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Den ganzen Tag Essen und Trinken im Kopf
Wein direkt in den Reben genießen: Das will der Wahl-Badener Ronny Loll auch den Besuchern seiner Veranstaltungsreihe ermöglichen. Foto: Reith
06.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - "Ich verstehe den Spruch ,wie Gott in Frankreich' nicht, hier hätte er es viel schöner": Ronny Loll lächelt zwar, als er das sagt, aber seine Begeisterung für den Schwarzwald und hier produzierte Weine und Lebensmittel ist ernst gemeint. Der Koch aus Mecklenburg-Vorpommern wollte daran auch andere teilhaben lassen und hat für sein Veranstaltungskonzept jetzt den Weintourismus-Preis Baden-Württemberg gewonnen.

Seit drei Jahren lebt Loll in Baden-Baden. Zuvor hat er 20 Jahre in Hamburg verbracht. Die Großstadt vermisst der 42-Jährige trotzdem nicht, "weil die Kulinarik hier so hochgehalten wird". In Mittelbaden könne man Sterneküche genießen, aber auch die andere Gastronomie begeistere mit viel Hausgemachtem. Außerdem gebe es zahlreiche kleine Manufakturen, die sehr gute Lebensmittel herstellten, schwärmt Loll. "Viele Leute wissen das gar nicht."

Genau das habe er ändern wollen. Auch die Berichterstattung im Badischen Tagblatt über den Wein aus dem Rebland, der über die Grenzen der Region hinaus viel zu wenig bekannt sei, habe ihn inspiriert, aktiv zu werden. Und er habe "eher eigennützig" noch nach einer Möglichkeit gesucht, sich als Neu-Baden-Badener hier im Süden ein Netzwerk aufzubauen und Winzer kennenzulernen. Als Resultat der Überlegungen zog er ein Konzept aus der Schublade, das er mit einem Winzer entwickelt hatte - und machte aus dieser Idee vom Essen im Weinberg eine Serie. Für jeweils zwei Tage verwandelt er nun bei seiner Veranstaltungsreihe die Weinberge unterschiedlicher Weingüter in edle Restaurants unter freiem Himmel. Aus der Region ist in diesem Jahr das Weingut Johannes Kopp aus Ebenung dabei, im nächsten Jahr soll auch das Weingut Nägelsförst dazukommen. 60 Personen pro Abend werden unter freiem Himmel und zwischen stimmungsvoll illuminierten Reben von Loll bekocht, die Weine steuert der jeweilige Winzer bei. Für sein Pop-up-Restaurant "Tafelvine" hat ihm Tourismus-Minister Guido Wolf in der vergangenen Woche den Weintourismus-Preis für Baden überreicht. Er schaffe eine "einmalige kulinarische Symbiose aus regionalen Weinen und Spezialitäten", wurde die Auszeichnung durch die Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg begründet.

Für Loll hatte sich "Tafelvine" auch vor dieser Würdigung bereits gelohnt: Er habe viele gute Freunde unter den Winzern gefunden, erzählt er. Die Veranstaltungsreihe, die stets von Anfang Juni bis Ende August stattfinde, solle allmählich noch etwas wachsen: Während in diesem Jahr sechs Weingüter dabei sind, sind es im kommenden Jahr schon zehn Veranstaltungsorte.

Dennoch sagt Loll: "Damit wird man nicht reich." Zum Geldverdienen brauche er andere Jobs. Von denen hat Loll gleich mehrere. Er kocht auf Messen, einem Kulinarik-Festival und schreibt Kochbücher. Er habe auch schon auf Korsika für Frieder Burda gearbeitet, wenn dessen Privatkoch Urlaub hatte, erzählt der 42-Jährige. Außerdem arbeite er viel mit Sarah Wiener zusammen. Auch für andere Fernsehköche wie Tim Mälzer sei er gern tätig. "Wenn die sagen: ,Das habe ich schon mal vorbereitet', dann war meistens ich das", erzählt Loll und grinst.

Gerade die Abwechslung in seinem beruflichen Alltag ist es, die Loll besonders reizt. Bevor er sich vor 13 Jahren selbstständig machte, habe er alles ausprobiert - vom Kochen in der Kantine bis zur Arbeit im bis Sternerestaurant. Aber nach einem Jahr habe er sich überall "böse gelangweilt" mit den täglich gleichen Menschen, den gleichen Gerichten und Gerüchen, erinnert er sich.

Langweilig wird es ihm auch an den Abenden in den Reben nicht - dafür sorgt schon sein Menü: Er bricht gern alte Gewohnheiten auf. Zum Beispiel findet er zur neu interpretierten Schwarzwälder Kirschtorte einen gekühlten Rotwein viel spannender als einen süßen Dessertwein. Oder er serviert eine "Schwarzwälder Jakobsmuschel", die er aus einem Kräutersaitling herstellt. Wenn er von solchen Einfällen erzählt, glänzen seine Augen. Seine Lebensgefährtin leide manchmal schon ein wenig, sagt er mit einem Lächeln: Schließlich denke er gleich nach dem Aufwachen an Essen und Trinken. Und vor dem Einschlafen sei es dasselbe. Der Liebe hat das aber sicher nicht geschadet: Wie er im BT-Gespräch verriet, steht die Hochzeit mit der Chirurgin, die eine Professur in Karlsruhe hat, kurz bevor. Gutes Essen wird an diesem Tag ganz bestimmt auch nicht zu kurz kommen.

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