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Rätsel von Alt-Eberstein ungelöst
11.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Was wäre eine Burg ohne Geheimnisse. Und da hat Alt-Eberstein, die eindrucksvolle Ruine, die sich auf einem Bergsporn aus Porphyr über Ebersteinburg erhebt, Bemerkenswertes zu bieten. So findet sich hier eine mysteriöse Inschrift, deren Rätsel bis heute nicht gelöst wurde. Und durch die alten Gemäuer soll noch immer der Geist der unglücklichen Agnes von Baden streifen.

Als Finanzministerin Edith Sitzmann kürzlich Alt-Eberstein besuchte, meinte Michael Hörrmann - als Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten auch für die Baden-Badener Burgen zuständig -, dass die Besucher hier vor allem von der Gastronomie und der schönen Aussicht angezogen würden. Doch auf der Ebersteinburger Ruine kann man noch mehr entdecken. Dabei steht die um 1100 entstandene mächtige Schildmauer aus großen Steinblöcken besonders im Blickpunkt.

Hingegen ist das größte Geheimnis der Burg nicht so schnell auszumachen. An der Außenmauer des Palas', des früheren Hauptwohngebäudes der Burg, finden sich über dem Portal die Reste eines Wappens und einer Inschrift. Beim Wappen ist die Erklärung nicht so schwierig: Schrägbalken und Steinbockhörner als Helmzier weisen eindeutig auf das Haus Baden hin, das gegen Ende des 13. Jahrhunderts die Burg von den dort ansässigen Grafen von Eberstein übernommen hatte, die damals dringend Geld brauchten.

Untersuchungen der Inschrift haben ergeben, dass es sich hier um drei Sandstein-Fragmente einer oder mehrerer Schrifttafeln handelt. An den jetzigen Standort an der Außenmauer des Palas' sind diese Bruchstücke wohl erst im 19. Jahrhundert gelangt.

Das größte Fragment wird für 1884 bezeugt, die anderen sind möglicherweise erst später hinzugekommen. Es ist möglich, dass dies im Rahmen von Restaurierungsarbeiten geschah, denn die Burg war seit dem 16. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben und als Steinbruch genutzt worden. Erst im 19. Jahrhundert setzten dann erste Erhaltungsbemühungen ein. Da könnte man die früher woanders installierten Inschriftsteine am Palas untergebracht haben, wo sie vielleicht sowohl das alte Gemäuer verstärken als auch optisch ein Ausrufezeichen setzen sollten.

Bei der Schrift handelt es sich laut dem Inschriftenkatalog für die Stadt Baden-Baden und den Landkreis Rastatt um gotische Majuskeln. Da das Badener Wappen zu erkennen ist, können diese Schriftsteine nicht vor 1283 gefertigt worden sein. Die Zierlinien sprechen sogar eher für die Mitte des 14. Jahrhunderts, wobei es das Werk eines in Straßburg geschulten Steinmetzes zu sein scheint.

Identifizieren lassen sich bei diesen Teilen von Schrifttafeln allerdings nur einzelne Buchstaben und Wortbestandteile. Die Bedeutung der Inschrift konnte bis heute nicht entschlüsselt werden.

Ein anderes Geheimnis von Alt-Eberstein betrifft die Geschichte der hier gestorbenen Agnes von Baden, deren Geist immer noch durch die Burganlage irren soll. Dass sie auch nach ihrem Tod im 15. Jahrhundert keine Ruhe gefunden haben soll, wird auf ihr überaus trauriges Schicksal zurückgeführt.

Agnes war die Tochter von Markgraf Bernhard I. von Baden. Sie musste dem Wunsch ihres Bruders, Markgraf Jakob I. von Baden, folgen und den Herzog von Schleswig und und Grafen von Holstein, Gerhard VII., heiraten, der aber frühzeitig auf einer Reise verstarb. Da es auch Zweifel gab hinsichtlich der Vaterschaft der Zwillinge, die sie zuvor geboren hatte, musste Agnes von Schloss Gottorf in Schleswig zurück nach Baden fliehen. Ihre beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, die sie zurücklassen musste, starben nur wenig später - vermutlich wurden sie ermordet.

In Baden ging es Agnes aber auch nicht besser, denn sie widersetzte sich den Plänen ihres Bruders, sie mit dem Herzog von Schlesien-Oels zu vermählen. Stattdessen verlobte sie sich mit ihrem Geliebten aus früheren Tagen, Hans von Höwen. Jakob I. war drüber so erbittert, dass er Agnes für den Rest ihres Lebens auf Burg Eberstein internierte. Erblindet starb sie dort im Jahr 1473.

Bei einem Politikerbesuch im vergangenen Jahr erzählte der Pächter der Burg-Gastronomie von Alt-Eberstein, Matthias Steiner, mit geheimnisvollem Lächeln: "Die Agnes ist noch da." Manchmal würden sich Türen wie von selbst bewegen.

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