http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Mauersanierung: Die Zeit drängt
Die Stadträte durchqueren das steile Rebgelände am Neuweierer Mauerberg. Foto: Zorn
11.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Wenn etwas zur Erhaltung der alten Trockenmauern am Mauerberg in Neuweier getan werden kann, dann sollte dies bald geschehen. Darauf wies das städtische Forstamt bei der alljährlichen Waldbereisung des Baden-Badener Gemeinderats hin, die diesmal ins Rebland führte.

Am Neuweierer Mauerberg wächst nicht nur ein feiner Riesling. Die steilen, terrassierten Hänge mit ihren Trockenmauern formen auch ein "faszinierendes Landschaftsbild". Darauf wies Ökologe Johannes Ebert vom Forstamt hin, als er die Stadträte über die Besonderheiten dieser Weinlage informierte.

Hier zeige sich besonders deutlich, welche Mühe sich der Mensch bei der Kultivierung der Landschaft gebe. Dies habe schon vor rund 800 Jahren begonnen, allerdings sei über die Anfänge der Nutzung des Mauerbergs nichts Genaues bekannt. Auf jeden Fall, so Ebert, sei hier ein ausgeklügeltes System von Mauern, Treppen und Wasserableitungen entstanden, "damit der Berg funktioniert".

Diese ganz besondere Landschaft mit ihrem Einklang von Natur und Kultur ziehe den Menschen heute in ihren Bann. Gerade die Trockenmauern aus Sandstein, Porphyr oder Granit stellten einen wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere dar, die die Wärme lieben. Dazu zählen auch Grillenarten wie etwa das sogenannte Weinhähnchen.

Angesichts der großen Bedeutung der Trockenmauern bei Neuweier musste Johannes Ebert nach eigener Aussage auch einige Wermutstropfen einschenken. Denn die Situation der sanierungsbedürftigen Mauern bereite doch einige Sorgen. Im Rahmen der Leader-Förderung für den ländlichen Raum sei jetzt ein Gutachten über den Erhaltungszustand der Trockenmauern angefertigt worden - mit einem "ernüchternden Ergebnis".

Von den insgesamt knapp vier Kilometern Mauerlänge sei rund ein Drittel sanierungsbedürftig. Und davon bestehe wiederum bei einem Drittel absolut dringender Handlungsbedarf. Daher betonte Ebert nachdrücklich: "Wenn man da etwas machen will, dann sollte es jetzt geschehen!"

Die Frage sei allerdings dabei auch, wer so etwas machen kann, denn mit der Technik der Trockenmauern würden sich heute nicht mehr so viele Menschen auskennen. Daher sei man auch ganz froh, dass die Landesgartenbauschule Heidelberg in Neuweier Mauerbaukurse veranstalte.

Zur Finanzierung einer Mauersanierung sieht Johannes Ebert zwei Möglichkeiten. Gerade größere Eigentümer könnten dies als Ökokonto-Maßnahmen beantragen und auf diese Weise Geld für den Mauerbau bekommen. Über Ökokonten werden Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in den Naturhaushalt bei Bauprojekten finanziert. Bei kleineren Weinbauflächen am Mauerberg biete sich auch eine Förderung über das Leader-Programm an.

"Ich bin schon optimistisch, dass das eine oder andere zustande kommen kann", meinte Ebert abschließend.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Baden-Baden
Mauersanierung in Fremersbergstraße

16.07.2018
Mauersanierung in Fremersbergstraße
Baden-Baden (red) - Die sanierungsbedürftige Stützmauer im unteren Bereich der Fremersbergstraße gegenüber dem Stadtmuseum wird ab dem heutigen Montag bis voraussichtlich September erneuert. Die Fahrstrecke der Linie 208 während der Sperrung verrändert (Symbolfoto: pf). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

In der Schweiz hatte eine Volksinitiative zur Förderung des Baus von Radwegen Erfolg. Wünschen auch Sie sich mehr gut ausgebaute Radwege in der Region?

Ja, mehr davon!
Nein. Es gibt ausreichend gute Radwege.
Ich fahre kein Rad.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1