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Testament-Erbvertrag
In Testament und Erbvertrag kann der Erblasser über die gesetzlichen Vorgaben des Erbrechts hinaus festlegen, wem er was wann und in welcher Form hinterlassen möchten. Die beiden Dokumente unterscheiden sich jedoch in ihrer Ausgestaltung sowie in ihren Rechtswirkungen erheblich. Welche Form der Nachlassregelung die jeweils passende ist, hängt stark von der persönlichen Situtation des Erblassers ab. Liegt keines dieser Dokumente vor, greift die gesetzliche Erbfolge.
Beide Dokumente können folgende Dinge festlegen:
Erben einsetzen, eine Enterbung aussprechen, Pflichtteile begrenzen, ein Vermächtnis oder eine Auflage zuweisen, Aufteilungen und Ausgleichspflichten zwischen den Erben regeln sowie die Testamentsvollstreckung anordnen.

Testament
Das Testament muss zu Lebzeiten handschriftlich verfasst werden sowie mit Orts- und Datumsangabe und der Unterschrift des Erblassers versehen sein. Ein Testament bedarf keiner notariellen Beurkundung. Es macht jedoch dennoch Sinn, einen Notar in die Testamentsverfassung einzubinden. Dann erfolgt automatisch eine Rechtsberatung; zudem hat ein notariell beurkundetes Testament höhere rechtliche Bindekraft. Dies bedeutet, dass die Hinterbliebenen manche Rechtsgeschäfte lediglich auf Basis des Notars-Testaments tätigen können, ohne einen Erbschein beantragen zu müssen. Ein Testament kann auch - anders als der Erbvertrag - immer wieder selbst geändert werden. Tauchen nach einem Todesfall mehrere Testamente auf - vielleicht gar mit widersprüchlichem Inhalt - erlangt in der Regel das Dokument Rechtsgültigkeit, das mit dem jüngsten Datum versehen ist.
Das Testament kann auch amtlich verwahrt werden. Die Nachlassabteilungen der Amtsgerichte bieten diese Möglichkeit gegen eine geringe Gebühr an. Hierdurch ist sichergestellt, dass das Testament auch gefunden wird. Stirbt eine Person, wird das Standesamt ihres Geburtsorts informiert. Dieses meldet den Todesfall an das Nachlassgericht, das das hinterlegte Testament dann eröffnet.
Generell gibt es drei Formen des Testaments: das Einzel-Testament, das Ehegatten-Testament und das Berliner Testament. Beim Einzel-Testament regelt der Erblasser nur für seinen persönlichen Besitz den Nachlass. Beim Ehegatten-Testament verfügen zwei Ehepartner für den Erbfall gemeinsam über ihren Besitz. Beim Berliner Testament legen die Ehepartner fest, dass sie sich zunächst gegenseitig beerben. Erst wenn der länger lebende Ehepartner ebenfalls verstirbt, kann der Besitz an Dritte vererbt werden.

Erbvertrag
Der Erbvertrag wird zwischen mindestens zwei Personen geschlossen. Er kann nicht einseitig gekündigt werden, außer bei gravierenden Verfehlungen. Hat der Erblasser kein Rücktrittsrecht im Vertrag verankert, kann der Vertrag nur aufgehoben oder geändert werden, wenn gesetzliche Rücktrittsgründe vorliegen, die einen Entzug des Pflichtteils bedeuteten - beispielsweise der Begünstigte den Erblasser misshandelt oder ihm gar nach dem Leben trachtet. Zudem kann ein Rücktritt erfolgen, wenn der Begünstigte sich zu Leistungen (bspw. Pflege oder Unterhalt) für den Erblasser bis zu dessen Tod verpflichtet hat, diesen Leistungen aber nicht mehr nachkommen kann (bspw. wegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit).
Der Erbvertrag muss immer von einem Notar beurkundet werden.

Gesetzliche Erbfolge
Werden keine individuellen Regelungen getroffen, greift die gesetzliche Erbfolge. Hier werden Ehepartner, eingetragene Lebenspartner sowie sonstige Angehörige nach Grad der Verwandschaft mit Erbteilen bedacht. Aber Achtung: Lebensgefährten, die nicht durch individuelle Regelungen berücksichtigt werden, gehen bei der gesetzlichen Erbfolge leer aus. Generell kann ein Erbe auch ausgeschlagen werden. Wer ein Vermächtnis (zumeist ein Geldbetrag oder bestimmter Gegenstand) erhält, gilt nicht als Erbe, hat aber einen festen Anspruch gegenüber diesen.

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