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Lieber preisgünstige Wohnungen
Der Protest formiert sich dort, wo die Aumattstraße noch ihren alten, dörflichen Charakter hat. Foto: Holzmann
20.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - In der Aumattstraße wächst der Protest gegen die dort geplanten Bürobauten. Die Anwohner hoffen, dass der Gemeinderat die Pläne von Investor Martin Dietrich doch noch stoppt. Stattdessen setzen sie auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Die Bürgerinitiative Aumattstraße trifft sich dort, wo die Welt in Oosscheuern noch in Ordnung ist: im alten Bauernhäuschen der Familie Velten. Wenn der Gemeinderat den Plänen des Investors zustimmt, dann steht auf der anderen Straßenseite bald ein 30 Meter hohes Bürogebäude. "Das passt nicht hierher", findet Joachim Velten. Und das sehen nicht nur die Anwohner so, die sich zum Pressegespräch um den Esstisch der Veltens versammelt haben. Auch der Vorsitzende des Vereins Stadtbild, Wolfgang Niedermeyer, ist da. Heute will er einen Appell an die Mitglieder des Bauausschusses loslassen. Er halte das Vorhaben, dort Bürohäuser zu genehmigen, für ein "Abenteuer und völlig sinnloses Unterfangen, das Unfrieden stiftet", sagt er.

Wie berichtet, plant Dietrich drei gewerblich genutzte Gebäudekomplexe mit jeweils mehreren Flügeln und Platz für mehr als 400 Arbeitsplätze. Hauptnutzer wäre die Firma Grenke, die Räume anmieten und in den Neubauten gerne den Hauptsitz ihrer Grenke-Bank unterbringen möchte.

Die Bürgerinitiative ist damit nicht einverstanden. Sie führt die ohnehin angespannte Verkehrssituation in Oosscheuern ins Feld. "Die B500 ist an der Kapazitätsgrenze", sagt Helmut Pusch. Es sei unverantwortlich, weitere Arbeitsplätze hierher zu verlegen. Zudem fürchtet er ums Stadtbild. "Hochhäuser an dieser Stelle passen nicht. Es geht darum, das Stadtbild wenigstens ein bisschen zu erhalten", so Pusch. "Es bleibt einem die Sprache weg, wenn man sieht, was da geplant ist", betont auch Gerold Lohmüller.

Was ist die Alternative? "Was wir in Baden-Baden brauchen, sind doch bezahlbare Wohnungen in Innenstadtnähe", sagt Velten. "Das wäre hier machbar." Beim Quadratmeterpreis von 340 Euro könne man, anders als in anderen Stadtquartieren, an dieser Stelle günstigen Wohnraum schaffen. Wohnraumbedarf sieht auch ein von der Stadtverwaltung 2015 in Auftrag gegebenes Fachgutachten.

Und nun? Die Initiative hofft, dass der Bauausschuss, der am Donnerstag nichtöffentlich über das Thema diskutiert, das Projekt stoppt. Die Planung sei "im Schweinsgalopp" vorangetrieben worden, sagt Jürgen Franken. Der Bauausschuss sei von der Verwaltungsspitze manipuliert und "in die falsche Richtung manövriert" worden. Dabei gebe es für Eile keinen Grund. "Wir appellieren an den Gemeinderat, das Projekt auf Eis zu legen, bis die Verwaltung eine Bedarfsermittlung mit belastbaren Zahlen vorgelegt hat, aus der hervorgeht, ob wirklich Gewerbeflächen nötig sind."

Mehr als 200 Unterschriften habe man in den vergangenen Tagen gesammelt. Rechtlich sei gegen die Planung aber wohl nichts auszurichten, meint Velten. Niedermeyer stimmt zu: "Die Sache muss politisch gelöst werden." "Wenn der Gemeinderat zustimmt, ist das Thema leider durch", so Velten. Dann noch einen Workshop zu machen, wie ihn die CDU-Fraktion vorgeschlagen hat, bringe nichts mehr. "Das hätte man vor den Beschlüssen machen müssen", sagt Lohmüller frustriert.

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