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Cannabis-Zucht am Leo: Sechs Jahre Haft
Cannabis-Zucht am Leo: Sechs Jahre Haft
21.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Silke Gelhausen

Urteile im Prozess um eine Indoor-Hanfplantage in einem Haus am Leopoldsplatz: Nach fünf Verhandlungstagen sprach der Vorsitzende Richter der Zweiten Strafkammer am Landgericht gestern drei Haftstrafen aus - zwei davon auf Bewährung.

Als Einziger "einfahren" muss der schon in Offenburger Untersuchungshaft sitzende Älteste des Trios. Ihm brummte Richter Wolfgang Fischer sechs Jahre auf. Der 27-Jährige ist vorbestraft und gilt als Initiator des Drogenhandels. Zudem wird sein Geständnis von der Kammer als dürftigste der drei Aussagen gewertet. Sein 25-jähriger Komplize kommt mit zwei Jahren auf Bewährung davon. Er war bis jetzt kein Bekannter der Justiz und leistete ebenso wie der Jüngste Aufklärungshilfe. Der 24-Jährige hat zwar ein erhebliches Jugend-Vorstrafenregister und wurde unter laufender Bewährung rückfällig, aufgrund seines umfassenden Geständnisses und seiner geringen Tatbeteiligung kommt er trotzdem mit zehn Monaten Haft auf Bewährung davon. Die beiden jüngeren Männer wurden auch "nur" wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Drogenhandel in nicht geringer Menge verurteilt.

Die Anträge von Staatsanwalt Michael Klose lagen indes ein wenig höher: zwischen einem Jahr ohne Bewährung und acht Jahren. Im Gegensatz zur Kammer wertete er, wie in der Anklageschrift, den Tatbestand des bewaffneten Drogenhandels als gegeben. Richter Fischer sah jedoch das kleine Detail der "griffbereiten" Waffen als nicht erwiesen an. Er verlas eine mehr als 90-minütige Urteilsbegründung. "Wir haben uns die Ergebnisse nicht leichtgemacht", so seine Erklärung. Der Vierte im Bunde, der kleine Bruder des 27-Jährigen, ist weiterhin flüchtig und wird im Nahen Osten vermutet.

Der Zugang zur Wohnung war gut versteckt, die Nachbarschaft ahnungslos. Es hätte noch Jahre weitergehen können mit der lukrativen und gut bewachten Indoor-Hanfplantage am Leo. Doch ein Wasserschaden am 15. September 2017 während des New-Pop-Festivals bescherte dem illegalen Nebenerwerb ein rasches Ende. Die vom Vermieter gerufene Polizei verschaffte sich Zugang zur mutmaßlichen Herkunft der Nässe und staunte nicht schlecht.

Neben der laufenden Dusche entdeckte man 72 Cannabispflänzchen und diverse Waffen: zwei Maschinenpistolen, asiatische Würgehölzer und Pfefferspray. Der Bewohner, ein 24-jähriger Kurde mit deutschem Pass, war schnell gefunden. Er machte umfangreiche Angaben zur Sache, verpfiff seine "Gärtnerkollegen", die in zwei Wohnungen in Karlsruhe ebenfalls seit Frühjahr 2016 erfolgreich züchteten. Hier fanden sich neben den Plantagen weitere Waffen: ein abgesägtes Luftgewehr, Gaspistolen, eine Machete und Messer. Insgesamt ernteten die vier jungen Männer von Frühjahr 2016 bis September 2017 knapp fünf Kilo Marihuana, handelten außerdem mit Ecstasy und Kokain. Der Gesamterlös soll sich auf rund 32000Euro belaufen haben.

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