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Motorrad-Raser bleiben ungestraft
15.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Für Temposünder ist die Kurstadt zum gefährlichen Pflaster geworden. Der kürzlich angeschaffte sogenannte Enforcement Trailer, der Anhänger, auf dem eine Radarmessanlage steht, die rund um die Uhr eingesetzt werden kann, hat in den vergangenen Wochen die Runde in verschiedenen Straßen der Stadt gemacht. Tausende Autofahrer sind geblitzt worden. Durch die Lappen gehen den Kontrolleuren aber Motorräder. Das Gerät kann Zweiräder nämlich nicht erfassen.

Somit ist eine Tempo-Überwachung von Motorradfahrern rund um die Uhr nicht ohne Personaleinsatz möglich. Das bestätigte Stadt-Pressesprecher Roland Seiter auf Anfrage. "Für die Erfassung von Motorradfahrern ist eine zweite Messeinrichtung nötig", sagte er. Das Problem liegt in der Identifikation der Motorräder. Da Zweiräder das Nummernschild hinten haben, muss das Beweisfoto vom Blitzer von hinten geschossen werden. Der "Enforcement Trailer" kann aber nur von vorne fotografieren. Deswegen sei eine Motorradüberwachung ein "ziemlicher Aufwand, auch personell", so Seiter. Lediglich "in Einzelfällen" habe die Verwaltung so etwas schon gemacht.

Diese "Motorrad-Blindheit" stört die SPD-Fraktion im Gemeinderat gewaltig. Stadtrat Paul Haußmann drängt seit Monaten darauf, dass die Straße von Oberbeuern in Richtung Rote Lache stärker überwacht wird. Dort herrsche oft eine unerträgliche Lärmbelastung der Anwohner, schreibt er an Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Wie die SPD hatten auch die Grünen schon 2013 darauf gedrängt, die Geschwindigkeitsüberwachung in Baden-Baden zu intensivieren. Ziel beider Fraktionen: weitere fest installierte Anlagen wie jene am Ebert- und am Verfassungsplatz und am Ortsende von Geroldsau. Dort stehen am Rande der Schwarzwaldhochstraße gleich zwei Blitzer. Sie können ständig auch Motorräder überwachen. Eine solche Anlage würde Haußmann gerne auch in Oberbeuern sehen. "Wir halten es für unerlässlich, dass bei der Überwachung des Motorradverkehrs neben Geroldsau der Fokus auch auf Oberbeuern liegt", schreibt er.

Die OB hatte in einem Schreiben an Haußmann zuvor auf Zeit gespielt. Erst nach einem "mehrmonatigen Einsatz des Überwachungsanhängers" könne man ein Fazit ziehen, meinte sie. "Ergeben sich Örtlichkeiten, die durch den Anhänger nicht überwacht werden können, an denen aber ein hohes Bedürfnis nach Überwachung besteht, wäre die Installation weiterer Radarsäulen zu prüfen."

Zusätzlich werde geprüft, ob der Überwachungsanhänger nicht auch in die mobile Überwachung des Motorradverkehrs eingebunden werden könne, so Mergen weiter. Diese Prüfung ist allerdings offensichtlich bereits erfolgt. Das Ergebnis: "Der Anhänger kann nicht eingesetzt werden", sagt Seiter. "Wir müssten für einen solchen Einsatz die Überwachungsanlage aus dem Anhänger ausbauen." Dann wäre der Einsatz möglich - allerdings ausschließlich mit dem Einsatz von Personal, was zum bisherigen Zustand keine Verbesserung darstellt, da die Stadtverwaltung ohnehin neben dem Anhänger über zwei mobile Radaranlagen verfügt.

Erst nach den Prüfungen soll der Gemeinderat einen Bericht bekommen, so Mergen in ihrem Brief an Haußmann. Der SPD dauert das aber zu lang. "Wir erbitten den Bericht nach Ende der Motorradsaison im November 2018", schreibt Haußmann. In der Abwägung müsse dann entschieden werden, welche Vorgehensweise ab 2019 im Ergebnis mehr für die lärmgeplagten Bürger in Oberbeuern bringe.

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