem Badesee. Foto: Thomas Warnack/dpa/Symbolbild

Vor dem Temperatursturz am Sonntag haben Tausende am Wochenende erneut bei hochsommerlichen Temperaturen die Badeseen und Freibäder angesteuert. Das befürchtete Chaos blieb aber trotz Temperaturen von bis zu 37 Grad aus. An vielen Badestellen herrschte zwar Betrieb, allerdings hatten die Behörden in den vergangenen Tagen immer wieder vor einer Überfüllung gewarnt, Kontrollen verstärkt und einige Zugänge zu den Seen gesperrt.

Nach Einschätzung mehrerer Polizeisprecher könnte die unsichere Wetterlage den einen oder anderen davon abgehalten haben, einen Badesee aufzusuchen. „Das Wetter gibt's heute auch nicht her“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Karlsruhe.

Für den Nachmittag und Abend hatte der Wetterdienst vor starken Gewittern gewarnt, die einigen Menschen den Ausflug an den Badesee oder das Grillen im Garten kräftig verhagelt haben dürften. Am wärmsten war es am Samstag bundesweit mit 37,1 Grad in Bad Mergentheim-Neunkirchen (Main-Tauber-Kreis), wie der Meteorologe Tobias Reinartz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) mitteilte. Generell lagen die Temperaturen im Süden über 30 Grad. Am Freitag war im südbadischen Rheinfelden mit 38,5 Grad Celsius der bislang höchste Wert des Jahres gemessen worden.

Am Karlsruher Epplesee waren die Parkplätze am Samstag zwischenzeitlich zwar belegt, aber es drohten nach Polizeiangaben keine Sperrungen. „Alles im Rahmen“, sagte ein Sprecher. Die Polizei in Titisee-Neustadt im Schwarzwald sprach zwar von „erhöhtem Personenaufkommen“ am See. Es seien aber weniger Menschen unterwegs als zunächst befürchtet.

Am Opfinger See bei Freiburg hatten Badende ebenfalls ausreichend Platz, um das Sonnenbad zu genießen. Das größte Problem der DLRG am dortigen Badestrand: Wespenstiche. Auch am beliebten Baggersee in Kirchentellinsfurt bei Tübingen meldete die Polizei keine Zwischenfälle. Bürgermeister Bernd Haug hatte dort im Vorfeld mit der Sperrung des Sees gedroht, falls zu viele Besucher gezählt werden sollten.

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hält eine solche Schließung in Notfällen auch für sinnvoll. Es sei zwar nicht möglich, Zugänge generell zu kontrollieren, weil Badeseen öffentlicher Raum seien, sagte er. Dennoch müssten die Corona-Abstandsregeln eingehalten werden. „Die Pandemie schlummert nur“, warnte er. Daher sei es auch nachvollziehbar, wenn örtliche Behörden Badestellen komplett schließen würden, sollten sich zu viele Menschen dort aufhalten. Allerdings müsse eine solche Entscheidung bereits vor den Badetagen getroffen werden.

Bei der Sommerhitze hatten zahlreiche Gemeinden am Wochenende einen Ansturm von Besuchern befürchtet. Einige Kommunen hatten vorgesorgt: So hatte die Gemeinde Sipplingen am Bodensee bereits am Freitag einige Bereiche der Uferanlage und des Westhafens gesperrt. Diese Sperrungen sollen bis zum 15. September jeweils von Freitag bis Sonntag tagsüber gelten. Der Breitenauer See bei Obersulm (Kreis Heilbronn) ist bereits seit Freitag vergangener Woche gesperrt. Dort waren zuvor an einem einzigen Tag etwa 10 000 Menschen gezählt worden.

Badende haben in diesem Sommer nur wenige Alternativen. Wegen der Corona-Pandemie bleiben viele Freibäder geschlossen - oder sie lassen nur eine beschränkte Zahl von Besuchern ins Becken. Deshalb waren in den vergangenen Tagen bei schönstem Sommerwetter immer wieder Tausende an die Badeseen gekommen - von Abstand und Masken konnte da oft keine Rede mehr sein.