Zwei Mitarbeiter hoher Strahlendosis ausgesetzt

Karlsruhe (red) – Ein Vorfall in einer nicht näher genannten Firma ruft das Regierungspräsidium auf den Plan. Radioaktive Stoffe seien aber nicht in die Umwelt gelangt, so das RP.

Bei einem Störfall sind zwei Personen einer erheblichen Strahlenbelastung ausgesetzt worden. Symbolfoto: Sauer/dpa

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Bei einem Störfall sind zwei Personen einer erheblichen Strahlenbelastung ausgesetzt worden. Symbolfoto: Sauer/dpa

Bei einem Störfall in einer Firma sind zwei Mitarbeiter einer erheblichen Strahlenbelastung ausgesetzt worden. Das teilte das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe mit, ohne nähere Angaben zur Firma zu machen.

Demnach sei dem RP als zuständiger Aufsichtsbehörde am 17. Dezember von der amtlichen Messstelle mitgeteilt worden, dass zwei Dosimeter einer Firma, die im Bereich der zerstörungsfreien Materialprüfung tätig ist, Dosiswerte von 30 beziehungsweise 100 Millisievert aufwiesen. Die Firma war zu diesem Zeitpunkt noch davon ausgegangen, dass es sich um einen Fehler handelte.

RP spricht vorsorgliches Beschäftigungsverbot aus

Nachdem die Erklärung der Firma nach Prüfung nicht in allen Teilen plausibel war, sprach das Regierungspräsidium am 7. Januar für die beiden betroffenen Mitarbeiter vorsorglich ein Beschäftigungsverbot als strahlenexponierte Personen aus und ordnete eine medizinische Untersuchung an. Nach deren Auswertung wurde deutlich, dass es zu einem ungeplanten Vorfall mit hoher Strahlenexposition gekommen war. Die beiden Mitarbeiter hatten unter Missachtung der vorgeschriebenen Schutzvorschriften Prüfungsvorbereitungen in einem Strahlenschutzlabor durchgeführt und dabei nicht bemerkt, dass die Strahlenquelle nicht in ihrer dafür vorgeschriebenen abgeschirmten Position war.

Keine Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umwelt

Der in der Bundesrepublik Deutschland geltende Jahresgrenzwert für die effektive Dosis für beruflich exponiertes Personal von 20 Millisievert war in beiden Fällen überschritten. Weitere Personen waren nicht betroffen, es kam zu keiner Freisetzung von radioaktiven Stoffen in die Umwelt, so die Behörde. Der Vorfall wurde als bedeutsames Vorkommnis dem Umweltministerium Baden-Württemberg gemeldet. Da der festgelegte Jahresgrenzwert der Strahlenexposition für beruflich exponierte Personen weit überschritten war, wurde der Vorfall nach der Internationalen Nuklearen und Radiologischen Ereignisskala (INES) vom Umweltministerium vorläufig in die Stufe 2 (Störfall) eingeordnet und dem Bundesumweltministerium gemeldet.

Die Firma hat inzwischen erste Maßnahmen ergriffen, um eine Wiederholung sicher auszuschließen. Weitere technische, personenunabhängige Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter werden ergriffen. Die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens werde derzeit geprüft, so das Regierungspräsidium.

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Erstellt:
24. Februar 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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