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Nur jede 20. Esche wird überleben
Typisches Schadensbild: Der aus Ostasien eingeschleppte Pilz hat eine Esche befallen. Foto: dpa
26.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Traurig bleibt die Situation der Eschen im Stadtwald, die mehr und mehr einem aus Ostasien eingeschleppten Pilz ("Falsches weißes Stängelbecherchen") zum Opfer fallen. Über den Stand des Eschentriebsterbens wurde in der jüngsten Sitzung des Forstausschusses informiert.

Da es bislang kein praxistaugliches Verfahren für die direkte Bekämpfung der schweren Baumkrankheit gibt, lässt sich deren Ausbreitung nicht verhindern. Aufgrund der Sporenbildung des Erregers ist die vollständige Beseitigung des infektiösen Materials aus einem befallenen Gebiet unmöglich.

Betroffen sind alle Altersstadien der Esche. Häufig kommt noch die Wurzelfäule hinzu, die die Bäume zum Umstürzen bringt. Im Baden-Badener Stadtwald haben die Eschen mit rund einem Prozent nur einen relativ kleinen Anteil. Als eigener Bestand kommt diese Baumart nur im Bereich der Geggenau zwischen Iffezheim und Rastatt vor, wo eine Waldfläche von rund 100 Hektar betroffen ist. Dort werden, darauf wies Forstamtsleiter Thomas Hauck hin, einzelne absterbende Eschen entnommen und - falls dies noch möglich ist - dem Holzmarkt zugeführt.

Insgesamt setzt das Forstamt vor allem auf die natürliche Verjüngung von Beständen. Um diese nicht zu behindern, muss man abgestorbene und teilweise schräg stehende Eschen umsägen. Erschwert wird die Naturverjüngung allerdings durch erheblichen Wildverbiss. Aber das Forstamt nimmt auch Neupflanzungen als Ersatz für ausgefallene Eschen vor. Dabei verwendet man gerne junge Eichen.

Insgesamt, so Hauck, werden rund 95 Prozent der Eschen absterben. Das bedeutet, dass nur rund jede 20. Esche überleben wird. Die wenigen Bäume dieser Art, die keine Krankheitssymptome oder nur einen geringen Befall aufweisen sollen stehenbleiben und gezielt gefördert werden. Sie sind möglicherweise weniger anfällig oder resistent und können diese Eigenschaft an ihre Nachkommen übertragen. Möglicherweise, sagte Hauck, könne man solche resistenten Eschen in Plantagen vermehren, doch dieser Prozess werde eine lange Zeit dauern.

Auf Frage von Stadtrat Werner Henn (SPD) warf Hauck noch einen Blick in die Zukunft des Stadtwalds: "Wir werden über Jahrzehnte kaum noch Eschen sehen, doch aussterben wird diese Baumart nicht."

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