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Gedenken an Meister Erwin von Steinbach
30.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Baden-Baden - Das 700. Todesjahr von Meister Erwin von Steinbach haben die Mitglieder des Historischen Vereins zum Anlass einer Sonderausstellung im Rebland-Museum genommen, wie sie noch nie zu sehen war.


Gleich am Eingang weist ein großformatiges Bild, auf dem die berühmte Rosette des Straßburger Münsters zu sehen ist, die Besucher auf die einmalige Sammlung hin. Die Fotografie haben die Mitglieder des Historischen Vereins so bearbeitet, dass der Betrachter den Eindruck hat, sich optisch auf der gleichen Höhe wie die Rosette zu befinden und die Pracht des bunten Fensterbildes in der Gesamtheit erfassen kann.

Unabhängig von der Sonderausstellung verfügt das Rebland-Museum seit den 1980er Jahren über ein eigenes, fest installiertes Erwin-Zimmer. Die darin zur Schau gestellten Exponate demonstrieren, dass bereits frühere Generationen dem berühmten Baumeister am Straßburger Münster huldigten und das Gedenken an ihn stets wachhielten. Das auffälligste Ausstellungsstück ist ein hinter Glas präsentiertes, aus Gips gefertigtes Modell des Straßburger Münsters. Dieses zierte etliche Dekaden das Amtszimmer des Bürgermeisters der einst selbstständigen Stadt Steinbach.

Unweit davon hängen Schwarz-Weiß-Fotografien, die um 1900 der renommierte Freiburger Fotograf Georg Röpcke aufgenommen hat. Auf der einen Fotografie ist die 1816 freigelegte Grabplatte zu sehen, auf der die Namen von Erwin, seiner Frau Husa und seines Sohnes Johannes vermerkt sind. Das Epitaph stand im "Leichhöfel" neben dem Chor des Straßburger Münsters und war Jahrhunderte mit Schutt bedeckt, bevor es 1816 von Sulpiz Boisserée (1783-1854), einem Kölner Kunst- und Architekturhistoriker, freigelegt worden war.

Eine weitere Aufnahme von Röpke zeigt die in Stein gemeißelten Gesichtszüge des Großmeisters, wie sie an einer Skulptur am Turm des Freiburger Münsters zu sehen sind. Hier lernen die Besucher Meister Erwin mit auffallenden Wangenfalten, einer leicht asymmetrischen Augenpartie, markanten Augenbrauen und einer in Falten gelegte Stirn kennen. Charakteristisch ist zudem das gelockte Haar, das unter der Steinmetzmütze Erwins hervorfällt. Unter der Fotografie ist unter anderem folgender Schriftzug in Frakturschrift zu lesen: "Meisterbildnis am Turm des Freiburger Münsters. Die Überlieferung sieht in dieser Plastik Erwins Bild. Der Sage nach ist Erwin der Erbauer des Freiburger Münsterturms."

Die Erzählung, dass der berühmte Baumeister der Gotik auch am Freiburger Münster seine architektonischen Spuren hinterlassen hat, wurde somit seit jeher in Steinbach konserviert, und zwar lange bevor 2009 der Karlsruher Forscher Professor Johann Josef Böker diese Vermutung belegen konnte.

Das Rebland-Museum hat morgen, Sonntag, von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Karl Keller, wird direkt um 15 Uhr in einem Kurzvortrag halten. Thema sind die neuesten Erkenntnisse über das Werk von Erwin von Steinbach.

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