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Keine Kalkflecken mehr - und kein PFC
16.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Gute Nachricht für die Kurstadt: Kalkflecken in der Dusche und in Wasserkochern gehören der Vergangenheit an. Und, noch wichtiger, das Trinkwasser, das aus städtischen Leitungen kommt, ist bald frei von polyfluorierten Chemikalien (PFC). Die Filteranlagen dafür gehen in Betrieb. Fragen und Antworten zum Thema:

Ab wann fließt das "neue" Wasser aus den Rohren?

Dieser Tage werden die Filter in Betrieb genommen und getestet. Dann werden PFC und schrittweise auch immer mehr Kalk aus dem Wasser gefiltert. In vier bis sechs Wochen, so Peter Riedinger, bei den Stadtwerken für das Thema verantwortlich, ist der angepeilte Härtegrad 8 bis 10 (statt bisher 15 bis 16) erreicht. Ab dann wird man die veränderte Wasserqualität deutlich spüren.

Müssen die Verbraucher dabei etwas beachten?

Wer eine eigene Enthärtungsanlage betreibt, muss diese auf den neuen Härtegrad einstellen. Auch die Dosierung von Spül-, Wasch- und Enthärtungsmittel in Haushaltsgeräten sollte verringert werden. "Die Maßnahme nützt so auch der Umwelt", so Riedinger.

Wie funktioniert die Filterung genau?

Das im Grundwasserwerk gewonnene Rohwasser wird mit hohem Druck durch Rohre mit Gewebefilter gepresst. Dabei werden PFC und Mineralien komplett aus dem Wasser entfernt. Aus 1000 Liter Rohwasser werden bei diesem Vorgang 800 Liter PFC-freies Trinkwasser mit dem Härtegrad 0 und 200 Liter sogenanntes Retentat (Abwasser) gewonnen, in dem Schadstoffe und Mineralien konzentriert vorliegen. Dieses Retentat wird über Aktivkohlefilter weitgehend von PFC befreit und fließt danach in den Sandbach. Das bei der Filterung gewonnene Trinkwasser wiederum wird mit Wasser aus PFC-freien Grundwasserquellen versetzt, um den gewünschten Härtegrad zu erreichen. Die Kombination aus Druckfilter für das Trinkwasser und Aktivkohlefilter für das Retentat wird laut Riedinger in Deutschland sonst nirgends eingesetzt.

Was kostet die Filterung des Wassers?

Eine ganze Menge. 3,25 Millionen Euro hat die neue Technik gekostet. Dazu kommen etwa 50Cent Betriebskosten pro Kubikmeter Wasser, der PFC-frei gemacht wird.

Wieso ist das so teuer?

Es fallen hohe Stromkosten an, weil das Wasser mit einem Druck von zwölf Bar durch die Filter gepresst wird. Der Strom, den die Stadtwerke durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Wasserwerks gewinnen, würde zwar rein rechnerisch reichen, um 20 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die durch die neue Anlage verursachte Verbrauchserhöhung ist aber so groß, dass sie durch den Solarstrom alleine nur zu einem Fünftel gedeckt werden kann, sagt Bernhard Gerstner, bei den Werken für Stromversorgung zuständig. Zudem entstehen Kosten, weil der bei der Filterung des Wassers entstehende mit PFC belastete Rückstand durch Aktivkohlefilter geschickt und weitgehend von PFC befreit wird. Erst dann wird dieser Rückstand in den Sandbach geleitet - durch eine 1,8 Kilometer lange Rohrleitung, die extra verlegt werden musste. "Ohne das PFC-Problem hätte der Bau der Anlage, mit der wir das Wasser enthärten, weniger als die Hälfte gekostet", sagt Riedinger.

Wird das Trinkwasser in Baden-Baden deshalb teurer?

Ja, der Preis wird kräftig steigen - ab 1. September um etwa 20 Prozent. Das hat der Gemeinderat bereits vor der Sommerpause beschlossen, und das BT hat darüber berichtet. Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet künftig brutto 2,41 Euro statt bisher 1,98 Euro. Als Hauptgrund wird die Investition für die neue Anlage angeführt.

Bleibt es bei dieser einen Preiserhöhung?

Erst mal ja. Damit seien alle Aufwendungen für die Trinkwasser-Filterung eingepreist, sagt Riedinger. Auch die langfristigen Betriebskosten, wie beispielsweise der Austausch der Gewebefilter, die PFC und kalkhaltige Stoffe aus dem Wasser entfernen, die laut Riedinger acht Jahre lang halten, und der monatliche Austausch der mit PFC belasteten Aktivkohle in den Filtertanks.

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