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Stadt steckt Millionenbeträge in die Feuerwehr
27.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Bei der Baden-Badener Feuerwehr gibt es viel zu tun: Eine Fachfirma hat erstmals einen Bedarfsplan für die Wehr der Kurstadt erstellt, der einige Aufgaben aufzeigt. Unter anderem müssen demzufolge mindestens zwölf neue Stellen geschaffen werden, zudem fehlen Fahrzeuge, und die Feuerwache ist ebenfalls sanierungsbedürftig. Alles in allem geht es um Millionenbeträge.

Trotz der hohen Kosten hat der Gemeinderat am Montag einstimmig für den Plan votiert - man hatte eigentlich auch keine andere Wahl. Denn: Laut der beauftragten Fachfirma sind die Investitionen notwendig, um die im Feuerwehrgesetz geforderte leistungsfähige Wehr zu gewährleisten und zumindest ansatzweise den Empfehlungen des baden-württembergischen Innenministeriums, des Städte-, des Gemeinde- und des Landkreistags sowie des Landesfeuerwehrverbandes zu genügen.

Wie aus den Unterlagen der Verwaltung für die Gemeinderatssitzung hervorgeht, führen zahlreiche Besonderheiten in der Kurstadt zu einem deutlich höheren Risiko, als es für eine Stadt mit rund 54000 Einwohnern zu erwarten wäre. Zunächst ist die sogenannte "Tagbevölkerung" (inklusive Pendlern und Touristen) sehr groß: Sie wird auf rund 84000Personen geschätzt. Hinzu kommen unter anderem eine "großstädtische Innenstadtbebauung", überdurchschnittlich viele Großveranstaltungen, eine Vielzahl an besonderen Gebäudestrukturen (etwa Festspielhaus und Kurhaus), zahlreiche große Hotels, zehn Kliniken und 20Pflegeheime. Auch von der schwierigen Verkehrssituation in der langgestreckten Tallage, dem großen Höhenunterschied im Stadtgebiet (fast 900 Meter) und 85Quadratkilometern Wald ist in Bezug auf die Risikofaktoren die Rede - und vom Michaelstunnel, einem der längsten Einröhrenstraßentunnel in Deutschland.

Durchschnittlich 1400 Einsätze jährlich hatte die Baden-Badener Feuerwehr in den vergangenen zehn Jahren zu bewältigen - über die Hälfte davon in der Innen- und Weststadt. Dagegen lagen die Anteile in Oos bei 15 Prozent, in Lichtental bei zehn und in den übrigen Stadtteilen bei unter fünf Prozent. Zum Vergleich: Die Feuerwehr Karlsruhe hat etwa 3000 Einsätze pro Jahr.

Gestemmt werden die vielen Einsätze in der Kurstadt derzeit von 45hauptamtlichen Kräften und den 289 Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehrabteilungen. Weder die Anzahl der Haupt- noch die der Ehrenamtlichen reicht indessen aus, um den für das Land geltenden Empfehlungen zu entsprechen. Auf Basis dieser Empfehlungen wird in dem Bedarfsplan etwa als Ziel definiert, bei einem "kritischen Wohnungsbrand" in der Innenstadt nach acht Minuten zehn Feuerwehrkräfte mit Löschfahrzeug und Drehleiter vor Ort zu haben und nach 15Minuten weitere sechs Kräfte plus Löschfahrzeug. Derzeit können die hauptamtlichen Beschäftigten aber für die erste Eintreffzeit nur acht Kräfte stellen, keine zehn. Um die beiden zusätzlichen Funktionen rund um die Uhr zu besetzen, sollen in mehreren Schritten zwölf neue Stellen geschaffen werden. Langfristig wird das pro Jahr etwa 900000Euro zusätzlich kosten. Und: Diese zwölf Stellen reichen nur aus, wenn gleichzeitig 20 bis 30 Ehrenamtliche gefunden werden, die kurze Anfahrtswege zur Feuerwache haben und auch unter der Woche tagsüber verfügbar sind. Sie werden benötigt, um die Anforderungen für die zweite Eintreffzeit zu erfüllen.

Aber nicht nur personell gibt der Bedarfsplan Hausaufgaben auf: Auch zwei Löschfahrzeuge und ein Wechselladerfahrzeug sollen zusätzlich angeschafft werden. Zudem besteht laut der Analyse Sanierungsbedarf bei den Feuerwehrhäusern und besonders bei der 42 Jahre alten Hauptfeuerwache. Über deren geforderte Modernisierung sollen die gemeinderätlichen Gremien noch einmal gesondert abstimmen. Eine erste Kostenschätzung ist aber bereits in den jetzt abgenickten Unterlagen enthalten: Diese liegt bei fünf Millionen Euro.

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