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Kein Leben mehr im Mini-Schwarzwalddorf
20.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Baden-Baden - Die Blumenkissen blühen im Mini-Schwarzwalddorf, aber es plätschert weder Wasser, um das Rad der Holzmühle anzutreiben, noch tuckert die Modelleisenbahn durch den fiktiven Ort "Neuvarnstein". Auch die beiden Gondeln der Bergbahn entlang des steilen Felsens stehen still. Das Leben im Mini-Schwarzwalddorf ist erloschen. Der Grund: Zum Jahresende wird sich der Varnhalter Verein Mini-Schwarzwalddorf nach Angaben des Vorsitzenden Hans Georg Schantin auflösen.

In diesem Frühjahr bleibt die Saisoneröffnung dieser touristischen Attraktion aus. Da der Pachtvertrag zwischen dem Verein Mini-Schwarzwalddorf und dem Grundstückseigentümer zum Jahresende 2017 bereits endete, hat der Verein das Gelände am Felsen in der Nähe des ehemaligen Steinbruchs an den Eigentümer zurückgeben. "Bis zum Jahresende gibt es noch einige Dinge abzuarbeiten", erklärt der Vorsitzende gegenüber dem BT.

Laut dem Vorsitzenden habe der Grundstückeigentümer den Verein jederzeit wohlwollend unterstützt, habe aber darauf bestanden, in einem neu abzuschließenden Pachtvertrag die Verkehrssicherungspflicht neu zu regeln. In dem bisherigen Pachtvertrag bezog sich die Verkehrssicherungspflicht lediglich auf das eingezäunte Gelände entlang des Felsens. Dort stehen die Schwarzwaldhäuschen im Miniaturformat. In dem neuen Pachtvertrag wollte der Eigentümer, dass sich die Verkehrssicherungspflicht über die Anlage hinaus auch auf die Hof- und Verkehrsfläche hätte erstrecken sollen. Solch eine erweiterte Verkehrssicherungspflicht hätte unter anderem bedeutet, dass beispielsweise außerhalb der Saison bei Eis und Schnee der Winterdienst von den ohnehin wenigen Mitstreitern des Vereins hätte übernommen werden müssen.

Diese erweiterte Verkehrssicherungspflicht hätte zudem ein unschätzbares Risiko für den Verein beinhaltet, erläutert der Vorsitzende weiter. "Mit dem Risiko erhöht sich die Prämie. Der Beitrag einer entsprechenden Versicherung hätte die Finanzen unseres kleinen Vereins exorbitant überstiegen", so Schantin. Zudem seien in den vergangenen Jahren die aktiven Helfer immer weniger und neue Mitstreiter zu finden immer schwieriger geworden, gibt der Vorsitzende die personelle Entwicklung des Vereins wieder.

Ursprünglich hatte der Varnhalter Franz Lörch zu Beginn der 1960er Jahre die ersten kleinen Häuschen auf dem Gelände errichtet. Bis 1973 hatte das Mini-Schwarzwalddorf eine Bekanntheit im gesamten Rebland erreicht, so dass die Idee einen touristischen Wert erreichte. Bis 1985 erweiterte der Gründer die Anlage ständig. Rudi Gießmann nahm unter Einbeziehung des Felsens ab 1993 weitere bauliche Erweiterungen vor. Mit der Erlaubnis von Franz Lörchs Sohn, Martin Lörch, begann 2003 eine Gruppe von aktiven Varnhaltern unter dem Dach des Vereins Mini-Schwarzwalddorf die Anlage neu aufzubauen und wiederzubeleben. Etliche Varnhalter Betriebe unterstützten dieses Vorhaben finanziell.

Durch eine eigene Stromversorgung war es bis Herbst 2017 möglich, dass Besucher mit dem Einwurf eines Euros in einen Münzapparat eine kleine Bergbahn, eine Modell-Eisenbahn und die Sägevorrichtung eines Sägewerks in Bewegung setzen. Ideen, wie dieses Kleinod aufrechterhalten werden könnte, gibt es bislang keine.

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