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Was Bond-Erfinder Fleming an seine Geliebte schrieb

Stuttgart (cl) – Deutschlands wichtigste Antiquariatsmesse beginnt am 24. Januar in Stuttgart. Vom Wiegendruck bis zum Bilderbuch gibt es dort jede Menge reizvolle Bücher. „Bei uns kann man auch für wenig Geld etwas finden“, sagt Norbert Munsch vom Verband der Antiquare (Foto: Messe).

Die botanische Buchillustration stammt aus dem „Hortus Eystettensis“ des Nürnberger Apothekers Basilius Besler.

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Die botanische Buchillustration stammt aus dem „Hortus Eystettensis“ des Nürnberger Apothekers Basilius Besler.

Von Christiane Lenhardt

Auf der ehrwürdigen Antiquariatsmesse Stuttgart wird es erstmals Talkrunden auf dem „Roten Sofa“ geben –  dies ist ein weiteres Angebot für Besucher, die keine bibliophilen Kenner sind. „Wir wollen ein neues Diskussionsforum etablieren und vielseitige Einblicke in die faszinierende Welt wertvoller Bücher geben“, sagt Norbert Munsch vom Verband Deutscher Antiquare, der die Messe seit bald 60 Jahren veranstaltet, im BT-Gespräch.

Neu ist auch der Preis für junge Sammler, dotiert mit 1 000 Euro. Insgesamt sollen drei Preisträgerinnen und Preisträger prämiert werden – einer von ihnen wird beim täglichen Talk über seine Sammelleidenschaft sprechen.

Wenn am kommenden Freitag in den Räumen des Württembergischen Kunstvereins am Stuttgarter Schlossplatz die 59. Antiquariatsmesse beginnt, ist wieder Ausnahmezustand für Händler und für Sammler zugleich – angeboten wird, was die Regale tragen können, vom Wiegendruck bis hin zur Grafik des 20. Jahrhunderts. Die dreitägige Veranstaltung hat sich über mehr als ein halbes Jahrhundert hin längst international als eine der wichtigsten Antiquariatsmessen etabliert, Buchfreunde und Sammler aus ganz Deutschland und aus dem Ausland kommen.

Entsprechend opulent ist das Angebot der 74 deutschen und internationalen Antiquare und Galerien. Zu den teuersten angebotenen Stücken gehört das Stundenbuch „Horae B. M. V. für den Gebrauch von Paris“ aus dem ersten Jahrzehnt nach 1400, entstanden im damaligen Schmelztiegel der Buchmalerei mit einer Miniatur eines unbekannten Meisters. Das renommierte Schweizer Antiquariat Bibermühle von Heribert Tenschert gibt den Preis mit 680 000 Euro im Katalog an, auch die botanische Buchillustration „Hortus Eystettensis“ des Nürnberger Apothekers Basilius Besler aus dem 17. Jahrhundert ist (für 280 000 Euro angeboten) ein Highlight.

Zum Hölderlin-Jahr, das am 15. Februar von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann im neugestalteten Hölderlinturm in Tübingen eröffnet wird, steuert auch die Antiquariatsmesse Spezielles bei: 12 000 Euro sind für die Erstausgabe von Hölderlins Gedichten aufgerufen, 20 000 Euro für seinen Eremiten „Hyperion“.

Dass der Erfinder von James Bond, der britische Autor Ian Fleming, leidenschaftliche Briefe an eine Geliebte in Österreich schrieb, bezeugt die Korrespondenz von 1934/35 des Londoner Antiquariats von Peter Harrington, die unveröffentlicht sei, wie der Händler mitteilt. Zur Hochzeit mit der Angebeteten, Edith von Morpurgo, kam es jedoch nie.

Die Bilderbuchkunst – wie „Das wunderliche Bilderbuch“ von Grethe Jürgens (um 1935 gedruckt) – ist nicht nur im Antiquariatsangebot oder in reichhaltiger Druckgrafik-Auswahl (von Canaletto bis Feininger), sondern auch in der Sonderausstellung der Messe vorhanden: Zu sehen sind Exponate aus der Sammlung von Friedrich C. Heller.

Antiquaria Ludwigsburg startet schon heute

Bei aller Farbenpracht hat die Welt der alten Bücher in Stuttgart seit etlichen Jahren erhebliche Konkurrenz – wie der Buchhandel generell – durchs Internet. „Natürlich spürt der Antiquariatshandel auch den Online-Verkauf – aber je hochwertiger die Ware, desto wichtiger für den Sammler ist das persönliche Gespräch mit dem Händler“, sagt Verbandschef Munsch: „Auf der Messe hat der Buchliebhaber die Chance, Stücke zu erwerben, die er ansonsten nicht so oft findet.“ Die Vorbereitungen auf die Messe seien ordentlich gelaufen, der Katalogversand habe zu vielen Rückmeldungen geführt, das Stimmungsbarometer unter den Ausstellern sei entsprechend gut, erklärt der Messechef zufrieden und fügt hinzu: „Bei uns kann man auch für wenig Geld etwas finden.“

Eine „erfreuliche Kooperation“, so Munsch, pflegt die große Antiquariatsmesse Stuttgart mit der etwa zeitgleich laufenden Antiquaria in Ludwigsburg. Die 34. Ausgabe beginnt am heutigen Mittwoch in der historischen Musikhalle, wo morgen der renommierte Preis für Buchkultur vergeben wird; sie läuft bis Samstag.

Die Antiquariatsmesse Stuttgart schließlich dauert vom 24. bis 26. Januar.

Was Bond-Erfinder Fleming an seine Geliebte schrieb

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„Das wunderliche Bilderbuch“ (um 1935) von Grethe Jürgens, angeboten bei Antiquariat Keune. Antiquariatsmesse

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„Das wunderliche Bilderbuch“ (um 1935) von Grethe Jürgens, angeboten bei Antiquariat Keune. Antiquariatsmesse

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Erstellt:
22. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 48sec

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