ZG Raiffeisen zahlt 4,9 Millionen Euro

Karlsruhe (red) – Die ZG Raiffeisen eG und das Bundeskartellamt haben sich auf den Abschluss des Kartellermittlungsverfahrens zum Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln geeinigt.

Das Bundeskartellamt und die ZG Raiffeisen haben sich im Streit um angebliche Absprachen beim Verkauf von Pflanzenschutzmitteln geeinigt. Foto: Henning Kaiser/dpa

Das Bundeskartellamt und die ZG Raiffeisen haben sich im Streit um angebliche Absprachen beim Verkauf von Pflanzenschutzmitteln geeinigt. Foto: Henning Kaiser/dpa

Im Rahmen des einvernehmlichen Ausgangs zahlt das Karlsruher Unternehmen einen Betrag in Höhe von 4,9 Millionen Euro und zieht gleichzeitig seinen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid vom Januar zurück, wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung heißt. „Mit Blick auf die Weiterentwicklung des Unternehmens in den kommenden Jahren war es entscheidend für uns, Planungssicherheit zu haben und einen zu erwartenden langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden“, begründet der Vorstandsvorsitzende Dr. Ewald Glaser diesen Schritt.

Im Januar hatte das Bundeskartellamt nach fast fünf Jahre dauernden Untersuchungen Bußgelder gegen 13 private und genossenschaftliche Agrarhändler wegen möglicher wettbewerbsbeschränkender Absprachen auf dem deutschen Großhandelsmarkt für Pflanzenschutzmittel verhängt. Sie beliefen sich auf insgesamt fast 155 Millionen Euro. Laut Kartellbehörde hätten die Unternehmen seit dem Jahr 1998 bis zu Durchsuchungen im März 2015 jeweils im Frühjahr und Herbst ihre Preislisten für Pflanzenschutzmittel miteinander abgestimmt.

„Kein Nachteil entstanden“

„In unserem Einzugsgebiet herrschte und herrscht eine sehr hohe Wettbewerbsintensität“, so Glaser. „Die Preise für Pflanzenschutz werden üblicherweise in Abhängigkeit von Menge, Logistik, Zahlungsziel und Beratungsleistung individuell mit dem Kunden verhandelt. In seiner Pressemitteilung vom 13. Januar schreibt das Bundeskartellamt ausdrücklich über abgestimmte ‚rabattfähige Brutto-Preislisten‘ und nicht über gemeinsam festgelegte Rabatte. Deshalb sind wir nach wie vor die Auffassung, dass für unsere Kunden und Mitglieder kein finanzieller Nachteil entstanden ist.“ Im Gegenteil sorge die hohe Wettbewerbsintensität im deutschen Agrarhandel für ein im Vergleich zu den benachbarten europäischen Ländern sehr niedriges Preisniveau bei Pflanzenschutzmitteln.

Da das Bundeskartellamt seinen Vorwurf trotz der Argumentation der ZG Raiffeisen aufrechterhält, stimmte das genossenschaftliche Unternehmen der Einigung zu und akzeptiert damit das Bußgeld. Die Höhe der Summe sei schmerzhaft, beeinträchtige aber die Leistungsfähigkeit und finanzielle Solidität der ZG Raiffeisen in keinerlei Hinsicht, betont der Vorstandsvorsitzende.

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14. April 2020, 14:19 Uhr
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