Wolfgang Grenke nimmt Stellung

Von Jürgen Volz

Baden-Baden (vo) – Wolfgang Grenke, Gründer der Grenke AG, hat am Donnerstag Stellung zu den gegen ihn und die AG erhobenen Vorwürfen bezogen. Er habe keine Zahlungen von der CTP erhalten.

Wolfgang Grenke nimmt Stellung

Wolfgang Grenke hat zu den gegen ihn und die Grenke AG erhoben Vorwürfen Stellung bezogen. Archivfoto: Marijan Murat/dpa

Der Gründer der Grenke AG, Wolfgang Grenke, hat am Donnerstagnachmittag Stellung genommen im Zusammenhang mit dem Baden-Badener Leasing- und Finanzdienstleiter. Am Dienstag hatte der britische Investor Fraser Perring über dessen Plattform Viceroy Research schwere Anschuldigungen des Betrugs. der Bilanzfälschung und der Geldwäsche gegen die Grenke AG erhoben. Außerdem nahm Fraser Perring die Rolle des Firmengründers Wolfgang Grenke als Gesellschafter einer Handels- und Beteiligungsgesellschaft, die Anlaufkosten und Aufbau von Franchiseunternehmen finanziert, ins Visier.

Hierzu betonte Wolfgang Grenke, dass er neben seiner Rolle als Aktionär mit einer rechnerischen Beteiligung von etwa acht Prozent an der Grenke AG seit Januar 2020 auch alleiniger Gesellschafter der Samoca AG und damit mittelbarer Gesellschafter der CTP-Handels- und Beteiligungs GmbH mit Sitz in Wien ist. Diese beteiligt sich gemeinsam mit den jeweiligen Geschäftsführern der Franchiseunternehmen und weiteren Finanzinvestoren an den Franchiseunternehmen.

Bis zur (mittelbaren) Übernahme der CTP GmbH durch ihn Ende Januar 2020 seien weder die Grenke AG, noch er selbst weder an der CTP GmbH oder mit dieser verbundenen Strukturen beteiligt gewesen, noch hätten sie diese kontrolliert oder vertreten, heißt es in der Stellungnahme. Wolfgang Grenke selbst habe keine Zahlungen von der CTP oder den Unternehmen der verbundenen Strukturen erhalten.

Vorstandsvorsitzende und Finanzchef wollen sich am Freitag äußern

Mit der Übernahme der CTP seien auch Organfunktionen offenkundig durch Wolfgang Grenke übernommen worden, was dem Vorwurf von Fraser Perring einer gelebten Intransparenz erkennbar zuwiderlaufe, heißt es in der Stellungnahme.

Am Freitagnachmittag wollen sich die Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky und Finanzchef Sebastian Hirsch gemeinsam mit Wolfgang Grenke sowie dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst-Moritz Lipp zu den Vorwürfen gegen die Grenke AG äußern. Vorstand und Aufsichtsrat sehen alle Vorwürfe weiterhin als unbegründet an, heißt es in einer Stellungnahme. Gemeinsam mit seinen Rechtsberatern prüfe die Grenke AG derzeit auch die Einleitung rechtlicher Schritte gegen Viceroy Research.

Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage mit einem Kursabsturz von mehr als 50 Prozent, hat sich der Aktienkurs der Grenke AG wieder etwas erholt. Am Donnerstagnachmittag legte das Papier im Börsenhandel zeitweise um fast 30 Prozent zu.