Rund 500 Erstklässler meistern Fitnessübungen
Mit der 'Lokomotive' geht's im bunten Zug an die 'Tankstelle', wo es noch etwas zu trinken gibt, bevor die Übungen absolviert werden.  Foto: Hecker-Stock
15.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - Rund 500Kinder aus Baden-Baden und Sinzheim durchlaufen noch bis Donnerstag die Erstklässler-Fitnesstage der Sportstiftung Kurt Henn unter dem Motto "Toben macht schlau" in der Sportschule Steinbach. Die Testergebnisse ermöglichen es, allen Eltern präzise Auskunft über den motorischen Leistungsstand ihrer Kinder zu geben.

Diese außerunterrichtliche schulische Veranstaltung gilt als Pflichttermin, ein Fernbleiben bedarf eines Entschuldigungsschreibens seitens der Eltern. Bereits im 14. Jahr finden die Fitnesstage statt, die inzwischen von Sportwissenschaftlerin Annette Henn zusammen mit Annette Kirchner organisiert werden. Ein bundesweit angewendetes Modul liegt den Auswertungen der motorischen Leistungen der Kinder zugrunde, wodurch ein deutschlandweiter Vergleich möglich ist. Henn hat über diese Studie promoviert und unterstützt das engagierte Team seit 2006, was verdeutlicht, weshalb ihr "ganzes Herzblut da drin steckt", wie sie sagt.

Rund 50 bis 60 ehrenamtliche Helfer sind während der vier Tage vor Ort, betreuen die Sprösslinge, leisten Hilfestellung und notieren deren Leistungen. Bevor die Grundschüler ihre 13 Stationen absolvieren, hängen sie sich aber erst einmal an "Lokomotive" Christiane Raab, die mit ihnen zur "Tankstelle" dampft, wo sie noch etwas trinken können, bevor es dann richtig losgeht.

Die einzelnen Übungen sind in fünf Kriterien eingeteilt. Der Gleichgewichtssinn wird getestet beim Rückwärtsbalancieren über eine Brettschiene oder dem einbeinigen Stehen auf einem schmalen Holz, was die Kinder eine Minute lang aushalten sollten - und die kann ganz schön lang sein. Um die Schnelligkeit geht es beim 20-Meter-Sprint, wobei viele der Kleinen aus lauter Übermut die Strecke auch gleich wieder zurück sausten. Körperkraft war gefordert beim Liegestütz, beim seitlichen Hin- und Herhüpfen oder dem Standweitsprung, während die Rumpfbeuge Aufschluss gab über die Beweglichkeit der kleinen Sportsfreunde. Die Ausdauer wiederum wurde bei einem Sechs-Minuten-Lauf überprüft. Zudem wurden alle Kinder gemessen und gewogen.

Annette Kirchner hatte einen minuziösen Zeitplan ausgetüftelt, so dass die einzelnen Klassen nach jeweils eineinhalb bis zwei Stunden ihr Programm absolviert hatten und wieder gehen durften, natürlich nicht, ohne vorher die mitgebrachten Vesperdosen leer zu mampfen oder dem kleinen Schmusetier von den aufregenden Erlebnissen zu erzählen. Glücklich sind die Verantwortlichen über den Trend der vergangenen Jahre, wonach die hiesigen Grundschüler deutlich bessere Ergebnisse erzielten als der Bundesdurchschnitt, auch die Übergewichtigkeit stagnierte. Annette Henn sieht hier das Verantwortungsbewusstsein vieler Eltern gestiegen, ihre Kinder zu mehr Bewegung anzuhalten oder, noch besser, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Für diejenigen, die dennoch als auffällig erfasst werden im Sinn von Übergewicht oder mangelhafter Motorik, wird neun Monate lang IZE ("Ich zeig's euch") angeboten. Dabei finden Betroffene ohne Leistungsdruck mit Gleichgesinnten den Spaß am Sport zurück, was sie erfahrungsgemäß gerade in sozialer Hinsicht zusammenschweißt.

Bürgermeister Roland Kaiser empfand die konsequente Breitenwirkung der "tollen Aktion" als positiv und schlug eine Brücke zu den Ganztagesschulen, deren Angebot an Bewegung, Sport und Spiel er möglichst weit gefächert sehen möchte.

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