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Arbeitskreis Integration stellt sich breiter auf
Zum multikulturellen Treffen, das jeden Donnerstag ab 17 Uhr im Begegnungszentrum St. Vinzenz stattfindet, sind alle Sinzheimer eingeladen. Foto: Szeip
06.06.2018 - 00:00 Uhr
Sinzheim (red) - Wie viele andere Städte und Gemeinden steht auch Sinzheim vor der Herausforderung, Flüchtlinge ungeachtet ihrer Bleibeperspektive in die Gesellschaft zu integrieren. Derzeit leben hier 172Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern. Fast die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche, teilt Hans-Peter Szeip vom Arbeitskreis Integration in Sinzheim mit.

Durch den engagierten Einsatz staatlicher und ehrenamtlicher Kräfte meisterten die Migranten mittlerweile ihren Alltag größtenteils eigenständig, berichtet Szeip, der Koordinator der Sinzheimer Flüchtlingsarbeit ist.

Inzwischen hat sich die Aufgabenstellung für die Helfer gewandelt. Sie werden immer mehr vom "Betreuer" zum "Paten". Über zwei Jahre nach der großen Flüchtlingswelle verändert sich nun die gesamte Ausrichtung weg von der klassischen Flüchtlingshilfe hin zur Integrationsarbeit, so Koordinator Szeip. Dem tragen die Verantwortlichen nun Rechnung durch die Umbenennung von "Arbeitskreis Flüchtlingshilfe" in "Arbeitskreis Integration Sinzheim". Zur Weiterentwicklung gehört auch ein überarbeitetes Logo.

Der Arbeitskreis öffnet somit sein Leistungsangebot nun auch für Nichtflüchtlinge, also beispielsweise Migranten aus EU-Ländern oder andere Bedürftige, insbesondere für deren Kinder. Er versteht sich dabei als Partner der hauptamtlich für die Flüchtlings- und Sozialarbeit Verantwortlichen in der Gemeinde und im Landkreis. Die ehrenamtlich tätigen Bürger bringen sich da ein, wo die von staatlichen Stellen angebotene Hilfe an Grenzen stößt.

Seit Wochen gibt es auch wieder das "Café International", ein multikulturelles Treffen, das jeden Donnerstag ab 17 Uhr im Begegnungszentrum St. Vinzenz stattfindet, und zu dem alle interessierten Bürger eingeladen sind.

Von Integration im eigentlichen Sinne sind die meisten jedoch noch weit entfernt. "Sprachprobleme und sozio-kulturelle Unterschiede erschweren das Zusammenwachsen mit der einheimischen Bevölkerung und häufig auch den Schritt in den deutschen Arbeitsmarkt", berichtet der Koordinator. Eine Verbesserung dieser Situation sei nicht allein durch Zeitablauf zu erwarten, sondern müsse von den Helfern und Betroffenen gemeinsam weiter aktiv gestaltet werden, betont Szeip mit Entschlossenheit.

Ihr Hauptaugenmerk gilt den Kindern und Jugendlichen. Ehrenamtliche Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe sollen den jungen Migranten helfen, den schulischen Anforderungen in ihrer neuen Heimat gerecht zu werden.

Besonders erwähnenswert ist laut Szeip dabei eine Kooperation zwischen der Grundschule und der Lothar-von-Kübel-Realschule. Dort gibt es schon seit zehn Jahren das Projekt "Schüler helfen Schülern". Ein älterer Schüler gibt dabei einem jüngeren Schüler Nachhilfe. Die weltweite Organisation Kiwanis unterstützt dieses Projekt mit finanziellen Mitteln.

Inspiriert von dieser Idee haben Christoph Hagel und Sabine Pföhler, die Schulleiter der Real- und der Grundschule, auf Initiative von Hans-Peter Szeip das Konzept auf die Integrationsarbeit übertragen und eine neue Kooperation realisiert. Mehr als zehn engagierte Schüler der Realschule meldeten sich freiwillig, um zehn Grundschülern mit Migrationshintergrund Nachhilfe zu geben. Die Grundschüler haben so die Möglichkeit, dreimal pro Woche Unterstützung bei den Hausaufgaben oder sonstigen Lernproblemen zu erhalten. Die Nachhilfelehrer fördern die Kinder darüber hinaus auch im Lesen, Schreiben oder Rechnen. Im Begegnungszentrum St. Vinzenz wurden hierfür extra Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Das erklärte Ziel der engagierten Bürger im Arbeitskreis ist es, ihren Schützlingen, einzeln oder auch als Familie, realistische Lebens- und Entwicklungspläne aufzuzeigen, sie auf ihrem oft schwierigen Weg zu begleiten, aber auch konkret deren Eigenbeitrag hierfür einzufordern. Dieser besteht im ersten Schritt insbesondere im Erlernen der deutschen Sprache.

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