Xenia ist eine echte Seltenheit

Karlsruhe (red) – Jeden ersten Samstag im Monat präsentiert das BT mit dem Zoo Karlsruhe ein Zootier. Unter der Rubrik „Im Zoo zu Hause“ lernen Kinder im Dezember die Przewalski-Stute Xenia kennen.

Xenia lebt im Tierpark Oberwald, der zum Zoo Karlsruhe gehört. Foto: Janina Hamhaber/Zoo Karlsruhe

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Xenia lebt im Tierpark Oberwald, der zum Zoo Karlsruhe gehört. Foto: Janina Hamhaber/Zoo Karlsruhe

Von BT

Dass es mich und meine Artgenossen überhaupt noch gibt, habe ich hauptsächlich den Zoos zu verdanken. In der Natur waren wir sogar bereits ausgestorben. Mein Name ist Xenia, ich bin elf Jahre alt und ein Przewalski-Pferd, das sind die letzten Wildpferde. Ich lebe zusammen mit meiner Schwester Rulgana im Tierpark Oberwald. Der gehört zum Zoo Karlsruhe, liegt aber etwas entfernt mitten im Wald. Dort gibt es noch viele weitere Tiere wie zum Beispiel Elche oder Wisente.

Die Pferde, die sonst heute leben, sind alles vom Menschen gezüchtete Tiere. Diese stammen aber wahrscheinlich auch von meinen Vorfahren ab. Przewalski-Pferde lebten früher in einem sehr großen Gebiet, das vom europäischen Teil Russlands bis nach China reichte. Dort bewohnten wir die großen Steppenlandschaften. Das sind Gebiete, in denen es eher trocken ist, kaum Bäume vorhanden sind, es dafür große, weite Grasflächen gibt.

„Meine Vorfahren wurden stark bejagt“

Es wurden immer weniger Wildpferde, da die Menschen meine Verwandten früher sehr stark jagten. Im Jahr 1969 wurde das letzte Przewalski-Pferd in der Natur beobachtet. Danach gab es uns nur noch in Tierparks und Zoos. Dort wussten die Menschen aber um unsere Besonderheit als letzte Wildpferde. Deshalb haben sie sich untereinander zusammengeschlossen, um die Art erfolgreich zu züchten. Als es wieder genügend Przewalski-Pferde in den Zoos gab, konnten dann ab 1992 kleinere Herden zurück in die Natur gebracht werden. Dabei waren auch im Zoo Karlsruhe geborene Tiere. Mittlerweile leben wieder mehr als 2.000 Przewalski-Pferde in Reservaten und Nationalparks in Deutschland, Österreich, einigen Ländern Osteuropas, China, der Mongolei und in Kasachstan.

Den ungewöhnlichen Namen haben wir vom russischen Expeditionsreisenden Nikolai Michailowitsch Przewalski. Als er 1878 das Fell und den Schädel eines von Jägern geschossenen Tieres von einer seiner Expeditionen nach St. Petersburg brachte, gab es schon nicht mehr viele meiner Artgenossen. In einem Museum wurde dann festgestellt, dass es sich um eine eigene Art handelt.

Selten – und ganz schön neugierig

Wir sind aber nicht nur besonders selten, sondern auch sehr neugierig – und vor allem immer hungrig. Denn unsere liebste Beschäftigung ist das Fressen, damit verbringen wir die meiste Zeit. Mein Lieblingsfutter besteht aus Gräsern, Kräutern, Blättern und Zweigen. Aber ich mag auch sehr gerne Rüben, die ich immer mal wieder von unseren Tierpflegern bekomme, die sich um uns im Tierpark Oberwald kümmern.

Da ich ein echtes Wildtier und kein Haustier bin, lasse ich mich von Fremden nicht so gerne anfassen und bin viel schreckhafter als die vom Menschen gezüchteten Pferderassen. Kenne ich etwas nicht, laufe ich lieber weg. Wer mich und meine Schwester einmal genauer beobachten möchte, kann das gerne im Tierpark Oberwald machen, sobald wieder Besuche in Zoos und Tierparks erlaubt sind.

Im November war das Zootier des Monats das Stumpfkrokodil Rangu.

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Erstellt:
5. Dezember 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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