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Über die Schicksale hinter den Stolpersteinen
Angelika Schindler (links) und Joshua Straß mit dem Porträt von Auguste Köhler vor dem ehemaligen Hotel Sonnenhof.  Foto: Gareus-Kugel
07.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Baden-Baden - Für vornehmlich jüdische Familien brachte die Zeit des Nationalsozialismus' Leid und Tod sowie den Verlust der Heimat mit sich. In der Kurstadt Baden-Baden war dies nicht anders als anderswo in der Region, wenngleich es aufgrund ihres Renommees als weltoffene und multikulturell aufgestellte Stadt zunächst nicht so aussah, wie die Historikerin und Arte-Redakteurin Angelika Schindler und Buchhändler Joshua Straß ausführten.

Der etwas andere Stadtspaziergang, eine Veranstaltung des Bündnisses "Baden-Baden ist bunt" im Rahmen von "Baden-Baden liest ein Buch", führte eine große Schar Interessierter durch das jüdische Leben im Oostal sowie zu den Stolpersteinen und den sich dahinter verbergenden Schicksalen und Geschichten. Zu Menschen, die oft voller Arglosigkeit einem Staat gegenüber waren, den viele seit mehreren Generationen mit gestaltet hatten, dennoch wurden sie zu seinen Opfern.

Die bis jetzt in Baden-Baden verlegten 182 Stolpersteine, erinnern an diese Zeit. Wer lebte hier eigentlich? Acht Lebensgeschichten stellten Schindler und Straß am Sonntag vor. Sie zitierten aus Briefen, Tagebuchaufzeichnungen, Reden und Recherchen. Schindler und Straß holten diese Menschen zurück in jene Stadt, in der sie viele Jahre ihres Lebens verbracht hatten.

Bilder verleihen den Erzählungen Gewicht

Ein erster Anlaufpunkt war für die Gruppe das ehemalige Hotel "Sonnenhof", betrieben von der Familie Auguste und Theodor Köhler. Jeder Gast war ihnen willkommen. Sie stehen exemplarisch für die trügerische Ruhe, die viele Juden in jener Zeit umfing. Trotz eindringlicher Warnungen vor den Nazis kehrten sie nach der Hochzeit ihrer Tochter in Palästina zurück nach Baden-Baden. Ihr Leben endete, nach einem Zwischenstopp im Internierungslager Gurs, in den französischen Pyrenäen, im Vernichtungslager in Auschwitz.

Den Brand der Synagoge und deren Entweihung beschrieb damals sehr eindrücklich Artur Flehinger, Lehrer am Gymnasium Hohenbaden. Es sind erschütternde Zeitdokumente, die beide "Stadtführer" vortrugen. Sie erzählen von Demütigungen, wie dem Zug jüdischer Männer durch die Straßen der Stadt. Die dazu gezeigten Bilder und Porträts aus diesem Zeitraum verliehen den Erzählungen zusätzliches Gewicht. Der Stadtspaziergang führte auch zu Liesel und Theodor Rosenthal, er war einst Küchenchef des Hotels Zentral in der Stephanienstraße. Es war der letzte Tag des Laubhüttenfestes und das Hotel rappelvoll, als für sie und Philipp Liebich die Verhaftung so plötzlich kam, dass kaum noch Zeit blieb, um das Nötigste zu packen. Auch für sie ging es wie für alle badische Juden zunächst nach Gurs.

Über die furchtbaren Zustände, in die das erste Kind des Paares, Evelyne, hineingeboren wurde, gibt das Tagebuch von Rosenthal sehr berührend Auskunft.

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