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"Beseelt" im Museum Frieder Burda
25.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - "Als ob man ganz entspannt auf einer Wiese liegt und in den Sternenhimmel schaut" - ein Gefühl von Unendlichkeit. Das werde sich bei den Besuchern der neuen Ausstellung im Museum Frieder Burda einstellen, ist sich Direktor Henning Schaper sicher. Und zwar dann, wenn ab 9. Juni die Werke des Lichtkünstlers James Turrell zu sehen sind.

Bis es so weit ist, ist aber erst einmal Baukunst gefragt. Kaum war am Montag die Ausstellung "America! America!" zu Ende gegangen, sind die Handwerker in der Lichtentaler Allee eingezogen. Bis zur Eröffnung von "The Substance of Light" finden nun die größten innenarchitektonischen Veränderungen im Museum seit dessen Eröffnung statt, erzählt Schaper voller Vorfreude. Denn um die Lichtausstellung des weltbekannten Künstlers zu präsentieren, müsse erst einmal das Tageslicht ausgeschlossen werden. Ob der offenen, hellen Bauweise des Museums Frieder Burda eine echte Herausforderung.

Mit seiner Firma lässt Markus Streitler, der seit 19 Jahren mit Turrell um die Welt tourt und die Details kennt, für die Installationen innerhalb von zwei Wochen im Erd- und Obergeschoss jeweils zwei neue große Räume entstehen. Ein weiterer wird im Untergeschoss geschaffen. Dafür zieht der Museumsshop auf eine größere Fläche direkt neben seinen alten Standort. Wenn die anderen Räume Ende Oktober wieder zurückgebaut werden, bleibt der im Untergeschoss bestehen und wird langfristig die eigens für die Sammlung Frieder Burda angefertigte Lichtskulptur "Accretion Disk" beherbergen.

Die Kunst Turrells macht laut Schaper unter anderem aus, dass der Besucher "mittendrin" ist und nicht wie bei der Betrachtung eines Bildes Distanz wahrt. Mit besonderen Techniken flutet Turrell die geschlossenen Räume mit farbigem Licht und lässt sie so unendlich erscheinen. Es entsteht ein homogenes Farbfeld, das das gesamte Blickfeld des Besuchers, der mitten im Raum steht, einnimmt. "Man hat das Gefühl, dass das Licht zur Materie wird, und man es anfassen möchte", erklärt Schaper. Bereits an seiner früheren Wirkungsstätte hat der Direktor Erfahrung mit einer Turrell-Ausstellung gemacht. 90 Prozent der Besucher dort hätten den Künstler nicht gekannt, aber nach dem Ausstellungsbesuch seien sich alle einig gewesen: "Wenn das ein Kunstmuseum ist, dann gehe ich dort öfter hin." "Mann muss nicht kunstaffin sein, nur neugierig", lädt Schaper ausdrücklich jedermann in die Ausstellung ein, um sie danach, so ist er sich sicher, "beseelt" zu verlassen.

Mit Online-Tickets kein Warten an der Kasse

Neben den Lichtinstallationen werden Fotos, Modelle und Hologramme des 75-jährigen US-Künstlers, dessen Ausstellung im Guggenheim-Museum in New York 2013 laut Schaper die meistbesuchte war, gezeigt. Turrell selbst wird drei Tage vor der Eröffnung letzte Hand anlegen, die Feinprogrammierung vornehmen und bei der Vernissage dabei sein. Er entscheidet vor Ort zudem, wie viele Menschen gleichzeitig in die Räume gelassen werden. Denn die gewünschte Wirkung könne nur dann erzielt werden, wenn die Räume nicht überfüllt seien, sagt Schaper. So müssen Besucher zwar mit Wartezeiten vor den einzelnen Kunstwerken rechnen. Aber um den Besucherstrom ein wenig zu kanalisieren, hat das Museum ein neues Online-Ticketsystem eingeführt. Erwirbt man im Internet eine Eintrittskarte, kommt man damit ohne Schlange zu stehen an der Kasse vorbei. Das Online-Ticketing ist ab Anfang Juni freigeschaltet.

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