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Cesra-Arzneimittel kurieren in aller Welt
04.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Ein Arzneimittel kaufen und dabei etwas Gutes tun - und das nicht nur für sich selbst? Mit Produkten der Firma Cesra in Haueneberstein ist das möglich. Denn vom Erlös, den die Firma erwirtschaftet, fließt jedes Jahr durchschnittlich "ein hoher sechsstelliger Betrag" in soziale Projekte, erläutert Konstantin Rost von der Marketingabteilung.

"Es ist schön, sagen zu können: Ich arbeite für eine Firma, bei der das Geld an Menschen geht, die es wirklich nötig haben", freut sich Rost, der seit 2013 bei Cesra Arzneimittel im Hauenebersteiner Industriegebiet angestellt ist. Auch das Firmen-Motto "Medizin und Menschlichkeit" rühre von dieser sozialen Einstellung her. Über die Redel-Stiftung, der Cesra gehört und die auf Hans-Werner Redel, Sohn des Firmengründers Julius Redel, zurückgeht, werde seit 1988 regional und weltweit gespendet. Es wurde beispielsweise schon die Lebenshilfe Baden-Baden/Bühl/Achern, aber auch der Bau einer Krankenstation in Nigeria unterstützt.

Das Geld hierfür erwirtschaftet Cesra seit 1929 mit pflanzlichen Arzneimitteln. Damals gründete in Rastatt Julius Redel das Unternehmen, das seither kontinuierlich wächst. 1936 erfolgte der Umzug in eine größere Anlage nach Baden-Baden, und seit 1964 ist der Hauptsitz in der Braunmattstraße in Haueneberstein. Auf dem Gelände finden sich Produktion, Labor, Logistik und Verwaltung.

Seit dem Jahr 2008 gehe es für Cesra stark nach oben, erläutern die Geschäftsführer Oliver Diderich und Eduard Kronas und belegen dies mit Zahlen: Der Umsatz steigt (2009: zehn Millionen, 2017: 30 Millionen), mehr Mitarbeiter werden gebraucht (2009: 40Mitarbeiter, 2018: mehr als120) und seit vergangenem Jahr läuft statt dem Einschicht- ein Dreischichtbetrieb.

Woher rührt dieses Wachstum? Das liege vor allem am "ersten Zweig" des Unternehmens - dem chinesischen Markt, erläutert Kronas: "In China ist unser ,Aescuven' Marktführer der westlichen Präparate im Bereich Venenleiden." Im Moment verlasse das Unternehmen pro Tag ein Schiffscontainer mit dem Arzneimittel in Richtung China - vor fünf Jahren seien es maximal zwei pro Woche gewesen. So erreichen laut Kronas pro Jahr rund 20 Millionen "Aescuven"-Packungen das Reich der Mitte. Ein Grund dafür sei, dass das Präparat dort auf der Erstattungsliste stehe und die Chinesen "deutschen Produkten sehr vertrauen".

In Deutschland dagegen spiele das apothekenpflichtige "Aescuven" aufgrund eines sehr wettbewerbsintensiven Marktumfeldes kaum eine Rolle, beschreibt Rost die Situation des "zweiten Zweigs". Dafür stehe die Dermatologie und mit ihr die "Ilon-Salbe-Classic" gegen Hautentzündungen im Zentrum. Rost: "Diese Salbe ist in Deutschland Markführer im Bereich Zugsalben."

Als "dritten Zweig" nennt Geschäftsführer Diderich den Aufbau und Ausbau des Exports. Auf Märkten in Südamerika, Südostasien und im Nahen Osten lege man den Fokus auf Dermatologie und Gynäkologie. "Wir suchen uns die Nische", sagt Diderich. Und die finde sich derzeit vor allem in den Ländern, wo sich das Wissen um pflanzliche Wirkstoffe gerade entwickle.

In Zukunft wolle sich Cesra neben Arzneimitteln stärker auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Kosmetika mit Wirkanspruch in pharmazeutischer Qualität im Bereich Dermatologie und Gynäkologie konzentrieren.

Neben Investitionen in neue Produkte soll auch in den Standort Haueneberstein investiert werden, so Diderich. Die Kapazitätsgrenze des Gebäudes sei erreicht, so Rost. Da man mittelfristig mit bis zu 200Mitarbeitern rechne, hat sich Cesra ein rund 45000 Quadratmeter großes Grundstück im Gebiet Braunmatt, also direkt vor der Haustüre, reserviert. Vor 2020 werde mit der Standorterweiterung jedoch nicht begonnen.

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