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Prost Neujahr zwei Minuten zu spät
02.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Irene Schröder

Baden-Baden - In Baden-Baden gehen die Uhren bekanntlich etwas anders, und so wird auch der Jahreswechsel schon mal rund zwei Minuten später auf der offiziellen Uhr im Bénazetsaal angezeigt. Aber was macht das schon, wenn das Gesamtprodukt zum Jahreswechsel 2017/18 einfach die beste Wahl zur Feier dieses ganz besonderen Abends ist?

2017 war ja bekanntlich ein höchst wichtiges Jahr in Sachen Wahl, deren Ausgang sich in den nächsten Wochen ja möglicherweise endlich in einer arbeitsfähigen Regierung niederschlägt - wer sich rechtzeitig entschieden hatte, den Silvesterabend im Kurhaus Baden-Baden zu verbringen, brauchte nicht lange für die Bildung einer fröhlichen, sehr großen Koalition. Auf Geheiß von Gastgeber Markus Priester, der im Auftrag der Baden-Baden Events mit routiniertem Charme durch den Abend führte, herrschte bei der Besetzung der Tanzfläche Damenwahl - und die tanzfreudigen Herren ließen sich nicht lange bitten. Sowohl die Casino-Band Baden-Baden als auch das Björn Vüllgraf Orchestra warteten mit gepflegtem Sound und hervorragenden Solisten auf - bei erfreulich dezenter Lautstärke.

Die Kürweltmeisterschaften der Professionals in den lateinamerikanischen Tänzen am 14.April in Baden-Baden haben Tanzfans schon lange im Kalender eingetragen. Einen Vorgeschmack auf dieses Großereignis gaben die Küreinlagen der fünffachen deutschen Meister Nina Trautz und Valera Musuc, die erstmals die sehr klassisch-romantische Choreographie zeigten, mit der sie sich in Baden-Baden der Konkurrenz der Weltbesten, darunter Oxana Lebedew und Pavel Zvychaynyy aus Baden-Baden, stellen wollen.

Geradezu Weltmeisterliches leistete an diesem Abend die Kurhausküche, die die rund 670 Gäste im ausverkauften Saal mit feinen Krustentier-Variationen, Heilbutt auf grünem Spargel mit Thaiycurry und Papaya, Rinderfilet mit Trüffel-Polentanocken und raffiniert garniertem Schokoladenparfait verwöhnte.

Immer wieder loben vor allem auswärtige Ballbesucher die einmalige Atmosphäre im Kurhaus. An diesem Abend lernten sie die Kurstadt gleich noch besser kennen, denn Markus Priester hatte das neue Baden-Baden-Quiz als "roten Faden" seiner Moderation gewählt. So wissen die Gäste jetzt nicht nur, wem sie den klassizistischen Festort zu verdanken haben, sondern auch, dass es neben diesem Weinbrennerbau in Baden-Baden rund 1400 Gebäude unter Denkmalschutz und 28917 potentielle Tanzpartnerinnen gibt - die natürlich nicht unter Denkmalschutz stehen.

Keinerlei Nachhilfe in Sachen Baden-Baden hatte der Stargast des Abends nötig: Marc Marshall zählt schließlich wie sein Vater Tony zu den bekanntesten Gesichtern der Stadt. Seine Erwählung für die Besetzung einer der schwierigsten Showaufgaben im Entertainerjahr, der letzten Stunde vor Mitternacht, war ein echter Volltreffer. Gemeinsam mit dem Björn Vüllgraf Orchestra brannte der beliebte Künstler ein wahres Feuerwerk tanzbarer Hits ab - und da konnte man auch um Mitternacht ruhig noch zwei Minuten auf der Fläche verbringen, bis auch auf der Bühne der Zeiger auf der magischen Zwölf landete. Das Jahr 2018 ließ sich richtig gut an.

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