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Schwarze Räume und schiefe Böden als Ziel
14.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Großbaustellen gehen stets mit immensen Kostensteigerungen und riesigen Zeitverzögerungen einher? Nicht unbedingt: Das beweist die derzeit laufende Umgestaltung einer ehemaligen Logistik-Halle der Firma Juvena in der Nähe des Ooser Bahnhofs. Dort sollen künftig die Probebühne des Theaters und ein Bus-Depot der Verkehrsbetriebe unterkommen. Man komme gut voran, berichten die Verantwortlichen, auch Zeit- und Kostenrahmen werde man aller Voraussicht nach einhalten.

Für zwei Millionen Euro wurden Halle und Grundstück laut Stadtwerke-Chef Helmut Oehler gekauft und dann zwischen Stadt und Stadtwerken aufgeteilt. In der offenen Halle im Erdgeschoss wird nun für weitere zwei bis 2,2 Millionen Euro ein Busdepot eingerichtet: Dafür muss unter anderem die Außenanlage umgestaltet werden, ein im Bereich der künftigen Buseinfahrt gelegenes Gebäude wurde bereits abgerissen. Auch drinnen gibt es einiges zu tun: "Heizung, Lüftung, Bodenbeschichtung, Schallschutz" zählt der Stadtwerke-Chef die größten Brocken auf. Im vergangenen Oktober habe man mit der Baumaßnahme begonnen, bis September wolle man fertig werden. Dann sollen in der Halle etwa 20Busse ihre Heimat finden - das ist etwas weniger als die Hälfte der gesamten Flotte. Dass es neben dem alten Depot in Lichtental einen weiteren Standort für die Busse der Baden-Baden-Linie (BBL) geben wird, hat laut Oehler große Vorteile: Durch die Erschließung der Stadt von zwei Seiten aus lasse sich der Betrieb optimieren, es seien weniger Leerfahrten nötig, was auch die Emissionen reduziere. Die frühere Juvena-Halle sei eine "fast ideale Lösung", die auch noch sehr viel günstiger zu realisieren sei als ein Neubau, freut sich Oehler.

Dafür nimmt man die erforderlichen Umbauten gern in Kauf. So ist beispielsweise der Boden der großen, erst 1999 erbauten Halle momentan noch zu eben, wie Architekt Markus Ernst vom städtischen Gebäudemanagement beim Gang durch die Immobilie erläutert: Wenn nasse Busse in die Halle fahren, muss der Boden so gekrümmt sein, dass das Wasser an den Reifen abfließen kann...

Auch im oberen Stockwerk, das künftig vom Theater Baden-Baden genutzt wird, sind einige ungewöhnliche Anforderungen umzusetzen. So sollen die drei Räume für die Proben möglichst dunkel sein, erläutert Ernst: Wände und Decken sind bereits schwarz gestrichen, die Fenster wird man komplett verdunkeln können. "Sogar die Heizungsstrahler an der Decke sind schwarz", sagt Ernst und zeigt nach oben. Noch so eine Besonderheit: Damit die Theaterleute alle Wände uneingeschränkt nutzen können, wurde die Heizung an der Decke montiert.

Lichtdurchflutet ist ein paar Meter weiter dagegen ein großer Raum für die Schneiderei mit 16 Arbeitsplätzen. Viel Platz zum Lagern von Kulissen und Kostümen ist auf dem Stockwerk ebenfalls eingeplant. Die Größe sei ideal für die Anforderungen des Theaters, erläutert Siegfried Schmich, Fachgebietsleiter Gebäudemanagement. Auch für diesen Bereich werden etwa zwei Millionen Euro Baukosten fällig. Das sei, auch wenn man den Kaufpreis noch dazurechne, "wesentlich günstiger als ein Neubau", so Schmich.

Lediglich beim Schallschutz müsse viel ertüchtigt werden. Dieser ist besonders wichtig, damit die Theaterproben später nicht vom Lärm der Busse gestört werden. Deshalb wird in der Halle im Erdgeschoss auch noch eine Schallschutzdecke eingebaut, an den Wänden im gesamten Gebäude wurden bereits entsprechende Elemente ergänzt. Wenn im September dann unten die Busse anrollen, soll laut Schmich auch oben die Probebühne ihren Betrieb aufnehmen. Mit den Bauarbeiten will man dort allerdings sogar schon früher fertig werden: Schließlich muss das Theater seine neuen Räume schon zuvor, in den Sommermonaten, einräumen.

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