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Erkrankte Menschen mit Musik erreichen
Auch die Rollator-Tanzparty steht wieder auf dem Programm. Foto: Archiv/co
08.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Eine Erfolgsgeschichte ist die Baden-Badener Demenzkampagne, die jetzt bereits in ihr fünftes Jahr startet. 2018 wird eine Rekordzahl von 28 Veranstaltungen angeboten - von Lesungen, Vorträgen und Schulungen über Ausflüge bis hin zu einem Benefizkonzert und zu der bereits im Vorjahr sehr beliebten Rollator-Tanzparty.

"Ich beginne jetzt eine Reise in den Sonnenuntergang meines Lebens." Mit diesen Worten brachte einst der im Alter an Demenz erkrankte ehemalige US-Präsident Ronald Reagan dieses Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Baden-Badens Bürgermeister Roland Kaiser verwies gestern im Rantastic in Haueneberstein bei der Vorstellung der neuen Baden-Badener Demenzkampagne darauf, dass die gesellschaftliche Bewältigung der durch die demografische Entwicklung zunehmenden Erkrankung eine Herausforderung darstelle. Demenz dürfe kein Tabu sein. Die Stadt wolle mit ihrer Kampagne, die unter dem Motto "Begleite mich - in meine Welt" steht, dazu beitragen, Barrieren abzubauen und mit diesem Thema nach außen zu gehen. Es müsse selbstverständlich sein, über Demenz zu reden, von der auch jüngere Menschen betroffen werden könnten, meinte Kaiser. Mit dem vielfältigen Angebot der Kampagne "sollen auch Leute angesprochen werden, die in eine klassische Beratung nicht gekommen wären".

Als erfreulich bezeichnete der Bürgermeister das engagierte Netzwerk, das seit 2014 einen kontinuierlichen Ausbau des Veranstaltungsangebots ermöglicht habe. Die Baden-Badener Demenzkampagne will informieren und Verständnis fördern. Man möchte dazu beitragen, an Demenz erkrankten Menschen eine Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe vom städtischen Pflegestützpunkt unter Leitung von Tanja Fröhlich zusammen mit der Alzheimer-Gesellschaft, dem Ambulanten Hospizdienst, der AWO, dem Caritasverband, dem DRK, der evangelischen Kirchengemeinde und dem Klinikum Mittelbaden.

Ein Hauptthema in diesem Jahr wird die Verbindung von Demenz und Musik sein - dieses Thema spielt bei mehreren Veranstaltungen eine Rolle. "Mit der Musik kann man demente Menschen erreichen", betonte Tanja Fröhlich.

Neu ist im Rahmen der Kampagne die Beschäftigung mit den Themen Sexualität und Kriegstraumata. Weiter geht es bei den Veranstaltungen zum Beispiel um den Umgang mit Demenz und den davon Betroffenen, um die Begegnung von Kindern und dementen Menschen, um Gartenkultur, um gemeinsames Feiern, um Erste Hilfe und um die Frage, was man tun kann, wenn das Geld für die Pflege nicht ausreicht.

Zum Auftakt der Kampagne wird am Dienstag, 20. März, 20 Uhr, ein außergewöhnliches Figurentheater in dem Stück "Rosen für Herrn Grimm" von der manchmal komplizierten Beziehung von Pflegenden und Pflegebedürftigen erzählen.

Viele Angehörige von Demenzkranken seien dankbar für die im Rahmen der Kampagne gebotenen Hilfen und die Möglichkeit des Austausches mit anderen Betroffenen, sagte Tanja Fröhlich. Theresia Schmid vom Ambulanten Hospizdienst unterstrich, dass die Zusammenstellung des Programms der Kampagne inzwischen aufgrund der zahlreichen Kooperationspartner "ein Selbstläufer" sei. Insgesamt, so Bürgermeister Kaiser, wolle man die Angebote der Demenzkampagne zukünftig aber höchstens bei der Aufnahme weiterer Partner noch ausweiten. Wichtig sei vor allem, "die erreichte Qualität zu halten".

Das Programmheft der Kampagne liegt in Ortsverwaltungen, Bürgerbüros und einigen sonstigen öffentlichen Gebäuden aus. Interessierte können sich auch im Internet informieren. Tanja Fröhlich empfiehlt eine baldige Anmeldung, da manche Veranstaltungen sehr schnell ausgebucht seien.

www.demenzkampagne.baden-baden.de

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