Vier Fragen an einen Spiele-Tester

Iffezheim (marv) – Der Iffezheimer Felix Brüggemann testet am Zentrum für didaktische Computerspielforschung der PH Freiburg, ob sich Spiele für den Unterricht eignen. Das BT macht den Selbstversuch.

Der Iffezheimer Felix Brüggemann will Grundschullehrer werden und studiert an der PH Freiburg Mathe und Politik. Foto: Philipp Schrodi

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Der Iffezheimer Felix Brüggemann will Grundschullehrer werden und studiert an der PH Freiburg Mathe und Politik. Foto: Philipp Schrodi

Von Marvin Lauser

Ich befinde mich mehrere Stockwerke über dem eiskalten Wasser, der Wind pfeift mir um die Ohren. „Jetzt bloß nicht nach unten schauen“, denke ich. Nur mit zwei Eispickeln, einem Karabinerhaken als Sicherung und dicker Funktionskleidung gegen die arktische Kälte ausgestattet, klettere ich den Eisberg hinauf, immer höher und höher. Beim Runterschauen ist mir mulmig zu Mute. Ich habe Höhenangst. Und das obwohl ich weiß, dass ich mich nicht in der Antarktis befinde, sondern in einem Wohnzimmer in Iffezheim. Ich teste das Virtual-Reality-Spiel „National Geographic Explore VR“ auf der Oculus Quest, einer VR-Brille mit Controllern. Im Spiel gibt es zwei Missionen. Auf der einen Mission gilt es auf einer Antarktis-Expedition Fotos von Kaiserpinguinen zu machen. Die andere führt nach Machu Picchu, der Inka-Ruinenstadt. Dort treffe ich auf täuschend echt aussehende Lamas, die spuckenden Bewohner der peruanischen Anden, die das Klischee, sofern man ihnen zu nahe kommt, sogleich erfüllen. „Gut, dass es sich nur um eine Simulation handelt“, denke ich mir.

Das ist das Interessante an Augmented und Virtual Reality. Mit Augmented Reality lässt sich unsere Realität um computeranimierte Inhalte erweitern. Das kann jeder sogleich selbst testen, sofern er ein aktuelles Smartphone besitzt: Dazu einfach Tiere wie Alligator, Braunbär oder Pferd googeln und auf „in 3-D ansehen“ drücken. Über 30 Tiere können so über die Smartphone-Kamera dargestellt werden. Das Ergebnis nennt sich Augmented Reality.

BT-Onlineredakteur Marvin Lauser macht den Selbsttest. Foto: Daniel Brüggemann

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BT-Onlineredakteur Marvin Lauser macht den Selbsttest. Foto: Daniel Brüggemann

Virtuelle Realitäten lassen sich beispielsweise mit der VR-Brille Oculus Quest erleben. BT-Onlineredakteur Marvin Lauser hat aber jedoch nicht nur den Selbstversuch mit der VR-Brille gemacht, sondern seinem Freund Felix Brüggemann, der studentische Hilfskraft bei einem Augmented- und Virtual-Reality-Projekt des Zentrums für didaktische Computerspielforschung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg ist, zu seiner außergewöhnlichen Tätigkeit auch vier Fragen gestellt.

BT: Felix, was machst Du als studentische Hilfskraft am Zentrum für didaktische Computerspielforschung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg?
Felix Brüggemann: Meine Aufgabe ist es, Apps für Virtual-Reality und Augmented-Reality-Geräte zu testen, diese dann in dafür vorgesehenen Datenbankmasken kurz zu beschreiben und zu bewerten, ob sie für den Einsatz im Unterricht geeignet sind. Also, ob sie sinnvoll unterstützend und/oder erweiternd dazu beitragen können, das jeweilige Unterrichtsziel zu erreichen. Zum Beispiel können bei naturwissenschaftlichen Fächern abstrakte und schwer vorstellbare Themen durch dreidimensionale, interaktive Illustrationen greifbarer und verständlicher dargestellt werden. Durch eine begleitende Erzählstimme und ergänzende textliche Erklärungen werden so im besten Fall fast alle Sinne angesprochen.

BT: Wie bist Du zu diesem Studentenjob als Spiele-Tester gekommen?
Brüggemann: Eine gut befreundete Kommilitonin hat mich Anfang des Jahres am Tag der Lehre und des Lernens der PH zu einem Seminar von Dr. Lisa König (mit Prof. Dr. Jan Boelmann und Janek Stechel bildet Sie die Leitung des Zentrums) mitgenommen, bei dem Text- und Filmpassagen der Harry-Potter-Reihe unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert wurden. Das fand ich sehr spannend und interessant, weswegen ich zu den weiteren Treffen nach Rücksprache mit ihr ebenfalls kommen und mitmachen durfte. Im vergangenen Semester habe ich dann eine weitere Vorlesung („Literarisches Lernen und Medienbildung“) im Rahmen meines Studiums bei ihr besucht. Ich fand auch dieses Seminar sehr interessant. Anschließend wurde mir dann die Stelle angeboten.

Oculus Quest mit Controllern. Die VR-Brille kommt am Zentrum für didaktische Computerspielforschung der PH Freiburg zum Einsatz. Symbolfoto: Andrea Warnecke/dpa/Archiv

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Oculus Quest mit Controllern. Die VR-Brille kommt am Zentrum für didaktische Computerspielforschung der PH Freiburg zum Einsatz. Symbolfoto: Andrea Warnecke/dpa/Archiv

BT: Was war das Aufregendste, dass Du mit der VR-Brille bisher erlebt hast?
Brüggemann: Das erste Mal die VR-Brille aufzusetzen, die Controller in die Hand zu nehmen und sich dann in einem virtuellen Raum mit interaktiven Elementen zu befinden, die auf Kopfbewegungen reagieren, ist schon sehr cool und aufregend. Auf Ingame-Szenen bezogen, fand ich die Anfangssequenz der App „Mission ISS“ sehr beeindruckend und atemraubend, da man aus dem Weltraum heraus auf die Erde hinabblickt und die ISS an einem vorbeischwebt. Da ist dann das innere, staunende Kind zum Vorschein gekommen.

BT: Gibt es auch Aufgaben, die Dir keinen Spaß machen?
Brüggemann: Bis jetzt war noch keine dabei. Manche Spiele sind schlechter als andere und das Testen deswegen zum Teil etwas mühseliger. Das ist aber nichts Außergewöhnliches, denke ich. Also nein.

Vier Fragen an:“ ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind. Die Beiträge der Reihe werden sonntags auf der Homepage des Badischen Tagblatts veröffentlicht.

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Vier Fragen an einen Spiele-Tester
Mission Machu Picchu: Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Südamerikas hat BT-Redakteur Marvin Lauser virtuell bereist. Symbolfoto: Isabelle Schmidt/dpa/Archiv

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Vier Fragen an einen Spiele-Tester
Kaiserpinguine, wie auf diesem Foto, gibt es computeranimiert auch im Spiel, allerdings sehen sie im Display der VR-Brille nicht ganz so prächtig aus. Beeindruckend sind die Bilder im BT-Test trotzdem. Symbolfoto: BAS/PA Media/dpa

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Szenen wie diese lassen sich mit dem Virtual-Reality-Spiel „National Geographic Explore VR“ im heimischen Wohnzimmer beobachten. Symbolfoto: Liu Shiping/XinHua/dpa

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Mit der VR-Brille Oculus Quest und den zugehörigen Controllern testet der Iffezheimer Lehramtsstudent Felix Brüggemann am Zentrum für didaktische Computerspielforschung an der PH Freiburg Spiele. Foto: Philipp Schrodi

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Mit der VR-Brille Oculus Quest und den zugehörigen Controllern testet der Iffezheimer Lehramtsstudent Felix Brüggemann am Zentrum für didaktische Computerspielforschung an der PH Freiburg Spiele. Foto: Philipp Schrodi


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