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Douglasie ist im Stadtwald auf dem Vormarsch
09.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Prinzipien der Baden-Badener Waldbewirtschaftung bildeten am Freitag einen Schwerpunkt bei der traditionellen Waldbereisung des Gemeinderats, die in diesem Jahr im Rebland stattfand. Bei diesem Ausflug von zahlreichen Stadträten ins Grüne ging es auch um die Rolle der Douglasie.

Bei der Waldpflege setze man sehr auf die natürliche Selektion, betonte Rebland-Revierleiterin Sabine Heberlein-Wörner. Die Forstverwaltung bemühe sich darum, die Zeit der menschlichen Eingriffe je Hektar auf zehn Stunden im Jahr zu begrenzen.

Bei der Waldentwicklung unterscheide man verschiedene Abschnitte. In der Etablierungsphase des Aufwachsens der jungen Bäume wird nichts gemacht. In der Qualifizierungsphase stehen zunächst einmal viele Bäume sehr dicht nebeneinander, in unteren Bereichen sterben Äste aufgrund des Lichtmangels ab. Die Forstverwaltung wählt pro Hektar zwischen 60 und 100 Bäumen aus, die besonders gefördert werden.

Benachbarte Bäume, die den "Erwählten" bei ihrer Entwicklung schaden können, werden "geringelt". Dies heißt, dass ein breiter Rindenstreifen rundum entfernt wird - der Baum stirbt dann ab. So etwas, so Heberlein-Wörner, sei vor allem in sehr gleich gewachsenen Beständen nötig. Wenn es aber möglich sei, dann suche man sich besonders vitale Bäume zur Förderung aus. Bei denen müsse man in der Regel kaum etwas tun, da sie sich selbst durchsetzen.

In der sogenannten Dimensionierungsphase erfolgt eine Freistellung der unterstützten Bäume auf allen Seiten, die dann ihre Kronen ungestört ausbreiten können. Aber schon bei jungen Bäumen sorge die natürliche Selektion für eine erhebliche Reduzierung der Gesamtzahl der Gewächse.

Bei der Waldbewirtschaftung spielen auch Fragen des Naturschutzes eine wichtige Rolle, darauf wies Simone Stollenmaier vom Forstamt hin. So achte man im Rahmen eines "vorsorgenden Konzepts" auf naturnahe Waldgesellschaften, um auf diese Weise den Artenschutz zu unterstützen.

Waldbiotope werden gerade im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur gefördert. An einem felsigen Hang zeigte Ökologe Johannes Ebert auf, dass hier durch pflegerische Eingriffe die Qualität des Biotops verbessert worden sei. So habe man hier Bäume frühzeitig herausgeholt, damit sich an dem Hang Pflanzen wie Besen- und Strauchheide, Heidelbeersträucher und Ginster entwickeln können. Und auch Eidechsen fühlen sich hier wohl.

Von wachsender Bedeutung im Baden-Badener Stadtwald ist die Douglasie - dies ist die in Europa verbreitetste nicht heimische Baumart, denn sie wurde aus den USA eingeführt. Während der Anteil manch anderer wichtiger Nadelhölzer in der Vergangenheit abgenommen hat, steigt die Douglasienquote im Stadtwald langsam an auf inzwischen 12 Prozent.

Dies sei schon ein recht hoher Wert, meinte Hauck. Die Douglasie müsse auch nicht groß gefördert werden, da sie sich durch die Naturverjüngung ausbreite. Man setze auf diesen Baum vor allem im Rahmen einer Mischung mit anderen Arten.

Die Douglasie, so Hauck, wachse schnell und man hoffe, diese holzwirtschaftlich interessanten Bäume ab einem Alter von 120 Jahren verwerten zu können. Da muss die Forstverwaltung allerdings noch etwas warten, denn bislang findet man diese Baumart im Baden-Badener Wald allenfalls in 80-jährigen Beständen. Doch es habe auch schon wirtschaftliche Verwertungen gegeben, so Hauck. So sind die sehr gerade wachsenden Douglasien vor allem in Irland beliebt als Strommasten.

Man geht im Forstamt auch davon aus, dass sie die globale Erwärmung recht gut verkraften. Allerdings machte Hauck bei diesem Punkt eine Einschränkung. Da die Douglasie noch nicht sehr lange hier wachse, müsse man abwarten, ob Schadorganismen wie etwa Pilzerkrankungen ihr noch verstärkt zusetzen können.

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