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Vier Fragen an: Deborah Maier und Axel Haase

Karlsruhe (marv) – Musikliebhaber konnten zu Hochzeiten der Corona-Pandemie – abgesehen von einigen kreativen Ausnahmen – keine Livekonzerte besuchen. Dafür wurde vor den Lockerungen sehr viel gestreamt. Einen anderen Ansatz verfolgen die Backyard Sessions.

Bringen klassische Musik in Karlsruher Hinterhöfe: Axel Haase und Deborah Maier.  Foto: Laura Albrecht

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Bringen klassische Musik in Karlsruher Hinterhöfe: Axel Haase und Deborah Maier. Foto: Laura Albrecht

Von Marvin Lauser

Bei den Backyard Sessions spielen Musikerinnen und Musiker der Karlsruher Staatskapelle auf Wunsch klassische Konzerte in Karlsruher Hinterhöfen. BT-Onlineredakteur Marvin Lauser hat den Initiatoren der Corona-Konzertreihe, Deborah Maier (Operndramaturgin am Staatstheater Karlsruhe) und Axel Haase (stellvertretender Konzertmeister der Staatskapelle Karlsruhe), vier Fragen gestellt.

BT: Frau Maier, Herr Haase, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Hinterhof-Konzerte anzubieten?

Deborah Maier und Axel Haase: Als die Theater Mitte März coronabedingt ihren Vorstellungsbetrieb einstellten, haben wir uns gefragt, wie trotzdem weiterhin Konzerte stattfinden könnten. Dann hörten wir von verschiedenen Kolleginnen und Kollegen der Badischen Staatskapelle, die selbst bereits Konzerte in Seniorenheimen und Krankenhäusern auf die Beine stellten. Frei nach dem Motto „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten kommen“ haben wir die Musik also direkt zu unserem Publikum nach Hause gebracht. Die Idee dabei ist, dass die Anwohnerinnen und Anwohner coronakonform von ihren Balkonen und Fenstern aus zuhören können, während wir im Hof spielen.

BT: Wer kann sich bei Ihnen um ein kostenloses Klassik-Konzert bewerben?

Maier/Haase: Alle Karlsruherinnen und Karlsruher, die einen Hinterhof haben. Einfach eine E-Mail mit einem Foto des Hinterhofs an backyard_sessions@gmx.de schicken, dann kommen wir zur Besichtigung und vereinbaren einen Termin für das Konzert. Plakate und Flyer mit Datum, Uhrzeit und Programm bringen wir ein paar Tage vorher vorbei. Ein ganz großes Dankeschön gilt an dieser Stelle unserem guten Freund Johannes Sack, der unsere Werbung entwirft, unseren Instagram-Account mit Inhalten füttert und uns auch sonst immer mit Rat und Tat zur Seite steht.

Karlsruher Musikliebhaber hören gebannt einem Streichquartett bei einer der Backyard Sessions zu.  Foto: David Panzer

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Karlsruher Musikliebhaber hören gebannt einem Streichquartett bei einer der Backyard Sessions zu. Foto: David Panzer

BT: Wie bereiten Sie sich auf das Konzert vor?

Maier/Haase: Erst einmal überlegen wir uns, welches Programm sich für welchen Hinterhof eignet. In einem kleineren Hof haben wir zum Beispiel vor ein paar Tagen ein Candle-Light-Konzert mit Geigenduos gespielt. In einem größeren hat das Trio Tirantes Jazz Standards als Sundowner zum Besten gegeben, für einen Hinterhof, in dem viele Familien wohnen, gab es „Die Zauberflöte“ als Kostprobe in 30 Minuten. Je nach Atmosphäre des Hinterhofs entwickeln wir also die Konzertprogramme und dann wird erst mal geprobt. Denn was die Qualität betrifft, machen wir keinen Unterschied zwischen der großen Bühne und den Hinterhöfen.

BT: Wie ist die Resonanz auf Ihr Angebot und wie reagieren die Menschen auf Ihre Hinterhofkonzerte?

Maier/Haase: Bisher hat noch niemand Eier oder Tomaten geworfen. Nein, im Ernst! Die Rückmeldungen sind sehr erfreulich. Die Menschen sind dankbar, dass sie in dieser Zeit nicht gänzlich auf Livemusik und Konzerte verzichten müssen und genießen die Möglichkeit, die Musikerinnen und Musiker so hautnah und exklusiv zu erleben. Außerdem wachsen die Nachbarn untereinander enger zusammen – trotz Mindestabstand.

„Vier Fragen an:“ ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind. Die Beiträge der Reihe werden sonntags auf der Homepage des Badischen Tagblatts veröffentlicht.


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