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Suche nach der eigenen Identität
Max Ruhbaum als 'Max' auf Identitätssuche der Prototyp eines Smileys.  Foto: Brüning
07.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Gisela Brüning

Baden-Baden - "Wer ist Max?", fragt sich mancher Theaterbesucher, der dem multiplen Mimen Max Ruhbaum vom Theater Baden-Baden in seinen das komplette Psychobüffet abräumenden Rollen über die Jahre hinweg meist mehr als weniger heftig applaudiert hat. Jetzt verriet dieser in seinem jüngsten Soloproramm mit dem Titel "Wer ist Max?", dass es ihm selbst nicht klar ist. Identitätskrise oder "Midlifecrisis" - wie die Wechseljahre von Männern distinguiert angedeutet werden?

Als emanzipierter Mann machte sich Max Ruhbaum als "Max" selber auf die Suche nach dem echten, dem wahren, dem authentischen Max, wählte aber die intime Variante: Er prüfte sich im stillen Kämmerlein und schrieb sich das Stück auf den eigenen Leib. Das war organisatorisch geschickt: Seinen erprobten Regie-, Team- und Mitautor-Kollegen Philipp Löhle beschäftigte die eigene Karriere, um die Welt zwischen Freiburg und Düsseldorf mit unerhört neuen und brisanten Werken zu überraschen. Also arbeitete Ruhbaum sich selbst an sich ab, um den Regisseur anschließend von seiner Brillanz zu überzeugen.

"Es ist so schwül und dumpfig hie...", so ein Faust-Zitat adelt jegliche Midlifecrisis. Ein Banause, wer sich da nur im Hinblick auf die Raumtemperatur im ausverkauften TiK des Theaters an den Strömen auf der Stirn von Max orientierte. Wer aber ist dieser Max nun wirklich? Wer erschöpfend alles über diesen Schauspieler, Familienvater, Grübler, Klienten, Patienten, tollen Burschen mit dem fröhlichen Lachen eines gut gelaunten Smileys wissen will, belege zunächst einen Kurs im Schnellsprechen und -hören und heize seine grauen Zellen an. Was da aus dem Bühnenhäuschen, das Sebastian Ganz mitsamt einer multifunktionalen Kiste ausgestattet hat, an Klugem, weniger Schlauem, Nonsens, Witz und Zauberei, Poesie und Statistikmaterial am Ohr wie Sternschnuppen oder aufstiebendes Glitzerkonfetti vorbeischoss, barg auch viel Kluges, ja Weises, gut Durchdachtes - sogar Magie. Man musste halt auf der Spur bleiben.

Das gestaltete sich mitunter anstrengend, und man wäre Max für ein paar Denkpausen, einige Momente der inneren Einkehr und der Reflexion dankbar gewesen. Im Laufe des Monologs stellten sich Momente der Nachdenklichkeit ein, die durch den eigenen, imaginären Coach zu relativer Klarheit führten. Sie konfrontierten mit der Vergeblichkeit des Suchens nach einer einzigen Identität: Hinter einer großen, situativ bedingten Anzahl von Egos, von Verhaltensnormen, die sich biografisch gebildet, dem Umfeld geschuldet, dem Gruppenzwang untergeordnet, beruflich und sozial angepasst hatten, entstanden Bilder und Annahmen über das eventuelle Selbst.

Ob diese Preisgabe der Persönlichkeit dem wahren Ich von Max, alias Max Ruhbaum. entsprach? Wer weiß?

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