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85-Jähriger will bei Frankfurt-Marathon aufs Treppchen
Vier Stunden lang auf Achse: Arne Haase im Aumattstadion.  Foto: Hecker-Stock
18.10.2017 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - "Ich will noch Deutscher Meister werden" sagt Arne Haase zielstrebig. Der Mann, der sich am Telefon verschmitzt mit "mein Name ist Haase" meldet, startet am 29. Oktober beim Frankfurt-Marathon und will in seiner Altersklasse als 85-Jähriger aufs Siegertreppchen.

Der im holsteinischen Heide geborene Haase büxte nach einem "Dreiviertel Semester" Physik in Berlin aus und absolvierte in Hamburg eine Banklehre. Ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und ein Steuerberaterexamen schlossen sich an. Worauf er für die Kreditanstalt für Wiederaufbau etliche Sanierungsfälle im Osten der Republik übernahm, bis es dort für ihn nichts mehr zu tun gab. Bei einem Besuch in der Kurstadt konnte er sich für die hiesige Gegend so sehr erwärmen, dass er der "wunderbaren Bergwelt" des Tegernsee den Rücken kehrte und Weihnachten 2000 hierher übersiedelte.

Im Schulsport sei er früher immer eine "total unsportliche Flasche" gewesen, erinnert sich Arne Haase nur ungern an vergangene Mühsal. Zum Laufen kam er per Zufall über einen Nachbarn, der für seine Trainingsrunden im Winter bei Glatteis wohl einen Aufpasser brauchte, "falls er irgendwo ausrutscht". So wurde der Mann, der in seinem Leben nie auch nur einer Straßenbahn hinterhergerannt war, bei seinem ersten 5000-Meter-Lauf gleich richtig geprüft. Ohne vorher besonders ausgiebig trainiert zu haben, meldete sich Arne Haase schon bald darauf für seinen ersten Marathon an, den er am 13. Mai 1984 in Frankfurt in 3:31 Stunden bewältigte, was Platz 192 bedeutete. Und damit hatte ihn das Virus gepackt.

"Laufen ist die beste Medizin", weiß er heute. Nach einer Zeit, in der es ihm sehr schlecht ging, fand er über den Film Didi Hallervordens "Sein letztes Rennen" wieder zurück zum Laufen. Inzwischen hat Haase 13 Marathonläufe absolviert, fünf davon in Frankfurt, und 17 Halbmarathons. Im Jahr 2014 wurde er beim Karlsruhe-Marathon Badischer Rekordmeister seiner Altersklasse M80 und Dritter der Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Freiburg, ein Jahr später belegte er in Frankfurt den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Beim Hundseck-Berglauf im Vorjahr erzielte er einen ersten Platz bei den Landes-Meisterschaften, und auch beim 100-Kilometer-Lauf im Schweizer Biel war Arne Haase dabei. Er will damit Vorbild sein und zeigen, dass jeder in jedem Alter noch zu den Laufschuhen greifen und durchstarten kann.

Er trainiert dreimal pro Woche, am Tag des BT-Interviews hatte er einen Vier-Stunden-Lauf in den Knochen. Seine zweieinhalbstündige Trainingsstrecke führt ihn meist hoch auf den Merkur und über die Wolfsschlucht zurück in die Quettigstraße. Erst vor wenigen Wochen ist der Unermüdliche wieder den Halbmarathon beim Hundseck gelaufen und dabei trotz beträchtlicher Höhendifferenz nicht langsamer geworden. In der Allee rannte er 35 Kilometer - "dann schaffe ich die sieben bis zum Marathon auch noch", gibt er sich siegessicher. Seine Fitness sieht er auch in seiner ausgewogenen Ernährung mit vegetarischer Vollwertkost begründet. Für sein Marathon-Abenteuer am 29. Oktober in Franfurt, bei dem der 85-Jährige als ältester Läufer Deutschlands antritt, kann man dem liebenswerten Sportler nur alle Daumen drücken.

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